Ticker vom Mittwoch (24.06.2020) zum Nachlesen

  • Brände unter Autos von rumänischen Schlachthof-Arbeitern gelegt
  • Erste Erkenntnisse über Ursachen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies
  • 17 Mitarbeiter von Dönerfleischproduzent in Moers positiv getestet
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker
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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Feuer unter Autos von Schlachthof-Arbeitern gelegt

Die Polizei in Warendorf sucht nach Zeugen, die beobachtet haben, wie vier Personen versuchten, zwei Autos rumänischer Schlachthof-Arbeiter anzuzünden. Die Unbekannten wurden in der Nacht von Montag (22.06.2020) auf Dienstag (23.06.2020) in Beckum im Kreis Warendorf gesehen, wie sie unter den Autos mit rumänischem Kennzeichen Feuer legten.

Laut Polizei konnten die Feuer gelöscht werden, ehe größerer Schaden entstand. Eine Zeugin beobachtete, wie zwei junge Männer und zwei Frauen wegrannten.

Belüftung bei Tönnies könnte Corona-Ausbruch verstärkt haben

Wie konnte es zu dem massiven Ausbruch des Coronavirus in der Schlachterei von Tönnies kommen? Mit dieser Frage hat sich Martin Exner beschäftigt. Der Hygiene-Professor von der Uni Bonn war zur Ursachenforschung am Wochenende in der Fleischfabrik. Auf einer Pressekonferenz hat er heute eine wichtige Erkenntnis vorgestellt: Die Belüftungsanlage habe sich als neuer "Risikofaktor" herausgestellt. Demnach könnten die Coronaviren von infizierten Mitarbeitern über die Umluft verbreitet worden sein.

Brinkhaus verlangt Aufklärung über Corona-Ausbruch bei Tönnies

Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der CDU spricht | Bildquelle: WDR

"Die Situation in meinem Heimatkreis macht mich unglaublich traurig", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, dem "Westfalen-Blatt". Er verlangte eine lückenlose Aufklärung des Corona-Ausbruchs beim Fleischproduzenten Tönnies in seinem Wahlkreis. Es gebe eine hohe Verantwortung, "dass sich das Pandemiegeschehen nicht noch auf weitere Regionen in Deutschland und Europa auswirkt". Daher brauche man schnellstmögliche Aufklärung über die Vorgänge in der Fleischfabrik.

17 Mitarbeiter von Dönerfleischproduzent in Moers positiv getestet

Bei einer Dönerfleischproduktion in Moers bei Duisburg sind 17 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtete der Kreis Wesel. Insgesamt habe der Betrieb 275 Mitarbeiter. Die Infizierten seien in Quarantäne, das gelte vorsorglich auch für 43 weitere Personen.

Am Mittwoch seien alle anwesenden Mitarbeiter des Dönerproduzenten getestet worden, teilte der Kreis mit. Die Ergebnisse lagen noch nicht vor. Der Betrieb wurde vorläufig geschlossen. Einige wenige Mitarbeiter dürften aber in den nächsten Tagen noch unter Auflagen "bereits angelieferte Frischware weiterverarbeiten, um zu vermeiden, dass diese verdirbt", so der Kreis. Der Betrieb habe ein "hervorragendes Hygienekonzept".

Seehofer bittet Österreich um Entschärfung der Reisewarnung

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will, dass die österreichische Regierung ihre Entscheidung überdenkt, eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen auszusprechen. Nehammer solle Bundeskanzler Sebastian Kurz fragen, "ob man Reisewarnungen so lokalisieren kann, dass man sie auf die Hotspots konzentriert".

Die Warnung bedeutet laut Regierung in Wien, dass keine Reisen nach NRW unternommen werden und Österreicher, die sich bereits dort befinden, Kontakt zu ihrer Botschaft aufnehmen sollten. Zudem werde es vorerst keine direkten Flüge zwischen Österreich und Nordrhein-Westfalen geben. Immerhin äußerte Nehammer Vertrauen in die deutschen Behörden.

Erste Klage gegen Lockdown im Kreis Gütersloh

Gegen den eingeschränkten "Lockdown" im Kreis Gütersloh ist am Oberverwaltungsgericht des Landes NRW eine Klage eingegangen. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock verlangt nach Angaben einer Gerichtssprecherin die rechtliche Überprüfung einer Landesverordnung.

