Der Bundeswehr-Kampfhubschrauber "Tiger" in der Luft über Afghanistan

Nur 30 Meter über Warburg: Bundeswehr macht Übungsflüge

Stand: 20.09.2023, 08:59 Uhr

Über Warburg könnte es in den nächsten zwei Wochen laut werden: Soldaten der Bundeswehr machen nächtliche Übungsflüge mit Kampfhubschraubern - im Tiefflug.

Die Soldaten fliegen dann mit ihren Hubschraubern um die 30 Meter tief. Der Kampfhubschrauber "Tiger" ist dafür geeignet, weil er besonders tief und nah an Objekten vorbeifliegen kann.

Soldaten werden in Tiefflügen ausgebildet

Pro Nacht sollen zwei bis vier Flieger des Kampfhubschrauberregiments 36 aus dem hessischen Fritzlar unterwegs sein: Dabei handelt es sich um den einzigen Verband der NATO, der Soldaten in Tiefflügen ausbildet. Die Flüge sind für junge Soldaten gedacht, die Fliegen lernen, aber auch für ältere, die ihre Lizenz auffrischen müssen.

"Es gibt im Ernstfall zwei Lebensversicherungen: Schnelligkeit und tief fliegen", sagt Michael Meysing vom Kampfhubschrauberregiment 36. Auch der Schutz der Dunkelheit in der Nacht sei ein wichtiger Faktor.

Wechselnde Flugzonen

Die Hubschrauber fliegen über Warburg und Gebiete in Niedersachsen sowie Thüringen. Man achte darauf, dass sich die Gebiete abwechseln und es nicht jede Nacht an denselben Orten laut wird. Ob geflogen werden kann, hänge dann auch von den Wetterbedingungen ab, so Meysing.

Abstand zu Wohngebieten

Die Anwohner müssten sich keine Sorgen machen, die Kampfhubschrauber flögen nicht durch Wohngebiete. "Es wird kein Hubschrauber durch den Vorgarten fliegen", versichert Michael Meyer. Aber wer nachts aus dem Fenster guckt, könnte in einigen Hundert Metern Entfernung tieffliegende Hubschrauber sehen.

Der Bundeswehr war es wichtig, vorher über die Übungen zu informieren. Angesichts des Kriegs in der Ukraine seien die Menschen schnell verunsichert. Die Soldaten fliegen jeweils von Montag bis Donnerstag in dieser und der kommenden Woche.

Über dieses Thema berichtet der WDR am 20.09.2023 im Hörfunk: Lokalzeit OWL.

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