Schnarchen

Krach im Bett: Tipps gegen das Schnarchen

Stand: 20.01.2022, 14:36 Uhr

Einschlafen ist quasi unmöglich, wenn die Bettpartnerin oder der Bettpartner schnarcht. Doch unter der Schnarcherei leidet oft auch der Schnarchende selbst. Was hilft?

Von Barbara Brüwer

Während wir schlafen, entspannen sich unser Geist und unser Körper. Die Muskulatur erschlafft – nicht jedoch Zunge und Gaumenzäpfchen. Die bleiben beide leicht angespannt, damit wir weiter atmen können. Erschlafft auch die Muskulatur des Mund- und Rachenraums, verengen sich die Atemwege. Dadurch hat die Luft beim Ein- und Ausatmen nicht mehr so viel Platz wie sonst und Zäpfchen, Gaumen und Zunge vibrieren beim Atmen. Das erzeugt dann Schnarchgeräusche.

Krach im Doppelbett – Was hilft gegen Schnarchen?

Frag Dich fit 21.01.2022 30:28 Min. Verfügbar bis 23.01.2032 WDR 2


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Anatomisch verengte Atemwege fördern das Schnarchen

Sind die Atemwege durch weitere Faktoren zusätzlich verengt, begünstigt dies das Schnarchen. So ein Faktor kann zum Beispiel eine Erkältung sein. Es gibt aber auch Auslöser, die nicht so schnell wieder vergehen, wie zum Beispiel eine schiefe Nasenscheidewand oder sehr große Mandeln. Fällt der Zungengrund anatomisch immer nach hinten, begünstigt auch dies das Schnarchen. Ob jung, ob alt, ob Mann, ob Frau – fast jeder schnarcht irgendwann in seinem Leben.

Hier lauert die Gefahr

Das normale, regelmäßige Schnarchen wird in der Regel nicht als krankhaft angesehen, dadurch wird hauptsächlich der Schlaf der Bettpartnerin oder des Bettpartners gestört. Ab und an kann es aber auch beim Schnarchenden selbst Kopfschmerzen oder Schlafstörungen verursachen. Entstehen beim Schnarchen öfters längere Atempausen, könnte das Obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) dahinterstecken. Dann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, rät Lungenfacharzt Heinz-Wilhelm Esser.

Da bleibt uns die Luft weg

Bei der Schlafapnoe kann es zu Atemaussetzern kommen, die auch um die zwei Minuten andauern. Bei manchen setzt die Atmung dann etwa 70- oder 80-mal pro Stunde aus. Darunter leidet auch die Sauerstoffsättigung im Blut und Gehirn und alle anderen Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das kann zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Herzinfarkt und Schlaganfällen führen.

Das können wir gegen das Schnarchen tun

Wer sein Schnarchen loswerden will, sollte auf Alkohol vorm Schlafen verzichten, gegebenenfalls abnehmen, denn auch Übergewicht kann zu verengten Atemwegen führen, und beim Schlafen möglichst nicht auf dem Rücken liegen, sagt Doc Esser im WDR 2-Podcast „Frag Dich fit“. Interessant seien auch spezielle Gesangstherapien für Schnarchende und Neurostimulatoren. Für Schlafapnoe-Patienten gibt es Atemgeräte, auch CPAP-Geräte genannt, die sehr erfolgreich für eine gleichmäßige Atmung sorgen. In einzelnen Fällen kann auch eine Operation von Nöten sein.