Eine Frau hält einen Pass der Ukraine in der Hand. Auf dem Bild steht der Schriftzug: Українці в ПРВ / Ukrainer in NRW

Für Ukrainer in Deutschland: Aufenthalt und Asyl - was muss ich beachten?

Stand: 15.04.2022, 15:54 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Aufenthalt und Asyl - was muss ich beachten?

Wer in diesen Wochen aus der Ukraine nach Deutschland einreist, ist bis zum 31. August von der Pflicht befreit, einen Aufenthaltstitel zu haben. So ist es in der im März in Kraft getretenen "Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung" des Bundesinnenministeriums geregelt. Bis dahin muss man sich bei der örtlichen Ausländerbehörde melden, um einen längerfristigen Aufenthaltstitel zu bekommen, so das Ministerium.

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Aufenthaltserlaubnis "zum vorübergehenden Schutz"

Menschen aus der Ukraine erhalten durch die Ausländerbehörde dann eine "Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz". Diese ist zunächst auf ein Jahr beschränkt und kann bis zu drei Jahre verlängert werden.

Rechtliche Grundlage für diese Regelung ist die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie der Europäischen Union (EU), die durch das deutsche Aufenthaltsgesetz umgesetzt wird.

Aufenthaltstitel mit Arbeitserlaubnis

Mit der "Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz" darf man in der Regel auch einer Arbeit nachgehen. Möglich ist sowohl eine selbständige Beschäftigung als auch eine Anstellung bei einem Arbeitgeber.

Ob man tatsächlich arbeiten darf, entscheidet die örtliche Ausländerbehörde. Das Bundesinnenministerium hat den Bundesländern aber dringend empfohlen, bei der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis auch eine generelle Arbeitserlaubnis zu erteilen.

Kurzzeitaufenthalt für 90 Tage weiterhin möglich

Darüber hinaus gilt aber weiterhin auch die Regelung, dass sich Menschen aus der Ukraine 90 Tage lang ohne Visum in der EU aufhalten dürfen. Voraussetzung dafür ist ein biometrischer Reisepass, den viele aber nicht haben. Über die zuständige Ausländerbehörde lässt sich der Kurzzeitaufenthalt um weitere 90 Tage verlängern.

Asyl-Antrag jederzeit möglich

Trotz dieser dieser Möglichkeiten haben auch die Menschen aus der Ukraine jederzeit das Recht, Asyl zu beantragen. Das sei aber nicht "nötig", so das Bundesinnenministerium.

Durch einen Asylantrag würden in der jetzigen Situation sogar Nachteile entstehen: Man könnte sich den Ort, wo man wohnen will, nicht unbedingt frei wählen. Man hätte die Pflicht, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen und dürfte nicht privat unterkommen. Und man dürfte mindestens drei Monate lang nicht arbeiten.

Weitere Informationen zur Einreise und zum Aufenthaltsstatus von Menschen aus der Ukraine geben das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf ihren Internetseiten:

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