Der Antragsteller will im Rahmen einer sogenannten Normenkontrollklage klären lassen, warum die Beschränkungen auch Orte betreffen, die von dem Corona-Ausbruch nicht betroffen sind. Eine Entscheidung wird in dieser Woche nicht erwartet.

Axel Prahl zieht seine Drehpause wegen Corona vor

Die durch die Coronakrise verursachte Drehpause hat für Tatort-Schauspieler Axel Prahl auch Positives gebracht. "Ich wollte ja 2021 eine kleine Pause machen. Diese habe ich jetzt quasi vorgezogen", sagte der 60-Jährige. Mit seinem Schauspielkollegen Jan Josef Liefers steht Prahl derzeit wieder für einen Münster-Tatort vor der Kamera. Am Set gelten wie in der gesamten Branche besondere Hygiene-Regeln. Prahl und Liefers waren zum Beispiel auch mit Mund-Nasen-Schutz-Masken am Set zu sehen.

Bund schickt Schutzausrüstung nach Gütersloh

Im Kampf gegen den Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hilft der Bund mit Nachschub an Schutzausrüstung. Es sollen 20.000 Masken, 10.000 Kittel, 10.000 Handschuhe, 1.000 Schutzbrillen und 200 Liter Desinfektionsmittel geliefert werden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Damit sollen 90 Einsatzkräfte für drei Wochen ausgestattet werden können.

Behörden treffen Tönnies-Arbeiter nicht zuhause an

Laut WDR-Informationen haben die Behörden im Kreis Gütersloh knapp 20 Prozent aller Tönnies-Arbeiter bisher nicht in ihren Wohnungen antreffen können. Grund ist offenbar die schlechte Datenlage der Schlachtfabrik über die Adressen der Arbeiter, die bei Subunternehmen angestellt sind. Wo sie sich aufhalten, sei unklar. Eventuell seien sie auch "nur" umgezogen, wie es hieß.

Reisegruppe aus Gütersloh zurückgeschickt

So stellt sich wohl niemand seinen Urlaub vor: Eine Reisegruppe aus Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen worden. Wie ein Sprecher des Landkreises Rostock mitteilte, war die Gruppe am Sonntag (21.06.2020) angereist.

Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei der Anreise der Gruppe nicht sicher feststand, ob Gütersloh bereits ein Risikogebiet war. Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hätten dem Hotel auf Grundlage der Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurückzuschicken. Die Gäste konnten keinen negativen Corona-Test vorweisen.

Tönnies-Ausbruch mit Ischgl nicht vergleichbar

Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie warnt vor Vergleichen des Corona-Ausbruchs im Tönnies-Schlachbetrieb und dem Geschehen im Tiroler Wintersportort Ischgl Anfang März. Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten gibt, so sei der Ausbruch nicht vergleichbar.

In Ischgl hatten sich im März Dutzende Skifahrer mit dem Coronavirus infiziert. | Bildquelle: WDR/SWR

"Im Unterschied zu Ischgl handelt es sich in Gütersloh um ein Geschehen in einem Großbetrieb“, erklärte Zeeb. Das Problem an Ischgl war, dass "die Angesteckten häufig schon abgereist waren, bevor sie selbst Symptome entwickelten", ergänzte der Direktor des Instituts für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik am Universitätsklinikum Halle, Rafael Mikolajczyk. Deshalb sei der Ausbruch in Gütersloh schneller in den Griff zu bekommen.

Hilfspakete für unter Quarantäne stehende Arbeiter

Die Gewerkschaften in Ostwestfalen-Lippe rufen Bürger dazu auf, Pakete für unter Quarantäne stehende Mitarbeiter von Tönnies zusammenzustellen. Damit solle Solidarität gezeigt werden, so der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Ostwestfalen-Lippe.

Die Pakete könnten mit Snacks, Getränken und Unterhaltungsmaterial gefüllt werden. "Gerne kann auch eine Karte mit einer persönlichen Botschaft, die Mut macht und Solidarität zum Ausdruck bringt, in das Päckchen gelegt werden", hieß es in einer Mitteilung des DGB. Bürger können ihre Pakete am Freitag beim DGB-Beratungsbüro "Faire Mobilität" in Rheda-Wiedenbrück abgeben. Die Pakete sollen dann am Wochenende verteilt werden.

