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Arbeitsmarkt in NRW: Arbeitslosenquote steigt auf sieben Prozent

Stand: 29.07.2022, 10:09 Uhr

Die Folgen des Ukraine-Krieges machen sich auch auf Nordrhein-Westfalens Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Juli war die Arbeitslosenquote 4,5 Prozent höher als im Monat zuvor.

Die Stimmung in der Wirtschaft könnte besser sein. Corona und Materialmangel machen Sorgen. Auch die Folgen des Ukraine-Krieges machen sich auf Nordrhein-Westfalens Arbeitsmarkt bemerkbar.

Arbeitslosenquote steigt um 4,5 Prozent

Im Juli waren im Bundesland 687.723 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 4,5 Prozent (rund 30.000) mehr als im Vormonat, wie die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Düsseldorf mitteilte.

Hauptgrund sei, dass inzwischen viele ukrainische Geflüchtete registriert und als arbeitslos gemeldet sind. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf sieben Prozent. Vor einem Jahr war die Lage aber noch schlechter gewesen, damals lag die Quote bei 7,4 Prozent.

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Quote steigt oft im Sommer

Schon im Juni war die Quote gestiegen. Normalerweise liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer daran, dass sich junge Menschen nach dem Ende ihrer Ausbildung für eine Übergangszeit jobsuchend melden. Durch den Ukraine-Effekt stieg die Arbeitslosigkeit nun aber stärker an als üblich.

Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer haben seit Juni die Möglichkeit, in den Jobcentern Grundsicherung für Arbeitssuchende zu beantragen. Zuvor hatten sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.

Bei der Betreuung der Ukrainerinnen und Ukrainer in den Jobcentern hätten zunächst "Leistungen zum täglichen Leben, die Kosten für Unterkunft und Heizung im Vordergrund" gestanden, sagte der Chef der NRW-Regionaldirektion, Torsten Withake. Die nächsten Schritte seien nun, die Menschen zum Arbeitsmarkt zu beraten, Qualifizierungen zu vermitteln und den notwendigen Spracherwerb zu unterstützen. "Die ukrainischen Geflüchteten treffen bei uns auf einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt vor allem für qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", sagte Withake.

Fachkräfte haben weiterhin gute Karten

Generell haben Fachkräfte in Nordrhein-Westfalens Arbeitsmarkt weiter gute Karten, eine Festanstellung zu finden. Denn bei den Arbeitsagenturen sind rund 175.000 offene Stellen gemeldet. In vielen Branchen, beispielsweise an den Flughäfen, fehlt Personal.

Deutsche Wirtschaft stagniert

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli um 107.000 auf 2,47 Millionen gestiegen. Auch hier ist vor allem die weitere Erfassung ukrainischer Flüchtlinge in der Arbeitsmarktstatistik der Grund, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen um 120.000. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent und damit 0,2 Punkte mehr als im Juni.

Die Entwicklungen zeigen sich auch in der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr nicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte zwischen April und Juni zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

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