Welche Vorsorgeuntersuchungen wichtig sind

Stand: 06.01.2022, 17:55 Uhr

Mit dem Alter steigt das Risiko zu erkranken. Frühzeitige Diagnosen verbessern die Heilungschancen. Doch nicht alle Untersuchungen sind sinnvoll.

Vorsorge bedeutet in erster Linie, mit einem gesunden Lebensstil das Risiko von Erkrankungen zu minimieren. Auch Impfungen, etwa gegen Tetanus oder die Grippe, dienen der Vorsorge. Sie müssen zum Teil aufgefrischt werden. Die Impfung gegen Wundstarrkrampf steht für Erwachsene zum Beispiel alle zehn Jahre an.

Doch nicht alle Krankheiten lassen sich verhindern. Aber: Wenn sie früh erkannt werden, verbessert das die Heilungschancen deutlich. Gesetzlich Krankenversicherte haben deshalb einen Anspruch auf regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen, beispielsweise beim Zahnarzt, Gynäkologen oder Urologen. Viele Krankenkassen belohnen die Teilnahme mit Bonusprogrammen.

Informationen dazu, welche Untersuchungen in welchem Alter dran sind, findet man bei der Verbraucherzentrale oder der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Wer mindestens 35 Jahre alt ist, kann zum Beispiel alle drei Jahre zum allgemeinen Gesundheits-Check-Up. Der dient dazu, häufige Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes früh zu erkennen.

Kassen zahlen nicht alle Früherkennungs-Untersuchungen

Haus- und Facharztpraxen bieten neben kostenlosen Früherkennungs-Untersuchungen auch kostenpflichtige an. Einen Überblick, welche sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (kurz: IGeL) es gibt, bietet der IGeL-Monitor. Finanziert wird er von der Interessenvertretung der gesetzlichen Krankenkassen, dem GKV-Spitzenverband. Bewertet wird dort der Nutzen einzelner Untersuchungen.

In der Ärzteschaft stoßen diese Bewertungen aber regelmäßig auf Kritik. Umstritten ist zum Beispiel der PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung. Den zahlen die gesetzlichen Kassen nur bei einem konkreten Krebsverdacht, auch um Überdiagnosen zu vermeiden. Im IGeL-Monitor wird er als „tendenziell negativ“ bewertet. Im WDR-Gesundheitspodcast „Frag dich fit“ widerspricht Facharzt Heinz-Wilhelm-Esser: „Gerade, was PSA angeht, gibt es mittlerweile ganz klare Studien, die zeigen: Es macht Sinn, den PSA-Test durchzuführen.“

Viel Streit um die IGeL-Leistungen

Jede Selbstzahlerleistung muss der Arzt gut begründen. Patienten sollten sich ausreichend Bedenkzeit lassen. Individuelle Gesundheitsleistungen müssen zudem schriftlich angeboten werden, auch die Zustimmung muss schriftlich erfolgen. Wer sich von seinem Arzt schlecht beraten fühlt, sollte die Praxis wechseln und kann sich bei Problemen mit Zusatzleistungen auch an das Angebot IGeL-Ärger der Verbraucherzentrale wenden.

Mammographie, PSA und Zahnkontrolle – Welche Vorsorge muss sein? Frag Dich fit 07.01.2022 31:37 Min. Verfügbar bis 09.01.2032 WDR 2

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