Noch mehr Polizei nach Gütersloh

Die Polizei in Bielefeld schickt drei Hundertschaften in die besonders betroffenen Landkreise Gütersloh und Warendorf. Sie sollen helfen, die Quarantäne-Anordnungen durchzusetzen. Das Ordnungsamts war mit dieser Aufgabe überfordert. "Wir bringen ordentlich Personal vor Ort", sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwoch (24.06.2020). Bislang waren nur Teile einer Hundertschaft im Einsatz.

Thüringen hat kein Problem mit Urlaubern aus Gütersloh

Das Bundesland Thüringen plant keine Einreisebeschränkungen für Menschen aus Corona-Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh. Das sagte Gesundheitsministerin Heike Werner dem MDR. "Solche Ausbrüche waren bislang immer lokal begrenzt - hier bei uns waren es etwa Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser", so die Linken-Politikerin. Solche Ausbrüche könnten schnell wieder unterbunden werden. "Dafür einen ganzen Kreis oder eine ganze Stadt in Sippenhaft zu nehmen und einen Urlaub zu verhindern, finde ich schwierig. Das ist nicht die Variante, die ich für angemessen halte."

"Wir setzen darauf, dass hier Hygienestandards und Infektionsschutzkonzepte eingehalten werden", sagte Werner. Sollte es einen lokalen Ausbruch geben, müssten die Gesundheitsämter schnell arbeiten und die Kontakte nachverfolgen: "Insofern halten wir es nicht für gerechtfertigt, Familien den Urlaub zu vermiesen."

Bulgarien will zurückgereiste Tönnies-Mitarbeiter finden

Bulgarien macht sich auf die Suche nach heimgekehrten Tönnies-Mitarbeitern. So soll eine mögliche weitere Verbreitung des Coronavirus vermieden werden. "Wir haben Daten zu einigen von ihnen und werden aktiv versuchen, sie zu finden", sagte der Oberste Inspektor für Gesundheit in Sofia, Angel Kuntschew. Dies sei allerdings "nicht der effektivste Mechanismus", räumte er ein.

An der bulgarischen Grenze könnten die Behörden nicht erfahren, wer genau woher komme, falls die Einreisenden das nicht selbst angäben, sagte Kuntschew. Zudem müssten Einreisende aus Deutschland in Bulgarien nicht mehr in Quarantäne.

Weiteres Beherbergungsverbot für Menschen aus Kreis Gütersloh

Die Vorfreude auf einen Nordseeurlaub dürfte für viele Menschen im Kreis Gütersloh schlagartig beendet sein. Auch Niedersachsen hat ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region erlassen - wenige Tage vor Beginn der Schulferien.

"Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh", sagte eine Regierungssprecherin heute Morgen.

Außerdem wurden Lehrkräfte aus dem Raum Gütersloh und Warendorf, die an niedersächsischen Schulen unterrichten, aufgefordert, zunächst zu Hause zu bleiben. "Es geht uns nicht um Diskriminierung", so die Sprecherin, sondern darum, möglichst punktuell zu reagieren und Niedersachsens Wirtschaft zu schützen.

Bundesländer uneins: Quarantäne für Reisende aus Hotspots?

Sollen Menschen aus Corona-Hotspots, die ihren Landkreis oder ihre Stadt verlassen, woanders in Deutschland zunächst in eine zweiwöchige Quarantäne? Diese Regelung gilt schon jetzt in Schleswig-Holstein - und soll nach Wunsch der dortigen Regierung auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Nach einer Telefonkonferenz der Gesundheitsminister der Länder zeichnet sich nach Angaben des Ressorts in Schleswig-Holstein allerdings bislang keine bundesweite Regelung ab. Die Forderung aus dem Norden kam im Zuge der massenhaften Corona-Neuinfektionen im Kreis Gütersloh auf.

Österreich warnt offiziell vor Reisen nach NRW

Nordrhein-Westfalen ist nach Ansicht der österreichischen Regierung ein Bundesland, das Reisende derzeit meiden sollten. Wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz der Nachrichtenagentur APA bestätigte, hat seine Regierung für NRW eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz | Bildquelle: Reuters/Lisi Niesner

Kurz betonte demnach, dass das neuartige Coronavirus "nicht verschwunden" sei und die Menschen "weiter wachsam" bleiben müssten. Schließlich zeige der Fall Tönnies im Nachbarland, "wie schnell es zu weiteren dramatischen Situationen kommen kann".

