Münster ruft den Klimanotstand aus

Ruft Münster den Klimanotstand aus? Lokalzeit Münsterland 21.05.2019 Verfügbar bis 21.05.2020 WDR Von Antje Kley

Münster ruft den Klimanotstand aus

  • Rat entscheidet gegen Stimmen von FDP und AfD
  • Münster hinkt Klima-Zielen weit hinterher
  • Klimanotstand als Selbstverpflichtung

Münster hat als erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen den Klimanotstand ausgerufen. Das hat der Rat der Stadt am Mittwochabend (22.05.2019) mit großer Mehrheit gegen die Stimmen von FDP und AfD beschlossen. Damit verpflichtet sich die Stadt, deutlich mehr gegen den CO2-Ausstoß zu unternehmen.

"Fridays for Future"-Aktivisten stellten Antrag

Schüler halten ein Banner mit der Aufschrift "Klimastreik"

Die Anregung kam auch von den "Fridays for Future"-Aktivisten

Würde die Stadt so weitermachen wie bisher, würde sie das Ziel, 95 Prozent weniger CO2 bis zum Jahr 2050, niemals erreichen, sagte Umweltdezernent Matthias Peck am Abend. Die Idee, den Klimanotstand für Münster auszurufen, hatten unter anderem Aktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung. Sie hatten bei der Stadtverwaltung einen Antrag eingereicht, mit dem Ziel, dass die Stadt Münster ihre Klimaschutz-Aktivitäten deutlich forciert.

Münster zählt zu den Klimahauptstädten Deutschlands. Die Stadt hatte zwei Mal, 1997 und 2006, die Auszeichnung der Deutschen Umwelthilfe erhalten. Im vergangenen Jahr gab es den Nachhaltigkeitspreis für Münster. Das verpflichte zu größeren Anstrengungen.

Münster ist nach Herford und Tönisvorst (Kreis Viersen) die dritte Stadt in NRW und gleichzeitig die erste Großstadt, die den Klimanotstand ausruft.

Im Münsterland beraten noch etliche andere Kommunen, ob sie dem Beispiel folgen wollen, darunter Ahlen, Beckum, Drensteinfurt, Ennigerloh, Havixbeck, Telgte und Warendorf.

Selbstverpflichtung der Politik

Menschen auf dem Podium bei der Preisverleihung des Nachhaltigkeistpreises im historischen Rathaus Münster

Münster wurde zwar ausgezeichnet, hat aber Defizite beim Klimaschutz

Der Klimanotstand hat keine fest definierten Konsequenzen für die Bevölkerung. Die Stadt geht damit eine Selbstverpflichtung ein, in Zukunft bei allen Entscheidungen den Klimaschutz stärker zu berücksichtigen, zum Beispiel in der Verkehrspolitik, beim Wohnungsbau oder bei der Energieerzeugung.

Der Rat muss sich regelmäßig mit den Auswirkungen und Folgen der CO2-Emissionen befassen und sich über die Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen informieren lassen. Der städtische "Masterplan Klimaschutz" soll regelmäßig überarbeitet werden.

Noch weit von Klimaschutz-Zielen entfernt

Die Stadt Münster hat seit 1995 ein Klimaschutzkonzept. Es definiert das Ziel, bis 2050 die CO2-Emissionen in der Stadt um 95 Prozent zu verringern. Allerdings ist die Stadt weit davon entfernt.

Nach Angaben einer Sprecherin im Umweltamt wurden bis heute 23 Prozent eingespart. Das ist nicht viel mehr als im Jahr 2010. Da lag der Wert nach Angaben der Stadt bei etwa 21 Prozent. Das heißt: In den vergangenen neun Jahren hat sich in Münster der CO2-Ausstoß kaum mehr verringert.

Stand: 22.05.2019, 21:19

Kommentare zum Thema

45 Kommentare

  • 45 Horst 23.05.2019, 23:02 Uhr

    Nachts immer alle Schaufenster an, Finke verunreinigt den Nachthimmel mit ihrem Licht, das gehört alles verboten oder mit Strafsteuern belegt

  • 44 Anke Struhs 23.05.2019, 21:10 Uhr

    Und dann will man die Bahnstrecke von sendenhorst über Wolbeck (da wohne ich neben der Bahn )wieder in Betrieb nehmen .....Kontraproduktiv.......

  • 43 Klaus 23.05.2019, 19:40 Uhr

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  • 42 Hallelujah 23.05.2019, 18:50 Uhr

    Lichter war noch in Ordnung?

  • 41 Hallelujah 23.05.2019, 18:34 Uhr

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  • 40 Achim 23.05.2019, 17:29 Uhr

    Bonn ist damit ja noch meilenweit entfernt. Solange nichts mal gegen den Individualverkehr ( Eine Person pro Auto, schlechte Strassen, Baustellen ohne Ende und Busse, welche nicht pünktlich verkehren), getan wird, sehe ich da auch keine Besserung. Ich bin in Bonn aufgewachsen und am Strassenzustand hat sich in den letzten 40 Jahren nicht viel getan. Im Gegenteil sind heute Baustellen und stauender Verkehr hausgemacht. Dementsprechend schlecht sieht auch die CO2 Bilanz aus. Stattdessen wurden und werden Millionen in das WCCB und die Beethovenhalle verbraten. Ich kann nur hoffen, das Friday for Future irgendwelche Politiker, zum Nachdenken bringt. Aber irgendwie sind gewählte Politiker sich selbst am nächsten und denken nur an ihr eigenes Bankkonto. Schade

  • 39 Jonas 23.05.2019, 16:32 Uhr

    Ich finde es schön, wie manche Menschen es leider immer noch nicht schaffen einer solchen Bewegung eine größere Bedeutung zu zusprechen. Klar können wir in Deutschland nicht den ganzen Planeten retten, aber deswegen nicht mit guten Beispiel voran zu gehen, ist auch keine Lösung. Nur weil es weiterhin Krieg auf der Welt gibt, lösen wir uns in Europa ja auch nicht von Werten wie einem friedlichen Miteinander...

  • 38 André 23.05.2019, 14:17 Uhr

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  • 37 Münsteraner 2012 23.05.2019, 14:05 Uhr

    hahaha...Münster buhlt wieder um Aufmerksamkeit....wofür diese Stadt Umweltpreise erhält ist mir ein absolutes Rätsel. Man muss sich nur mal die Schlangen von Autos anschauen, die am Samstag in die Stadt fahren und mit laufenden Motoren vor den Parkhäusern auf Einlass warten. Oder die Wiesen am Kanal und Aasee, den neuen Ballermann....

  • 36 Ralf Binder 23.05.2019, 13:12 Uhr

    Klimanotstand in einer Stadt ist kompletter Blödsinn. Bezeichnend, als Verwaltungssitz ist eine vergleichsweise reiche Stadt. Es macht ja Sinn aus seine Umwelt zu achten aber man muss die Radikalen stoppen, die Öko-Radikalen. Dabei ist das Verkehrsnetz für Radfahrer durchaus lobenswert. Ich bin aus dem Ruhrgebiet, hier haben wir eher einen „Notstand“ in Sachen Soziale Gerechtigkeit, wie mehr oder weniger im ganzen Land.

  • 35 Sabine 23.05.2019, 11:44 Uhr

    Ein richtiges Zeichen auf dem Weg in die Zukunft. Super!!

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