Hilflos in Kölner Seilbahn

Hilflos in Kölner Seilbahn

  • Ursache für Notfall an Kölner Seilbahn noch unklar.
  • Windstärke wurde als nicht bedenklich eingestuft.
  • 65 Passagiere am Sonntag gerettet.
  • Bahn bleibt zunächst außer Betrieb.

Auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag (31.07.2017) erläuterte Jörn Schwarze, Vorstand der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), zunächst den Ablauf der Rettung: Um 15:23 Uhr sei am Sonntagnachmittag ein unerwarteter Sicherheitsstopp erfolgt. Kurz vor 16 Uhr war die Feuerwehr mit ihren Rettungskräften vor Ort und habe mit der Bergung der Menschen begonnen.

Unbedenkliche Windwerte gemessen

Gondel der Seilbahn verkeilt

Wind als Verursacher?

Nach aktueller Erkenntnis habe sich ein Seil an der Aufhängung einer Kabine in dem Einlauf des Tragseils verfangen und zur Abschaltung der Anlage geführt. Warum, sei noch unklar. Jeden Freitag werde die Anlage gewartet und auch eine TÜV-Abnahme habe vor Saisonbeginn stattgefunden, so Schwarze. 2015 seien sämtliche Seile überprüft worden.

Ersten Erkenntnissen nach waren die Windwerte an dem Tag nicht so stark, als dass man sie als Ursache annehmen könne. An dem Sonntagnachmittag wehte er laut Schwarze an der einen Seite der Seilbahn in einer Stärke von 12 Metern pro Sekunde und an der anderen Seite in einer Stärke von 15 Meter pro Sekunde. Erst ab 16 Meter pro Sekunde müsse man aber den Betrieb einstellen. Die Messgeräte befinden sich direkt an der Seilbahn, so eine KVB-Sprecherin gegenüber dem WDR. Ohne weitere Untersuchungen könne man den Wind als Verursacher aber auch nicht gänzlich ausschließen.

"Wir als Betreiber der Kölner Seilbahn wollten auch einen ganz entspannten Nachmittag mit unseren Gästen verbringen. Dass dieses Wochenende so unentspannt verlief, dafür tragen wir die Verantwortung und wir wollen uns bei allen Fahrgästen entschuldigen", so Schwarze.

Einsatzleiter bei Seilbahn-Rettung: Kinder bekamen Spielsachen

WDR 2 | 31.07.2017 | 02:55 Min.

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Einsatz schafft es in die New York Times

150 Einsatzkräfte der Feuerwehr - auch aus umliegenden Städten - waren bei der Rettung im Einsatz. "Es hat funktioniert, wir sind froh und dankbar. Es war nicht ungefährlich. Unsere Höhenretter waren gut vorbereitet", so Johannes Feyrer, Direktor der Kölner Feuerwehr bei der Pressekonferenz. "Wir sind verwundert, dass wir es mit unserem Einsatz in die New York Times geschafft haben." Auch aus China und Kanada seien Kommentare und Glückwünsche zur geglückten Rettung gekommen.

TÜV soll Ursache untersuchen

65 Menschen waren am Sonntag (30.07.2017) aus der Kölner Seilbahn gerettet worden. Mitarbeiter einer Spezialfirma hatten in der Nacht die verkeilte Gondel befreit. Anschließend konnten im Notbetrieb alle 32 Gondeln in die Stationen am Rheinufer gefahren werden.

Nach Angaben der Verkehrs-Betriebe sollen der TÜV Rheinland und ein externer Gutachter nach der genauen Ursache suchen. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die Kölner Verkehrsbetriebe aufgefordert, am Montagnachmittag im Hauptausschuss des Stadtrates einen ersten Bericht zur Unglücksursache vorzulegen. Nach dem Gondelnotfall bleibt die Seilbahn in Köln zunächst außer Betrieb.

Bilder von der Rettungsaktion in Köln

Ein Sonntagsausflug wird zur Nervenprobe: Rund 100 Menschen mussten in Köln in luftiger Höhe ausharren. Nach einem Defekt hatten sich ihre Kabinen festgesetzt, nichts ging mehr.

Feuerwehrleute bergen am 30.07.2017 in Köln Menschen aus Gondeln der Seilbahn

Gegen 15.20 Uhr war es nach Feuerwehr-Angaben zum abrupten Stillstand der Seilbahn mit ihren 32 Gondeln gekommen.

Gegen 15.20 Uhr war es nach Feuerwehr-Angaben zum abrupten Stillstand der Seilbahn mit ihren 32 Gondeln gekommen.

Feuerwehrleute nähern sich den stillstehenden Gondeln, um die darin ausharrenden Insassen in Sicherheit zu bringen.

Weil sich wohl ein Seil aus einer Verankerung gelöst hatte, stellte sich eine Gondel schräg und brachte die Seilbahn zum Stillstand.

Die Fahrgäste mussten aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden.

Einsatzkräfte nehmen die Geretteten in Empfang und versorgen sie.

Bei der spektakulären Rettung über dem reißenden Rhein bekommen die Rettungskräfte hundertfachen Applaus.

Stand: 31.07.2017, 17:54