Ein Blick in ein Klassenzimmer, darin sitzen Kinder mit Mund-Nasen-Schutz.

Für Ukrainer in Deutschland: Wie kommt mein Kind in die Schule?

Stand: 15.04.2022, 15:36 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Wie kommt mein Kind in die Schule?

Eine Schule zu besuchen und zu lernen, das ist für Kinder und Jugendliche Alltag. Natürlich auch für ihre Altersgenossen aus der Ukraine, die nach Deutschland gekommen sind. Doch wie finden Ankommende für ihre Söhne und Töchter einen Schulplatz - noch dazu, wenn sie kein Deutsch sprechen?

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Ist mein Kind in Deutschland überhaupt schulpflichtig?

Ja. Alle Kinder mit Vollendung des sechsten Lebensjahres, die in Deutschland leben, müssen eine Schule besuchen. Also Kinder, die sich derzeit hierzulande aufhalten. Es gilt die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Demnach hat jedes Kind das Recht auf Zugang zu Bildung und Schulunterricht. 

Ab wann besteht die Schulpflicht?

Schulpflicht besteht für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine zumeist dann, sobald sie eine Aufenthaltserlaubnis haben. Diese wird den Ankommenden aus der Ukraine unbürokratisch bei den örtlichen Ausländerbehörden erteilt. In Absprache mit dem zuständigen Schulamt und dem Schulträger können die Kinder auch schon früher Schulen besuchen.

Wie komme ich an einen Schulplatz für mein Kind?

Anlaufstelle ist für Ankommende aus der Ukraine das Schulamt vor Ort. Dort werden Familien individuell beraten, welche Schulen für das jeweilige Kind oder den jeweiligen Jugendlichen passend sind. Die Beratung erfolgt meistens durch Lehrkräfte.

Kostet der Schulunterricht Geld?

An öffentlichen Schulen ist der Unterricht kostenfrei.

Mein Kind spricht kein Deutsch - und jetzt?

Schulunterricht mit Abstand und Schutzmaske (23.04.2021)

Für Kinder und Jugendliche, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen, gibt es an vielen Schulen Sprachförderung. Sie besuchen "Vorbereitungsklassen", die je nach Bundesland auch "Willkommensklassen" oder "Übergangsklassen" heißen.

Wie sieht der Unterricht für Kinder aus der Ukraine aus?

In einem Klassenzimmer sitzen Grundschüler mit Masken. Ein Kind in der Mitte meldet sich, im Hintergrund steht eine Lehrerin vor der Tafel.

Im Vordergrund steht zunächst das Erlernen der deutschen Sprache. Wie der Unterricht darüber hinaus abläuft, ist noch offen. Um die Integration von Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine an Schulen in Deutschland zu fördern, haben die Länder eine gemeinsame "Task Force" eingerichtet. Im Gespräch ist unter anderem, ukrainische Lehrkräfte in Deutschland zu beschäftigen. Auch wird darüber nachgedacht, den Schulunterricht nach ukrainischem System fortzusetzen - etwa durch Online-Plattformen. Hierbei könnten auch digitale Schulbücher und Unterrichtsmaterialien zum Einsatz kommen.

Wie kommen die Kinder an Schulmaterialien - Bücher, aber auch Hefte, Stifte, anderes Material und Sportsachen?

Schülerinnen und Schülern können an vielen Schulen zum Beispiel Bücher kostenlos leihen. Alle, die eine Aufenthaltserlaubnis haben, bekommen beispielsweise für den Kauf von Heften und Stiften Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das Geld gibt es in der Regel bei der Stelle, die die Aufenthaltserlaubnis erteilt hat. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums wird ein persönlicher Schulbedarf von Wert von 156 Euro im Kalenderjahr 2022 anerkannt.

Gibt es in Schulen Verpflegung?

An vielen Schulen gibt es für Kinder und Jugendliche ein Mittagessen. Für alle mit einer Aufenthaltserlaubnis ist gemäß dem Asylbewerberleistungsgesetz das Mittagessen kostenfrei.

Was ist mit Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine, die kurz vor dem Abschluss stehen?

Die Kultusministerkonferenz befindet sich derzeit stellvertretend für alle Bundesländer in Gesprächen mit der ukrainischen Bildungsverwaltung, ob und gegebenenfalls wie Prüfungen nach ukrainischem Recht und dortigen Bildungsvorgaben durchgeführt werden können.

Gibt es auch psychologische Hilfe?

In vielen Städten gibt es schulpsychologische Beratungsstellen, an die sich Kinder und Jugendliche wenden können.

Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es telefonisch unter 116 111 montags bis samstags von 14 Uhr bis 20 Uhr eine anonyme, kostenlose Beratung. Im Internet gibt es unter anderem hier Hilfe:

Junge Menschen unter 25 Jahren können sich außerdem per WhatsApp an den Krisenchat wenden. Diese individuelle Krisenberatung ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos.

Der Krisenchat bietet aufgrund des Kriegs in der Ukraine sein Chat-Angebot zusätzlich auf Ukrainisch und Russisch an:

Психологическая поддержка на украинском и русском языках (Psychologische Unterstützung auf Ukrainisch und Russisch).

Weitere Informationen:

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