Kampfkunstübung vor einer Statue und Urwald

Chinesische Doku über Kampfkünstler aus Gronau

Stand: 13.11.2023, 06:35 Uhr

Neun Gronauer waren in China, um die Kampfkunst White Crane zu praktizieren. Das war so ungewöhnlich, dass das chinesische Staatsfernsehen sie dabei in einer Doku begleitet.

Von Katja Bothe

In den Herbstferien waren sie in Yongchun im Südosten Chinas: Neun Gronauer, Mitglieder der dortigen Kampfkunstschule. Der Grund für ihre Reise war ihre Begeisterung für eine uralte Ausrichtung des Kung Fu. White Crane, weißer Kranich, besteht aus fließenden Bewegungen und fordert Konzentration und Körperbeherrschung.

Ein Mann zeigt Kindern Übungen einer Kampfkunst

Haki Çelikkol begeistert auch schon die Kleinen von White Crane

Haki Çelikkol, der Leiter der Gronauer Karateschule, hatte bereits 30 Jahre Karate praktiziert, als er White Crane kennen lernte. Seitdem konzentriert er sich auf diese Unterart des chinesischen Kung Fu, statt wie bisher auf die japanische Kampfsportart Karate.

Unterricht beim alten Meister

In China nahm er Unterricht beim alten Meister dieser Kampfsportart, Pan Cheng Miao. Immer mehr Mitglieder seiner Karateschule konnte Haki Çelikkol von White Crane überzeugen. Und so begleiteten ihn acht Gronauer in diesen Herbstferien.

"Ich fand es ehrfürchtig", sagt Kung Fu-Schüler Sven Strefel. In dieser alten Stätte zu lernen hatte "etwas Spirituelles." "Wir haben sechs Stunden am Tag geübt... es war einfach nur toll", findet auch Markus Gebhardt. Und für Luise Niewert, die mit ihren 17 Jahren bereits zum zweiten Mal dabei war, ist White Crane mehr als nur Sport: "Es ist auch entspannend", sagt sie. Und: "Ich lerne jeden Tag was Neues."

Staatsfernsehen an Gronauern interessiert

Ein Mann übt Kampfkunst mit Messern

Auch Selbstverteidigung mit Messern und Stöcken gehört zu White Crane

Über den Eifer der deutschen Kung Fu-Schüler haben sich die Einheimischen in Yongchun so gewundert, dass sogar die Nachrichten über sie berichteten. Und schließlich wurden sie täglich von einem Kamerateam begleitet, das einen Dokumentarfilm über sie drehte.

Judith Weiter, die chinesisch spricht, fand die Begleitung durch das Kamerateam völlig unproblematisch. Im Gegenteil, es sei sogar schön gewesen, dass das Team ihnen Sehenswürdigkeiten gezeigt habe und mit ihnen essen war: "Die Leute sind sehr leicht im Umgang, sehr herzlich und sehr freundlich".

Der Film ist fertig, muss aber noch die staatliche Kontrolle durchlaufen. Anschließend bekommen die Gronauer einen Mitschnitt und können den Film dann auch anderen Kung-Fu-Fans zeigen.

Über dieses Thema hat der WDR in der Lokalzeit Münsterland am Freitag, 10.11.2023 berichtet.

Chinesische Doku über Kampfkünstler aus Gronau

02:34 Min. Verfügbar bis 13.11.2024

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