25. Oktober 1956 - Amtsgericht Berchtesgaden erklärt Hitler für tot

Adolf Hitler am 25. April 1945

25. Oktober 1956 - Amtsgericht Berchtesgaden erklärt Hitler für tot

In den letzten Kriegstagen begeht Adolf Hitler Selbstmord. Doch nach 1945 ranken sich Legenden um diesen Tod. 1956 will es das Amtsgericht Berchtesgaden ganz genau wissen.

Amtsgericht Berchtesgaden erklärt Hitler für tot (am 25.10.1956)

WDR ZeitZeichen 25.10.2021 14:46 Min. Verfügbar bis 26.10.2099 WDR 5


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Als Adolf Hitler am 20. April 1945 seinen 56. Geburtstag feiert, hat der letzte Akt der Nazi-Herrschaft in Deutschland schon längst begonnen. Bereits im Februar ist Hitler in den sogenannten Führerbunker im Garten der Reichskanzlei umgezogen, nachdem ein US-amerikanischer Luftangriff seine Wohnräume zerstört hatte. Und nun greift die Rote Armee Berlin an.

Der 30. April wird Hitlers letzter Tag sein. Nachdem er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Eva Braun die Ehe geschlossen hat, diktiert er sein privates und sein politisches Testament. Hitler und seine Frau ziehen sich in ihre Privaträume zurück und begehen Selbstmord. Am Tag darauf wird im Reichssender Hamburg der Tod Hitlers verkündet.

Doch dass Hitler tot ist, halten einige auch nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg für unvorstellbar. Dass sich Verschwörungslegenden (etwa die von der Flucht nach Südamerika) rund um Hitlers Tod und sein vermeintliches Weiterleben bilden, hat auch damit zu tun, was mit seinem Leichnam geschah.

Aus Angst, sein toter Körper könnte von den Sowjets als Trophäe ausgestellt werden, befahl Hitler, dass die sterblichen Überreste von ihm und Braun zu verbrennen seien. Unmittelbar nach ihrem Doppelsuizid werden die Leichen der beiden deshalb in den Garten der Reichskanzlei getragen, mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt. Augenzeugen bestätigen das.

Zeugenbefragungen elf Jahre nach Kriegsende

Doch war es wirklich Hitler, der da im Garten brennt? 1956 will es das Amtsgericht Berchtesgaden ganz genau wissen. Das Gericht im Bezirk von Hitlers letztem Privatwohnsitz befragt so viele Augenzeugen wie möglich, um festzustellen, ob Hitler tatsächlich tot ist. Elf Jahre nach den Ereignissen im Führerbunker stehen nun auch Zeugen zur Verfügung, die sich bislang in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befunden haben.

So wie Hitlers Kammerdiener Heinz Linge: "Als ich eintrat, saß links Hitler und zwar in der rechten Sofaecke. Es war an der rechten Schläfe eine Einschussstelle zu sehen, die ungefähr die Größe eines Groschenstückes hatte." Das Amtsgericht stellt fest, dass Adolf Hitler tot ist. Als Zeitpunkt seines Ablebens wird der 30. April 1945 15.30 Uhr festgestellt.

Dass Hitler tot ist und dass es tatsächlich seine Leiche war, die vor dem Führerbunker verbrannt wurde, steht eigentlich schon kurz nach seinem Ableben fest. Nicht nur aufgrund der Augenzeugenberichte, sondern auch aufgrund der Überreste seines nicht vollständig verbrannten Leichnams, die die Sowjets an sich nehmen.

Spätestens im Juni 1945 wissen die Sowjets unzweifelhaft, dass Hitler tot ist. Doch statt die Beweise öffentlich zu machen, werden sie geheimgehalten und die Überreste Hitlers unter Verschluss genommen. Und noch mehr: Man streut bewusst Desinformationen. So soll Josef Stalin auf der Potsdamer Konferenz verkündet haben, dass Hitler überlebt habe, von den westlichen Alliierten versteckt gehalten werde.

Die gesäten Zweifel fruchten und erblühen im Verlauf der Jahrzehnte zu immer bunteren Verschwörungslegenden. 2018 aber bestätigen französische Wissenschaftler auch anhand von alten Röntgenbildern endgültig die gelegentlich angezweifelte Echtheit der Zähne Hitlers, welche weiter in einem Moskauer Archiv lagern. 

Autorin des Hörfunkbeitrags: Daniela Wakonigg
Redaktion: Ronald Feisel​

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