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Homeoffice in der Steuererklärung

Das Bild zeigt das Ausfüllen des Steuererklärungsformulars.

Homeoffice in der Steuererklärung

Von Stefan Göke

Durch die Coronakrise müssen viele Arbeitnehmer mittlerweile seit Wochen im Homeoffice arbeiten. Das heißt auch: Viele müssen sich zu Hause ein eigenes kleines Büro einrichten – das kostet Geld. Einiges davon können die Beschäftigten von der Steuer absetzen.

  • Neue Büroausstattung kann abgesetzt werden
  • Arbeitszimmer kaum anrechenbar
  • Fahrtkosten fallen weg

Arbeitsmittel

Wer sich für das Homeoffice neuen Bürobedarf kauft, kann diesen problemlos absetzen: Papier, Stifte, aber auch das Headset für die Telefonkonferenz, ein Tablet, den Bürostuhl oder einen Schreibtisch. Dabei gilt: Es können auch teure Anschaffungen sein. Das entscheidet in der Regel der Beschäftigte selbst. Die Kosten werden aber über mehrere Jahre abgeschrieben – je nachdem, wie lange das Produkt normalerweise benutzt wird. Bei elektronischen Geräten sind es üblicherweise drei Jahre. Ein Beispiel: Das 300 Euro teure Tablet wird über drei Jahre mit jeweils 100 Euro angerechnet. 

Arbeitszimmer

Grundsätzlich kann ein Arbeitszimmer abgesetzt werden. Das heißt: Es dürfen die Kosten für diesen Raum je nach seiner Größe anteilig an der Gesamtmiete geltend gemacht werden sowie anteilig die Nebenkosten. Dasselbe gilt bei Eigentum für die monatliche Kreditrate.

Ein Arbeitszimmer abzusetzen, ist aber schwierig – die Hürden dafür sind hoch. Eine Arbeitsecke in einem Zimmer gilt nicht als Arbeitszimmer – auch nicht in Coronazeiten. Sobald ein Bett oder ein Bügelbrett im gleichen Raum wie der Schreibtisch stehen, wird der Raum eindeutig auch privat genutzt und kann nicht mehr als Arbeitszimmer abgesetzt werden.

Fahrtkosten

Wer über Monate nicht zur Arbeit fährt, kann den Arbeitsweg natürlich auch nicht in der Steuererklärung angeben. Dafür spart der Beschäftigte aber auch Sprit und schont das Fahrzeug.

Für Bus- und Bahnfahrer gilt dasselbe wie für Autofahrer: Sie können für den Zeitraum des Homeoffice keine Fahrtkosten über die Kilometerpauschale angeben.

Dennoch bleibt die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro, die Beschäftigte in der Steuererklärung angeben können, ohne Nachweise erbringen zu müssen.

Debatte über Neuregelungen

Die Coronakrise führt aktuell zu Diskussionen in der Fachwelt. Experten sehen nicht ein, dass ein Beschäftigter zu Hause solche Ausgaben hat oder hatte, und dennoch dieselben Steuerregeln gelten wie sonst. So fordert der Präsident des Bundesfinanzhofes Rudolf Mellinghoff eine Art von zusätzlicher Steuerpauschale, die Kosten für Homeoffice – das Arbeitszimmer – sowie Internetkosten, IT-Ausstattung etc. berücksichtigt.

Homeoffice steuerlich geltend machen

WDR 2 Servicezeit 08.06.2020 04:27 Min. Verfügbar bis 15.06.2021 WDR 2

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Stand: 15.06.2020, 11:19