Maskenpflicht in Münster für Menschen aus betroffenen Kreisen

Wer aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf nach Münster kommt, muss seit heute eine Mund-Nase-Maske tragen, und zwar überall dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Mit dieser Regelung reagiert die Stadt Münster auf die neuen strengen Corona-Auflagen in den beiden Kreisen.

Das gilt nicht nur für den öffentlichen Raum, sondern auch am Arbeitsplatz. Das Gleiche gilt für Menschen, die in Münster wohnen und sich regelmäßig im Raum Gütersloh und Warendorf als Berufspendler aufhalten. Die Maßnahmen sollen bis 1. Juli gelten.

Ab heute strenge Auflagen für Kreise Gütersloh und Warendorf

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gelten ab heute wieder strenge Corona-Auflagen. Im öffentlichen Raum dürfen sich die Menschen eine Woche lang nur noch mit Personen des eigenen Hausstands bewegen oder zu zweit.

Außerdem müssen Museen, Kinos, Fitnessstudios, Hallenschwimmbäder und Bars wieder geschlossen bleiben. Hintergrund für diesen regionalen, abgeschwächten "Lockdown" ist der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Reda-Wiedenbrück.

Schüler kritisieren Landesregierung wegen Abi-Party-Regeln

Schüler in NRW werfen der Landesregierung vor, die Corona-Regeln zu Abi-Partys zu spät erlassen zu haben. "Wir hätten uns eine transparentere und frühere Entscheidungsfindung gewünscht", sagte Sophie Halley vom Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW.

Seit Samstag (20.06.2020) sind nach der neuen Corona-Schutzverordnung unter Auflagen Abschluss- und Abi-Partys erlaubt. Viele Stufen hätten schon vor Monaten angefangen, ihre Abi-Partys zu planen, sagte Halley. Nach dem Verbot von Großveranstaltungen seien sie dann mehrheitlich abgesagt worden.

"Jetzt hätte man sie aber doch feiern können", so die Schülervertreterin. "Jetzt ist es aber zu spät."

Bund beschließt Entlastung für Kommunen in Milliardenhöhe

Deutschlands Städte und Gemeinden fürchten aufgrund der Corona-Krise um ihre Einnahmen. Heute hat die Bundesregierung beschlossen, die Kommunen in diesem Jahr um etwa 14 Milliarden Euro entlasten. Dazu brachte das Kabinett zwei weitere Vorhaben aus dem Konjunkturpaket auf den Weg.

Corona-Ausbruch bei Wiesenhof-Schlachterei

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies ist nun auch ein Schlachthof der Geflügel-Marke Wiesenhof in Wildeshausen bei Bremen betroffen. Beim Test von 50 Personen habe es bei knapp der Hälfte ein positives Ergebnis gegeben, teilte der Landkreis Oldenburg mit.

Das Unternehmen Geestland Putenspezialitäten, zu dem die Beschäftigten gehören, will nun alle 1.100 Mitarbeiter auf Covid-19 testen lassen. Die Firma gehört mehrheitlich der PHW-Gruppe, der auch die Marke Wiesenhof gehört.

Aachener Hochschule forscht zu sicheren Gesichtsmasken

Forscher der Technischen Hochschule in Aachen sind dabei, Gesichtsmasken zu entwickeln, die Corona-Viren unschädlich machen sollen. Die Masken sind aus Stoff mit einer speziellen Beschichtung. Wenn Viren darauf treffen, werden sie nach Angaben der Forscher zerstört.

Die Masken sind außerdem wiederverwertbar. Sie sollen in rund vier Wochen auf den Markt kommen. Außer dem Institut für Textiltechnik ist auch das Institut für Tier- und Umwelthygiene der Freien Universität Berlin an dem Forschungsprojekt beteiligt.

Österreich will wieder Fans ins Stadion lassen

Wann finden Bundesliga-Spiele wieder vor großem Stadion-Publikum statt? Das fragen sich in Deutschland viele Fans, die nun aufmerksam auf Österreich schauen dürften.

