Corona-Demos in Bielefeld: Großeinsatz für die Polizei

Stand: 08.01.2022, 10:16 Uhr

Am Freitagabend zogen mehr als 1.500 Menschen durch die Bielefelder Innenstadt, um gegen Corona-Regeln und die Impfpolitik zu demonstrieren. Zu Gegendemos kamen mehrere hundert Menschen.

Die Demonstrationen seien weitgehend friedlich, aber teils ungeordnet verlaufen, heißt es von der Polizei am späten Freitagabend. Sie geht von ca 1.500 Teilnehmern aus. Treffpunkte der Demonstrierenden beider Lager waren der Kesselbrink, das Rathaus beziehungsweise der Bürgerpark.

Hunderte Menschen bei nicht angemeldeter Corona-Demo

Demonstration der Gegner der Corona-Maßnahmen | Bildquelle: WDR/Köhler

Gegner der Corona-Regeln versammelten sich gegen 18 Uhr wie angemeldet am Bürgerpark, um durch die Innenstadt zu ziehen. Auf dem Kesselbrink schlossen sich hingegen Demonstrierende unangemeldet zusammen.

An beiden Orten sollen sich laut Polizei mehr als 750 Teilnehmende versammelt haben. Die Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass ab 750 Personen die 3G-Regel und Maskenpflicht gelten. Deswegen beendete die Versammlungleiterin schließlich die angemeldete Demo.

Demonstrierende verhalten sich unkooperativ

Die Polizei überwacht den Demonstrationszug der Corona-Gegner. | Bildquelle: WDR/ Dahlhoff

Daraufhin zogen hunderte Menschen zusammen durch die Straßen, zu hören waren Sprechchöre und laute Musik. Die Polizei forderte die Teilnehmenden vergeblich auf, dass sich ein neuer Versammlungsleiter meldet. Der Demonstrationszug habe sich unkooperativ verhalten und sei der Aufforderung nicht nachgekommen, heißt es weiter.

Polizei begleitet Demozug durch Innenstadt

Die Polizei hat die Versammlung dennoch nicht aufgelöst, weil sich die Teilnehmenden weitgehend friedlich verhalten hätten. In der Nähe des Kesselbrinks trafen die Demonstrierenden dann auf die zweite Gruppe der Gegner der Corona-Regeln. Sie schlossen sich zusammen.

Polizei setzt Pfefferspray ein - Beamte verletzt

Dort kam es zu Tumulten zwischen Demonstrierenden und der Polizei, bei denen auch Pfefferspray eingesetzt wurde. Laut Polizeiangaben haben Demonstranten versucht, eine Polizeiabsperrung zu überwinden.

Dabei wurden fünf Polizeibeamte leicht verletzt, sie konnten aber weiter arbeiten. Eine Person wurde in Gewahrsam genommen.

Gegendemo am Kesselbrink und als Online-Event

Stiller Gegenprotest mit Stühlen | Bildquelle: WDR/Niermann

Das Bielefelder Bündnis gegen Rechts hatte sich in dieser Woche entschieden, seinen Gegenprotest über einen Livestream vom Rathaus zu senden. Dort waren hunderte Stühle aufgestellt, die stellvertretend für die Gesellschaft stehen sollten.

Angesichts der hohen Infektionszahlen sei ein Protest vor Ort nicht vertretbar gewesen, so das Bündnis gegen Rechts. Bis zu 700 Zuschauer haben den Livestream gesehen. Gegen 19 Uhr ist er beendet worden.

Esdar: Rechtsextreme sind Akteure der Proteste

Schon am Nachmittag positionierten sich Fahrzeuge der Polizei vor dem Rathaus | Bildquelle: WDR/Niermann

Mit kulturellen Beiträgen und Reden sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass "organisierte Rechtsextreme maßgebliche Akteure dieser Proteste" seien, sagt Wiebke Esdar, SPD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Bündnis gegen Rechts im Vorfeld. Wie die Polizei bestätigte, waren am Freitagabend bekannte Rechtsextremisten bei der Demonstration.

Die Linke organisiert weitere Gegendemo

Die Links-Partei setzte auf Präsenz auf der Straße: Sie hatte zu einer Kundgebung am Kesselbrink aufgerufen und rechnete mit bis zu 250 Teilnehmenden. Zwischenzeitlich befanden sich nach Informationen des WDR 400 Menschen dort. Ihr Motto: Wer für Freiheit und Demokratie steht, geht nicht mit Rechtsradikalen auf die Straße. Nach WDR-Informationen hat sich die Versammlung gegen 19 Uhr aufgelöst.

Stadtbahn- und Autoverkehr blockiert

Durch die verschiedenen Demozüge wurde auch zeitweise der Verkehr gestört. Unter anderem fuhren einige Stadtbahnlinien zeitweise nicht. Die Polizei sprach in der gesamten Innenstadt von einer sehr dynamischen Lage.