Große Mengen an Wasser fließen durch die Wupper.

Ein Jahr nach der Flut: Noch immer etliche Schäden an Infrastruktur

Stand: 13.07.2022, 12:00 Uhr

Noch immer gibt es im Bergischen Land etliche Schäden an der Infrastruktur von Städten und Kreisen. Dabei sind vor allem Brücken und Straßen betroffen. Die Reparatur dürfte Jahre dauern.

Von Julian Nothen

Ein Jahr nach der Flut - immer noch kaputte Straßen und Brücken im Bergischen

00:30 Min. Verfügbar bis 13.07.2023 Von Julian Nothen


Kaputte Brücken, abgesackte Böschungen oder beschädigte Gebäude: Insgesamt gibt es im Bergischen noch immer knapp einhundert Hochwasserschäden an der Infrastruktur von Städten und Kreisen. Das zeigt eine WDR-Recherche. Besonders betroffen sind demnach das Städtedreieck und der Rheinisch-Bergische Kreis.

Brücken stellen dabei das größte Problem dar. Allein in Solingen gab es nach der Flut 70 beschädigte Bauwerke. Sie alle wurden im Nachgang untersucht und ihr Zustand aufgenommen. 14 davon wurden inzwischen wieder instand gesetzt, an mehreren Orten laufen zudem aktuell die Arbeiten. Ähnlich sieht es auch im Rest der Region aus. Auch in Leichlingen, Wipperfürth oder Velbert gibt es weiterhin beschädigte Brücken.

Beschädigte Gebäude sorgen für viel Aufwand

Große Sorgen bereiten den Städten und Kreisen auch beschädigte Gebäude. In Wuppertal etwa kann die Bühnentechnik im Opernhaus noch immer nicht voll genutzt werden, der Kindergarten in Solingen Unterburg ist weiterhin so beschädigt, dass er nicht mehr genutzt werden kann.

In Leichlingen wurden durch das Hochwasser knapp 20 städtische Gebäude überflutet - so etwa das Rathaus und zwei Schulen. Bei der Sekundarschule laufen die Arbeiten, nach den Ferien sollen die ersten betroffenen Räume wieder genutzt werden können. Die weiteren Arbeiten könnten aber Jahre dauern.

Wiederaufbau wird Jahre dauern

Der Wiederaufbau stellt sich für die Städte dabei teils als große Herausforderung dar. Zum einen mussten sie die Schäden für den sogenannten Wiederaufbaufonds anmelden, zum anderen kommen eh schon vorhandene Probleme hinzu - etwa bei der Handwerkersuche, Materialmangel und steigenden Baukosten. Das berichtet etwa der Rheinisch-Bergische Kreis.

Unter anderem deshalb gehen die Städte und Kreise meist auch davon aus, dass die Beseitung aller Schäden noch Jahre dauern wird. Der Rheinisch Bergische Kreis rechnet etwa frühstens 2023 damit, die Stadt Wipperfürth sogar erst in fünf Jahren. Die Kosten sind dabei noch nicht überall komplett zu überblicken. Sie liegen in den meisten Städten aber im Millionenbereich.