Denn dort dürfen offenbar bald wieder Zuschauer ins Stadion. Vizekanzler Werner Kogler hat in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" angekündigt, dass ab August pro Spiel 1.250 Menschen dabei sein dürfen. Ab September sollen demnach dann bis zu zehntausend Fußballfans ins Stadion.

Bundesgesundheitsminister verteidigt Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Corona-Auflagen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verteidigt. Nach der Masseninfektion bei Tönnies sei es "wichtig, jetzt auch entschlossen und entschieden dieses Geschehen einzudämmen", sagte er heute im ARD-"Morgenmagazin".

"Ich verstehe sehr gut, dass es Enttäuschungen, Sorgen, ja auch Wut gibt", so Spahn. Umso wichtiger sei es, deutlich zu machen, dass die Maßnahmen zum Schutz von allen erlassen wurden.

Infektiologin: Strenge Corona-Auflagen für ganz NRW möglich

Die Kölner Infektiologin Clara Lehmann schließt nicht aus, dass die für die Kreise Gütersloh und Warendorf verhängten Corona-Auflagen in nächster Zeit auf ganz NRW ausgedehnt werden. Das Infektionsgeschehen werde sich wahrscheinlich nicht nur auf den Fleischkonzern Tönnies konzentrieren, sagte sie am Dienstag (23.06.2020) in der "Aktuellen Stunde".

Möglicherweise sei das Virus bereits weiter in die Bevölkerung hineingetragen worden. Um das herauszufinden, müsse es jetzt so viele Tests wie möglich geben. Sollten sich Hinweise auf eine weitere Durchseuchung der Bevölkerung ergeben, müsse möglichst rasch gehandelt und ein "Lockdown" verhängt werden.

Wegen Fall Tönnies: Relegations-Rückspiel in Verl untersagt

Der Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh bringt auch den Aufstieg in die dritte Fußball-Liga durcheinander. Leidtragender ist vor allem der westfälische Regionalligist SC Verl, der sein Relegations-Rückspiel gegen Lok Leipzig nicht wie geplant am 30. Juni daheim austragen darf.

Darüber wurde der Klub aus Verl am Dienstagabend (23.06.2020) von der NRW-Landesregierung informiert. Hintergrund ist, das Lok-Trainer Wolfgang Wolf einen Fan-Ansturm aus Sachsen vermutet hatte.

Laumann weist Kritik wegen Gütersloh und Warendorf zurück

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat in einem "ARD extra" am Dienstagabend (23.06.2020) die Kritik zurückgewiesen, die Landesregierung habe zwei Tage zu spät den "Lockdown" in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt. Man müsse solche Beschränkungen gut begründen können, sagte Laumann.

Kritik an Landesregierung: Nach Fall Tönnies zu spät reagiert

Der Oppositionsführer im Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), und Virologe Alexander Kekulé von der Uniklinik Halle/Saale kritisierten, dass die neuen strengen Auflagen für die Kreise Gütersloh und Warendorf zu spät gekommen seien.

Die Auflagen seien "überfällig", sagte Kekulé am Dienstag (23.06.2020) bei WDR 2. Problem sei nun: "Wir wissen nicht, wie viele Menschen außerhalb dieser Fabrik infiziert wurden."

Bundesregierung beschließt Schutzschirm für Lehrstellen

Die Bundesregierung hat eine Prämie für Unternehmen auf den Weg gebracht, die auch in der Corona-Krise ausbilden. Für den Schutzschirm für Lehrstellen sind 500 Millionen Euro vorgesehen. Geld sollen Unternehmen bekommen, die von der Krise betroffen sind, ihre Lehrstellenzahl aber trotzdem halten oder sogar erhöhen.

Ökonom: "Lockdown" für Kreis Gütersloh sorgt für hohe Kosten

Mit der erneuten Verschärfung der Kontaktregeln kommen enorme Kosten auf die Kreise zu. Allein für den Kreis Gütersloh fallen vermutlich rund 22 Millionen Euro pro Tag an "Lockdown"-Kosten an, erklärte der Ökonom Jens Südekum von der Uni Düsseldorf - ebenfalls am Dienstagabend - in der "Aktuellen Stunde".

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hatten die Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh und auch im Nachbarkreis Warendorf am Dienstag massiv eingeschränkt.

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