Düsseldorf will die Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis legen

Stand: 27.02.2022, 17:45 Uhr

Die Landeshauptstadt sieht durch den Angriff auf die Ukraine keine Basis mehr für einen Austausch auf offizieller Ebene, so Oberbürgermeister Stephan Keller. Eine Städtepartnerschaft auf Eis zu legen, ist ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang.

"Es ist wichtig, dass der zwischenmenschliche Kontakt zwischen Bürgerinnen und Bürgern nicht abreißt - für den Austausch auf offizieller Ebene sehe ich persönlich derzeit jedoch keine Basis mehr!" Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) fand deutliche Worte in Richtung Russland. Er nannte den Angriff auf die Ukraine einen "beispiellosen Akt der Aggression, einen unerträglichen Bruch des Völkerrechts", den man nur auf das allerschärfste verurteilen könne. Düsseldorf sei solidarisch zur Ukraine und der ukrainischen Bevölkerung gegenüber.

Brief nach Moskau geschickt

OB Keller bei der Kundgebung auf dem Schadowplatz | Bildquelle: Landeshauptstadt Düsseldorf / Melanie Zanin

Seine Kritik drückte Keller zudem in einem Brief an seinen Amtskollegen in Moskau, Sergei Semjonowitsch Sobjanin, aus. Auch als Schirmherr der Deutsch-Russischen Filmtage in Düsseldorf ist der Oberbürgermeister zurückgetreten. Außerdem bat er den Veranstalter, die Filmtage nicht durchzuführen.

Beratungen am Montag

Wie Düsseldorf die Freundschaft zu Moskau genau auf Eis legen will, ist noch unklar. Darüber will Oberbürgermeister Keller am Montag mit den Fraktionsspitzen der Ratsparteien beraten. Unterstützung hierfür kommt aus Kellers CDU-Ratsfraktion. Man trage die Entscheidung zu 100 Prozent mit, hieß es.

Düsseldorf will Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis legen 00:26 Min. Verfügbar bis 28.02.2023

Aus der SPD war zu hören, dass der Schritt ein rein symbolischer Akt sei, dennoch wolle man ihn unterstützen. Die Partnerschaft mit Moskau sei zuletzt ohnehin sehr schwierig gewesen. Die Grünen wiederum mahnten, die Kontakte nach Moskau nicht ganz abreißen zu lassen, um die Bevölkerung über die wahren Kriegsgründe zu informieren.