Aus für Open-Air-Konzerte auf der Insel Grafenwerth?

Stand: 25.05.2022, 18:23 Uhr

Eigentlich sollten am Pfingstwochenende auf der Bad Honnefer Insel Grafenwerth nach der zweijährigen Corona-Pause fünf Open-Air-Konzerte starten. Doch nun hat ein Eilentscheid des Kölner Verwaltungsgericht das erst einmal untersagt.

Von Annette Holtmeyer

Den Antrag hatte die Kreisgruppe Rhein-Sieg des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) gestellt. Denn die Insel Grafenwerth liege in einem Landschaftsschutzgebiet, so die Naturschützer. Konzerte würden durch ihre Lautstärke verschiedene geschützte Tierarten gefährden und seien dort deshalb grundsätzlich erst einmal verboten. Nur nach einer naturschutzrechtlichen Einzelfallprüfung könne der Rhein-Sieg-Kreis eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Das Gericht folgt dieser Auffassung.

Die Stadt Bad Honnef und der Veranstalter geben noch nicht auf

Konzertveranstalter Ernst Ludwig Hartz hat die Ausnahmegenehmigung beantragt. Schließlich läuft längst der Vorverkauf für die fünf Konzerte zwischen dem 4. Juni und 2. Juli. Auftakt ist ein Klassikkonzert des Kölner Kammerorchesters mit dem jungen Pianisten Colin Pütz, Hauptdarsteller im Film „Louis von Beethoven“. Folgen sollen Open-Air-Konzerte von Andreas Vollenweider, Patti Smith, ZAZ und Nick Mason. Auch die Stadt Bad Honnef will weiter für die Konzerte kämpfen.

Aus für Konzerte auf der Insel Grafenwerth? 00:30 Min. Verfügbar bis 25.05.2023

Wir fänden es schade, wenn der Veranstalter seine Konzerte mit hochkarätigen Musikerinnen und Musikern auf der, seit Jahrzehnten für Veranstaltungen genutzten, Wiese auf der Insel nicht durchführen könnte“, sagt der Bad Honnefer Bürgermeister Otto Neuhof.

Der Konzert-Veranstalter und die Stadt Bad Honnef hoffen nun, dass der Rhein-Sieg-Kreis die Ausnahmegenehmigung erteilt. Notfalls wollen sie gegen den Kölner Gerichtsbeschluss beim Oberverwaltungsgericht in Münster Beschwerde einlegen.

Über dieses Thema berichten wir am 25. Mai 2022 im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Bonn, 19:30 Uhr