WDR-Klimatag: Lastenrad Lokalzeit aus Köln 24.02.2021 03:16 Min. Verfügbar bis 24.02.2022 WDR

Lastenfahrrad statt Auto: Handwerker und Kleinunternehmer in Köln steigen um

Die Stadt Köln hat 2020 mit 500.000 Euro Lastenfahrräder gefördert - unter anderem für Handwerker. Das Programm ist vor allem bei jungen Unternehmern und Selbstständigen sehr beliebt.

In Köln sind immer mehr Menschen mit Lastenfahrrädern unterwegs - eine umweltfreundliche Alternative zum Auto.

Joscha Eggert ist Polsterer. Seit mehr als einem Jahr steht in seiner Werkstatt im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ein Lastenbike: Zwei Räder vorne, dazwischen ein Plateau, um flexibel Lasten draufschnallen zu können. „Die meisten meiner Kunden sind in der Kölner Innenstadt. Da bin ich mit dem Lastenbike schneller als mit dem Auto“ sagt Eggert.

Mit dem Sessel auf dem Fahrrad durch die Stadt

Ein eigenes Auto hat der Handwerker nicht. „Ich habe nach einer umweltfreundlichen Alternative gesucht. Da habe ich das Lastenbike gefunden. Die Stadt hat Geld dazu gezahlt, das ist eine gute Sache“, meint der Polsterer.

Auf das Fahrrad passen die meisten Dinge, die er zwischen der Werkstatt und seinen Kunden hin und her fahren muss, problemlos drauf. Stoffe, Kataloge mit Mustern, aber selbst Möbelstücke transportiert Joscha Eggert mit seinem Bike.

„Wenn ich mal ein Sofa transportieren muss, dann leihe ich ein Auto. Aber Sessel kann ich ohne Schwierigkeiten auf das Bike laden. So unterwegs zu sein macht sogar sehr viel Spaß“.

Gefährliche Hindernisse im Radverkehr

Probleme gibt es, weil Radwege in Köln manchmal einfach im Nichts enden und viele Radwege für Lastenbikes viel zu eng sind. Aus Sicht von Joscha Egger sind nicht nur die teilweise chaotischen Verkehrsführungen gefährlich für Radfahrer, auch die Schlaglöcher und losen Platten auf Radwegen sind Gefahren.

Und dann fehlen in vielen Vierteln Stellplätze für Lastenfahrräder. „Wenn ich bei Kunden ankomme, muss ich erstmal nach einem Ort suchen, wo ich das Rad anschließen kann. Das kostet Zeit“, sagt der Handwerker.

Stadt Köln verlegt Radwege auf Straßen

Damit Lastenbikes und andere Räder besser durch den Verkehr kommen, schafft die Stadt Radstreifen auf Straßen. In der Innenstadt entstehen gerade Stellplätze für Lastenbikes. Und alle sind aufgerufen, dem Fahrradbeauftragten Probleme zu melden, damit die schnell beseitigt werden können.

Trotz der Hindernisse würde Joscha Eggert sein Lastenbike nicht gegen ein Auto tauschen. Ohne giftige Abgase unterwegs in der Stadt, kein Stress in langen Staus – dafür nimmt er die anderen Probleme in Kauf.