Personalmangel: Helios Klinik Attendorn schließt Geburtsstation

Werdende Eltern aus Attendorn und Umgebung müssen für die Geburt bald in eine andere Stadt fahren. Die Helios Klinik schließt ihre Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Geschäftsführung plant die Schließung zum 31.10. 2021. Sie begründet die Entscheidung mit Personalengpässen. "Dieser drastische Schritt fällt uns sehr schwer, aber wir müssen auf die weiterhin angespannte personelle Situation reagieren", teilte sie dem WDR schriftlich mit.

Keine ordentliche Betreuung möglich

Man habe sich um neue Mitarbeiter bemüht, aber keine gefunden. So könne die Klinik keine ordentliche Betreuung der Schwangeren und anderen Patientinnen gewährleisten.

Viele Geburtsstationen leiden unter Personalmangel | Bildquelle: Waltraud Grubitzsch/picture alliance/ZB

"Allein durch das großartige Engagement des verbleibenden Teams und den konsequenten Einsatz von Honorarärzten ist es aktuell möglich, weiterhin vollumfänglich für Schwangere und junge Eltern, die uns ihr Vertrauen schenken, da zu sein", heißt es in der Stellungnahme.

Lösung für Mitarbeiter wird gesucht

Das Personal wurde schon informiert. In den nächsten Tagen stehen Gespräche mit dem Betriebsrat an. Die Geschäftsführung will Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Funktionen Pflegepersonal und Schreibdienst Positionen im Haus anbieten.

Für Hebammen werde ein Konzept erarbeitet. Ihnen sollen offene Stellen im Konzern angeboten werden. Ziel sei es, möglichst vielen der 40 Betroffenen eine andere Stelle im Haus oder im Helios-Konzern anzubieten, so die Geschäftsführung.

Die nächsten Geburtsstationen gibt es knapp eine halbe Stunde entfernt in Lennestadt und Olpe, eine Gynäkologie ebenfalls in Olpe.

Gleiches Problem an vielen Krankenhäusern

Personalmangel ist häufig ein Grund, warum Geburtsstationen nicht weiter betrieben werden können. Zum Beispiel im Bad Honnefer Cura Krankenhaus, in der Klinik in Sankt Augustin und am St.-Vincenz-Krankenhaus in Menden. Auch das Malteser Krankenhaus in Bonn hat vor zwei Jahren seine Gynäkologie geschlossen. Es fehlten Fachärzte und vor allem ein Chefarzt.