Ticker vom Montag (08.06.2020) zum Nachlesen

  • Corona-App soll nächste Woche kommen
  • Kitas in NRW wieder für alle Kinder geöffnet
  • Neue Belege für Wirksamkeit der Maskenpflicht
  • Elternverband kritisiert NRW-Schulministerium
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker
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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Corona-App soll nächste Woche kommen

Die Corona-Warn-App soll in der kommenden Woche vorgestellt werden. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an. "Diese Zeit brauchten wir für die Entwicklung, weil wir hohe Anforderungen stellen: Die App muss auf allen Endgeräten genutzt werden können und soll beispielsweise auch dann messen, wenn man mit dem Handy Musik hört", sagte Spahn der "Rheinischen Post". Die App müsse strenge Vorgaben beim Datenschutz, der Datensicherheit und bei der Energieeffizienz erfüllen.

Kitas in NRW wieder für alle Kinder geöffnet

Seit heute sind die Kindertagesstätten in NRW wieder für alle Kinder geöffnet. Einen normalen Betrieb gibt es allerdings noch nicht, sondern einen "eingeschränkten Regelbetrieb". Grundsätzlich werden die Kinder dabei wöchentlich zehn Stunden weniger betreut als ursprünglich gebucht. Je nach Räumlichkeit und Personal können Kitas aber auch mehr oder weniger Betreuung anbieten.

Kritik an drei Millionen "Bastel-Sätzen" für Corona-Masken in Kitas

Ein von der Landesregierung verteilter "Bastel-Satz" für Mund-Nasen-Masken sorgt für Kritik von Kitas. Das NRW-Gesundheitsministerium bestätigte heute, dass zum Start des Regelbetriebs auch drei Millionen Masken ausgeteilt wurden, die "noch zu montieren sind". Die "WAZ" berichtete von Empörung bei Mitarbeiterinnen eines Kindergartens in Marsberg, die sich zu "Basteltanten" degradiert fühlten. "Das ist keine Wertschätzung", zitierten zudem die "Aachener Nachrichten" die Leiterin einer Kita in Düren.

Vorige Woche seien insgesamt rund zwei Millionen "gebrauchsfertige" Masken mit europäischem FFP2-Standard sowie drei Millionen OP-Masken an die 186 Jugendämter ausgeliefert worden, berichtete das Ministerium. Bei letzteren müssten die Gummibänder noch mit dem Schutzstoff verbunden werden. Das Ministerium betonte, die Masken sollten den rund 10.000 Kitas kostenlos und unbürokratisch zu Verfügung gestellt werden. Pro Mitarbeiter seien 20 gebrauchsfertige Masken und weitere etwa 30 Mund-Nase-Schutzbedeckungen ausgegeben worden.

NRW-Verbände an Merkel: Behinderte Schüler vergessen

Bei der schrittweisen Öffnung der Schulen bleiben NRW-Verbänden zufolge viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen außen vor. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierten die Landeselternkonferenz (LEK) NRW und zahlreiche weitere Vereine: "Wir erfahren von immer mehr Fällen, in denen Schulen einzeln oder gruppenweise ihren Schülern mit geistigen, aber auch körperlichen Behinderungen den Zutritt zur Schule verweigern." Die schwarz-gelbe Landesregierung kommuniziere hier "nicht deutlich und öffentlich" und überlasse die betroffenen Kinder und Jugendlichen damit faktisch "einer willkürlichen Ausgrenzung".

Die Schulen begründeten die Ausschlüsse unter anderem mit der "zutiefst diskriminierenden Behauptung, Schüler mit geistigen Behinderungen seien pauschal unfähig zum Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln", hieß es in dem heute veröffentlichten Schreiben. Manche Familien seien durch Schulausfall und "gleichzeitigen Wegfall sämtlicher Unterstützungssysteme" schon seit über zwei Monaten auf sich allein gestellt.

