Zu wenig Wasser in Seen und Flüssen im Münsterland

Lokalzeit Münsterland 25.07.2022 02:38 Min. Verfügbar bis 25.07.2023 WDR Von Detlef Proges

Dürre: Kein Wasser aus Seen und Flüssen

Stand: 24.07.2022, 15:34 Uhr

Die Gewässer im Münsterland leiden unter Hitze und Regenmangel. Deswegen ist das Abpumpen von Wasser aus Bächen und Flüssen inzwischen im ganzen Münsterland verboten.

Von Detlef Proges

Der Kreis Steinfurt droht sogar mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro, wenn gegen diese Verfügung verstoßen wird. Die Stadt Münster und aktuell auch der Kreis Warendorf bitten darum, die Gewässer zu schützen und kein Wasser mehr zu entnehmen. Die Kreise Borken und Coesfeld haben das Abpumpen ebenfalls verboten.

Die Ems bei Greven hat bereits in diesem Juli mit 66 cm Wassertiefe einen Pegel-Tiefststand erreicht. Bäche bestehen teilweise nur noch aus einzelnen Pfützen, einige Teiche sind komplett trocken.

Regenfälle im Juli helfen nur wenig

Thomas Starkmann vor einem Fluss

Macht sich Sorgen um die Gewässer: Thomas Starkmann

Am Wochenende führte die Ems wieder etwas mehr Wasser nach den Regenfällen in der vergangenen Woche. Thomas Starkmann von der Biologischen Station Kreis Steinfurt macht sich trotzdem Sorgen um den größten Fluss im Münsterland. Der Landschaftsökologe taucht seine Hand ins Flusswasser und stellt fest:

„Wir haben Wassertemperaturen von 25 Grad.  Das liegt an der Hitze und am Wassermangel. Und das ist natürlich für Fließgewässer schon ziemlich warm. Das ist problematisch für Tiere und Organismen, weil je wärmer das Wasser desto weniger Sauerstoff kann es transportieren.“ Thomas Starkmann, Landschaftsökologe

Noch sei in der Ems aber kein Fischsterben zu befürchten.

Auch Grundwasser macht Sorgen

Ausgetrockeneter Teich in Saerbeck

Hanfteich in Saerbeck ist ausgetrocknet

Berkel, Bever, Ems oder Stever - die Wasserbehörden im Münsterland schauen alle besorgt auf die Gewässer in unserer Region. An vielen Stellen, so die Bezirksregierung Münster, liefen die Pegelstände schon jetzt auf Tiefststände zu, die normalerweise erst im späten Sommer erreicht würden. Hintergrund sei, dass im Mai und Juni nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Regenmengen gefallen seien. Der Hanfteich, ein altes Naturschutzgebiet in Saerbeck ist wie viele andere flache Gewässer inzwischen komplett trocken.

Beim Grundwasser sei die Situation noch ganz gut, so der Kreis Coesfeld. Aber der unterirdische Wasserstand habe sich von den Trockenperioden in 2018 und 2019 noch nicht ganz erholt. Und im Kreis Warendorf heißt es, seien die Grundwasserstände an einigen Stellen schon gefallen.

Über dieses Thema berichtet der WDR am Montag, 25.07.2022, in der Lokalzeit Münsterland im Fernsehen und im Radio auf WDR2.

WDR extra: Hitze und Trockenheit in NRW

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