Abbildung zeigt das Twitter-Profil von Elon Musk auf dem Smartphone und gedruckte Twitter-Logos.

Twitter: Mitarbeiter-Exodus nach "Hardcore"-Ansage von Musk

Stand: 18.11.2022, 11:43 Uhr

Beim Kurznachrichtendienst Twitter brodelt es. Nachdem Neu-Eigentümer Elon Musk ein brachiales Job-Ultimatum gestellt hatte, verlassen viele Mitarbeiter verärgert das Unternehmen.

Eine Mail von Elon Musk an die Twitter-Belegschaft sorgt seit Mitte der Woche in der Firma für gehörigen Aufruhr. Musk hatte die Mitarbeiter kürzlich vor die Wahl gestellt, "Hardcore-Arbeit" mit langen Arbeitszeiten und "hoher Intensität" zu akzeptieren oder zu gehen. "Nur außergewöhnliche Leistung wird als ausreichend bewertet", so die Botschaft von Musk in der Mail. Den Mitarbeitern setzte er eine Frist bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit), online ein entsprechendes Arbeitsbekenntnis abzulegen. Wer das nicht tue, werde gegen eine Abfindung gekündigt.

Die Mail veranlasste offenbar viele Mitarbeiter, dem Kurznachrichtendienst den Rücken zuzukehren. Die leitende Angestellte Deanna Hines-Glasgow schrieb vor ihrer Kündigung, ihr fehlten die Worte, um auszudrücken, wie dankbar sie dafür sei, dass sie bei Twitter den "Job meiner Träume" hatte - und fügte hinzu: "Es war eine wilde Fahrt."

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Eine weitere Twitter-Angestellte, die ihren Dienst quittierte, schrieb bei LinkedIn: "Ich bin vielleicht außergewöhnlich, aber verdammt - ich bin ganz einfach nicht hardcore".

Video-Protest an Fassade der Twitter-Zentrale

Für besonderes Aufsehen sorgte auch eine Protestaktion direkt an der Twitter-Zentrale in San Francisco. Dort wurde an die Außenwand projiziert, welches wenig schmeichelhafte Image Elon Musk offenbar inzwischen bei vielen hat.

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Dennoch gibt es weiterhin Mitarbeiter, die bei Twitter bleiben wollen - für die scheidenden Kollegen und Kolleginnen gibt es jedoch respektvolle Worte: "An all die Tweeps, die entschieden haben, dass heute euer letzter Tag ist: Danke dafür, dass ihr durch Höhen und Tiefen fantastische Kollegen gewesen wart. Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was ihr als Nächstes macht", twitterte am Donnerstag Esther Crawford. Für die Plattform arbeitet sie aktuell an der Überarbeitung des Verifikationssystems.

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Hälfte der Belegschaft nicht mehr da

Seit seiner Übernahme von Twitter vor rund drei Wochen hat Musk schon der Hälfte der bis dato 7.500 Menschen zählenden Belegschaft gekündigt. Beendet wurde auch die Zusammenarbeit mit einer großen Zahl von Auftragnehmern, die unter anderem für Content-Moderation zuständig waren - also für das Aufspüren von rechtswidrigen Inhalten.

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