Elternverband kritisiert Schulministerium

Die Landeselternschaft der Gymnasien hat in die Informationspolitik des NRW-Schulministeriums heftig kritisiert. Die Eltern seien "enttäuscht, wütend und frustriert", sagte die Vorsitzende, Jutta Löcher, heute in Düsseldorf. Laut einer Blitzumfrage der Lehrerelternschaft unter Rektoren von Gymnasien fühle sich auch Großteil der Schulleiter vom Ministerium schlecht informiert.

An der Umfrage hatten sich 240 Leitungen von Gymnasien beteiligt. Die Hauptkritik der Eltern zielt auf ein fehlendes Konzept, wie die in der Coronakrise entstandenen Unterrichtslücken geschlossen werden sollen.

44 Neuinfektionen in NRW

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen in NRW ist binnen eines Tages um nur 44 Fälle angestiegen. Das geht aus den Montagszahlen des NRW-Gesundheitsministeriums hervor. Entsprechend stieg damit die Zahl aller Fälle im bevölkerungsreichsten Bundesland seit Beginn der Pandemie auf 38.658. Aktuell sind in NRW rund 1.920 Menschen infiziert. Im Vergleich zum Vortag gab es dem Ministerium zufolge keine neuen Todesfälle von Corona-Infizierten. Es meldeten sich zudem keine weiteren Infizierten als genesen.

Ein Ministeriumssprecher sagte, dass das Infektionsgeschehen deutlich an Dynamik verloren habe. Innerhalb einer Woche gab es den Angaben zufolge landesweit 577 Neuinfektionen. Die Zahl derer, die bis Montag infiziert waren, ist um rund 670 Fälle gesunken: Am 2. Juni gab es noch rund 2.590 Fälle.

WHO sieht weltweite Zuspitzung der Pandemie

Die Corona-Pandemie spitzt sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu. Während sich die Lage in Europa verbessere, verschlechtere sie sich im weltweiten Maßstab, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus heute bei einer virtuellen Pressekonferenz in Genf.

Weltweit wurden bislang rund sieben Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und mehr als 400.000 Todesfälle registriert. Vor allem in Südamerika nahm die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den vergangenen Wochen rapide zu.

"Epidemische Lage" wird wohl nicht verlängert

Im Landtag ist zurzeit keine parlamentarische Mehrheit für eine Verlängerung der "epidemischen Lage" in NRW in Sicht. Das ergaben Recherchen der Deutschen Presse-Agentur. Der Zustand war am 14. April für zunächst zwei Monate ausgerufen worden und müsste daher ab dem 14. Juni verlängert werden. Die meisten Fraktionen sprachen sich heute offen dagegen aus.

Die "epidemische Lage" ist Voraussetzung für die weitreichenden Befugnisse der Landesregierung im Rahmen des Pandemie-Gesetzes. Es macht es im absoluten Notfall zum Beispiel möglich, Krankenhausträger zu mehr Behandlungskapazitäten zu verpflichten.

In einem aktuellen Bericht hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mitgeteilt, dass die Möglichkeiten des Gesetzes "bisher kaum genutzt werden mussten". Akut sei eine Überforderung des Gesundheitssystems auch nicht in Sicht. Dennoch könne dies für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

160 Anzeigen gegen Lounge-Gäste

Sie feierten ohne Mindestabstand und Mundschutz: In einer Lounge-Bar in Essen hat die Polizei am Wochenende eine Party mit mehr als 160 Beteiligten aufgelöst. Bereits vor dem Lokal war der Polizei am Freitagabend eine größere Gruppe aufgefallen. Im Inneren war dann der gesamte Raum mit Menschen gefüllt. Sowohl Gäste als auch Servicepersonal und Betreiber hätten dabei keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, berichtete die Polizei heute.

