Staatssekretär begrüßt einen Demonstranten

Pläne für Atommüll-Zwischenlager werden weiter verfolgt

Stand: 02.07.2022, 19:11 Uhr

Die Pläne für ein Atommüll-Zwischenlager in Würgassen sollen weiter verfolgt werden. Das erklärte die Gesellschaft für Zwischenlagerung, kurz BGZ. Seit gestern liegt ein Gutachten vor, wonach das Lager bei Beverungen überflüssig sein soll.

Gäbe es kein so genanntes Bereitstellungslager in Würgassen, würde es in Deutschland zehn Jahre länger dauern, 30 andere Standorte mit radioaktivem Müll zügig zu leeren – so die Argumentation der BGZ. Deshalb gehe man davon aus, dass die Bundesregierung bei den Plänen bleibe. Gestern hatte ein von den Landesregierungen in NRW und Niedersachsen beauftragtes Gutachten festgestellt, dass ein solches Zwischenlager nicht nötig sei, um, wie geplant, deutschen Atommüll ins Endlager nach Salzgitter zu bringen.

In Beverungen zeigte man sich hocherfreut über das Gutachten. Stadt und Bürgerinitiativen hoffen nun, dass die Pläne gestoppt werden. Laut Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, der die Studie am Donnerstagabend im Umweltausschuss in Hannover vorgestellt hat, ging es hierbei nicht allein um Würgassen, sondern um die grundsätzliche Frage, ob ein Bereitstellungslager im Umkreis von 50 bis 200 Kilometern überhaupt notwendig ist. Dafür wurden die Zeit, Transportstrecken und die Strahlenbelastung modelliert.

Atommüll-Zwischenlager in Würgassen nicht notwendig

00:42 Min. Verfügbar bis 01.07.2023


Gutachten soll Mitte Juli veröffentlicht werden

Das Ergebnis: Das Endlager Schacht Konrad kann auch ohne Bereitstellungslager betrieben werden. "Damit stellen wir die insgesamte Notwendigkeit eines Bereitstellungslagers in Frage. Und das gilt dann natürlich, klar logischerweise, auch für den Standort Würgassen", so Lies.

Das Gutachten soll Mitte Juli veröffentlicht werden. Die Bürgerinitiative "Atomfreies 3-Ländereck" sagt, das Bundesumweltministerium müsse das Vorhaben nun unverzüglich stoppen.