Schneller raus aus dem Mobilfunkvertrag

Von Sebastian Moritz

Wer den richtigen Zeitpunkt für die Kündigung des Telefon- oder Internetvertrags verpasst hat, musste bisher oft lange Vertragsverlängerungen in Kauf nehmen. Damit ist nun Schluss.

Wenn am 1. Dezember das neue Telekommunikationsgesetz in Kraft tritt, müssen sich Kunden nicht mehr ärgern, falls sie ihren alten Telefon-, Internet- oder Mobilfunkvertrag nicht rechtzeitig gekündigt haben. Bei vielen Anbietern war es üblich, dass sich der Vertrag ohne entsprechende Kündigung automatisch und stillschweigend um zwölf Monate verlängert – ärgerlich für Kunden, die zu einem anderen, günstigeren Anbieter wechseln wollten.

Das neue Telekommunikationsgesetz stärkt nun die Rechte der Verbraucher. Künftig gilt: Ist die vereinbarte Mindestvertragslaufzeit einmal abgelaufen, können Kunden jederzeit mit einer einmonatigen Frist kündigen. Das kann sich besonders vor dem Hintergrund lohnen, dass die Konditionen mancher Verträge nach der Mindestvertragslaufzeit teurer werden.

Neue Kündigungsfrist auch für Altverträge

Die neue Regelung gilt nicht nur für Neukunden. Von den kürzeren Kündigungsfristen profitieren auch Verbraucher, die ihren Vertrag bereits vor dem 1. Dezember abgeschlossen haben. Wer umzieht, kann künftig sogar innerhalb der Vertragslaufzeit kündigen. Wenn der Anbieter die bisher gebuchte Leistung des Internetvertrags am neuen Wohnort nicht liefern kann, können Kunden mit einer einmonatigen Frist kündigen.

Vertragslaufzeiten von anfänglich 24 Monaten bleiben zwar auch in Zukunft erlaubt, allerdings müssen die Unternehmen auch Tarife mit einer zwölfmonatigen Laufzeit anbieten. Weil die Anbieter jedoch weiterhin selbst über ihre Preise entscheiden können, fürchten Verbraucherschützer, dass die kürzeren Tarife so teuer werden, dass sie für die Kunden unattraktiv werden.

Regelmäßige Information über günstigsten Tarif

Außerdem müssen Anbieter Ihre Kunden künftig darüber informieren, wenn sie günstigere Konditionen zur Verfügung stellen. Viele Bestandskunden zahlten für ihre Alt-Verträge deutlich mehr als eigentlich nötig, weil sie schlicht nicht mitbekommen, dass es beim gleichen Anbieter längst günstigere Angebote gebe, heißt es von der Verbraucherzentrale. In Zukunft müssen die Anbieter ihren Kunden einmal im Jahr mitteilen, welcher der für sie optimale Tarif ist.