Einige Gäste hätten noch versucht, über den Notausgang zu fliehen, jedoch ohne Erfolg. Die Polizei nahm von allen die Personalien auf und schrieb mehr als 160 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Die Lounge wurde für diesen Abend geschlossen und der 38 Jahre alte Betreiber nochmals auf die Corona-Schutzverordnung hingewiesen. Bei einer Kontrolle am Samstag konnten die Beamten dann keine weiteren Verstöße feststellen.

Forscher finden neue Belege für Wirksamkeit der Maskenpflicht

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen die Wirksamkeit einfacher Mund-Nasen-Masken. Forscher aus Mainz, Darmstadt, Kassel und Dänemark haben dazu den Infektions-Verlauf in Jena mit dem anderer deutscher Kommunen verglichen.

Jena hatte bereits Anfang April als erste größere deutsche Stadt eine Maskenpflicht angeordnet, worauf die Zahl der Neuinfektionen drastisch zurückgegangen war. Die Wissenschaftler hätten nun ermitteln können, dass der Rückgang tatsächlich eine Folge dieser Maßnahme gewesen sei, teilte die Universität Mainz heute mit.

Studierenden-Protest wegen fehlender Unterstützung

Geschlossene Hochschulen, beschränkter Zugang zu Uni-Bibliotheken und fehlende finanzielle Überbrückungshilfen - viele Studierende fühlen sich in der jetzigen Phase der Corona-Krise vernachlässigt. Deshalb wollen sie heute bundesweit demonstrieren. Unter anderem fordern sie mehr Unterstützung bei der Planung und Organisation ihres Studiums in der jetzigen Ausnahmesituation.

Nahverkehrszüge wieder voller

Die Auslastung der Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn in NRW nimmt nach dem coronabedingten Einschnitt wieder zu. Nach Angaben von Regionalleiter Frederik Ley liegt sie mittlerweile bei 40 bis 45 Prozent der normalen Werte vor der Corona-Krise. Zu Beginn des Lockdowns habe sie zeitweise nur 10 bis 15 Prozent betragen, sagte Ley heute in Essen.

Grund für die nach wie vor verringerte Nutzung der Züge sei etwa das Homeoffice, in dem noch viel Arbeitnehmer arbeiteten. "Auch die Freizeitverkehre haben noch nicht so zugenommen. Es fehlt noch die Normalität." Die Bahn hoffe, bis zum Jahresende rund 90 Prozent der normalen Auslastung wieder erreicht zu haben. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) warb heute am Essener Hauptbahnhof für eine verstärkte Nutzung der Bahn. "Ich möchte, dass die Leute wieder Bahn fahren - zu Recht mit einem guten Gefühl", sagte Wüst. "Die Menschen sollen wissen, dass Bahnfahren auch in Zeiten von Corona eine saubere und sichere Sache ist."

11,5 Millionen Euro für Theater und Orchester in NRW

Die NRW-Landesregierung hat eine Förderung in Höhe von 11,5 Millionen Euro bereitgestellt, um die kommunalen Theater und Orchester im Land für die Zeit nach der Corona-Krise zu stärken. Das gab das Ministerium für Kultur und Wissenschaft heute bekannt. Im Rahmen des Programms "Neue Wege" erhalten 15 Häuser über den Zeitraum von drei Jahren Mittel "für den Aufbau und die Weiterentwicklung von neuen Strukturen oder besonderen künstlerischen Schwerpunkten".

Die Häuser hätten sich in den vergangenen Wochen "enorm flexibel und kreativ den Herausforderungen der Corona-Pandemie gestellt", sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. "Gleichzeitig mussten sie schwere Einschnitte hinnehmen, sowohl bei ihrer künstlerischen Arbeit als auch bei den Einnahmen. In diesen Zeiten ist es besonders wichtig, Zeichen der Unterstützung und der Wertschätzung zu setzen.“

Galeria Karstadt Kaufhof teilweise geschlossen

In den meisten Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof haben Kunden am Morgen vor verschlossenen Türen gestanden. Wegen einer Betriebsversammlung öffneten viele Häuser später. Die Gewerkschaft Verdi berichtet, dass unter anderem die Filialen in Bochum und Gelsenkirchen später geöffnet haben. Die Mitarbeiter hatten gehofft, über die Schließungspläne und den Stellenabbau informiert zu werden. Aber auch nach den Betriebsversammlungen am Nachmittag herrscht Unklarheit. Bis zu 80 Filialen sollen geschlossen werden. Tausende Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Deutsche Produktion bricht ein

Deutsche Unternehmen haben ihre Produktion im April angesichts der Corona-Krise stark gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorgern stellten zusammen 17,9 Prozent weniger her als im Vormonat, teilte das Statische Bundesamt heute mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen Einbruch von 25,3 Prozent.

"Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991", hieß es. "Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu. "Mit der schrittweisen Lockerungen der Schutzmaßnahmen und der Wiederaufnahme der Produktion in der Automobilindustrie setzt nun die wirtschaftliche Erholung ein." Der Weg dürfte aber steinig werden: Der exportabhängigen Industrie brachen die Aufträge im April in Rekordtempo weg. Sie fielen um 25,8 Prozent niedriger aus als im März.

Fahrschulen protestieren in Düsseldorf

Mit einer Sternfahrt haben die nordrhein-westfälischen Fahrschulen heute in Düsseldorf protestiert. Treffpunkt war der Messeparkplatz, von dort ging es zum Landtag, wo sie später Beschwerden und Unterschriften an Verkehrsminister Hendrik Wüst übergaben. Sie fordern unter anderem eine schnellere Terminvergabe bei Fahrprüfungen. In den vergangenen Wochen und Monaten habe der TÜV nur rund ein Viertel der benötigten Prüfungstermine vergeben.

Mehr Plastikmüll in Privathaushalten

Der Plastikmüll hat in der Corona-Krise zugenommen. In der gelben Tonne von Privathaushalten landen seit März etwa zehn Prozent mehr Verpackungsabfälle, teilte das in Köln sitzende Recyclingunternehmen "Der Grüne Punkt" mit. Auch wenn im Gewerbebereich weniger Müll angefallen sei, sei die Menge an Kunststoffmüll damit insgesamt gestiegen.

Wie aus der jüngsten Abfallbilanz des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, gab es beim Verpackungsmüll aus Privathaushalten zuletzt einen Abwärtstrend: Im Vergleich zu 2015 sank das Abfallaufkommen in diesem Bereich in den Jahren 2016 und 2017.

Wege aus der Plastikflut Planet Wissen 29.05.2020 58:53 Min. Verfügbar bis 29.05.2025 SWR

Neuseeland offiziell Corona-frei

Neuseeland hat das Coronavirus nach eigenen Angaben besiegt. Wie das Gesundheitsministerium am Montag bekanntgab, hat der letzte Patient im Land, eine Frau aus Auckland, seit 48 Stunden keine Symptome mehr und gilt als genesen. Sie dürfe nun aus der Isolation entlassen werden. Da es damit keinen einzigen aktiven Infektionsfall mehr in Neuseeland gibt, werde man die Corona-Einschränkungen aufheben, kündigte die Regierung an.

Zahl der weltweiten Todesopfer von Covid-19 übersteigt 400.000

Die Zahl der Todesopfer des Coronavirus hat weltweit 400.000 überstiegen. Dies ging am Sonntag aus der laufenden Zählung der Johns-Hopkins-Universität hervor, die Experten zufolge nicht alle Toten erfasst, weil viele Verstorbene nicht auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Mehr als 6,9 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit mit dem Virus infiziert. In Europa hat es mehr als 175.000 Todesfälle mit einem bestätigten Zusammenhang mit dem Virus gegeben und in den USA fast 110.000, seit das Virus Ende vergangenen Jahre in China auftauchte.

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