Gleichstellung im WDR – seit über 30 Jahren ein Unternehmensziel

Gleichstellungsbeauftragte

Gleichstellung im WDR – seit über 30 Jahren ein Unternehmensziel

Mit dem statistisch vergleichenden "Bericht zur Situation der Mitarbeiterinnen im WDR" fing 1981 alles an. Daraus entstand ein Zielpapier, dessen Umsetzung mit der Geschäftsleitung verhandelt wurde und in einen Frauenförderplan mündete. 1989 war der WDR die erste Landesrundfunkanstalt, die zur Einhaltung des Frauenförderplans eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte berief. Seitdem ist es ein Unternehmensziel, die Chancengleichheit für Frauen und Männer in allen beruflichen Bereichen, Vergütungsgruppen und auf allen hierarchischen Ebenen zu erreichen.

Gleichstellungsplan

Seit 2002 ist nach den Vorgaben des Landesgleichstellungsgesetzes (LGG) NRW die Fortschreibung des Gleichstellungsplans (vormals Frauenförderplan) beim WDR verpflichtend. Mit der Novellierung des LGG NRW im Dezember 2016, verlängerte sich die Frist für dessen Fortschreibung von drei auf fünf Jahre. Im Mai 2018 trat die fünfte Fortschreibung mit einer Geltungsdauer bis Ende Oktober 2022 in Kraft. Darin werden verschiedene Maßnahmen in den Fokus gestellt, um noch bestehende Ungleichgewichte abzubauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Beschäftigten zu verbessern. Inhalte sind unter anderem:

  • Durch geschlechterneutrale Kommunikation trägt der WDR der Gleichstellung von Männern und Frauen Rechnung. Dies betrifft WDR-interne Regelwerke wie auch den dienstlichen Schriftverkehr und Publikationen der Öffentlichkeitsarbeit. Die geschlechterneutrale Kommunikation wird auch in der mündlichen Sprache berücksichtigt. In Versammlungen, Sitzungen und Arbeitsgruppen soll gendergerecht gesprochen werden.
  • Stellenausschreibungen sind geschlechtsneutral zu formulieren und auf offene oder versteckte Benachteiligungen von Frauen, insbesondere bei den Qualifikationsanforderungen, zu überprüfen.
  • Wenn Auswahlkommissionen, Ausschüsse oder Arbeitsgruppen gebildet werden, sollen Frauen und Männer paritätisch vertreten sein.
  • Für die Teilnahme an FörderungsmaßnahmenfürFührungskräfte werden gezielt Frauen angesprochen und bevorzugt berücksichtigt, sofern sie die Kriterien erfüllen. Des Weiteren sind in Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte Fragestellungen zur Gleichstellung integriert.
  • Der bis 2020 geplante Stellenabbau soll nicht zu einem Rückgang des Frauenanteils insgesamt im WDR führen.
  • DerWDR lehnt jede Art vonDiskriminierung undsexueller Belästigung ab. Zum Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz wurden verschiedene Maßnahmen eingeführt.
  • Das vom WDR entwickelte Fort- und Weiterbildungsangebot wird künftig noch mehr frauenspezifische Bildungsangebote enthalten.
  • Der WDR bemüht sich mit verschiedenen Maßnahmen verstärkt um das Interesse von Frauen für technische Berufe.
  • Regelungen zur Arbeitszeit und Teilzeit sollen es Beschäftigen erleichtern, Beruf, Pflege und Familie miteinander zu vereinbaren. Der Wiedereinstieg in den Beruf soll durch Informationen über Teilzeitarbeitsplätze und Fortbildungsmaßnahmen erleichtert werden
  • Der WDR setzt sich für Familienfreundlichkeit ein. Väter sollen dabei stärker in den Focus rücken.
  • Der WDR ist bestrebt, seine Angebote zur Kinderbetreuung stetig zu verbessern. Zu der seit 1991 bestehenden Kindertagesstätte kam 2008 eine zweite hinzu, so dass inzwischen circa 80 Plätze für Kinder ab zwei Jahren bereitgestellt werden können. Ein Angebot zur Betreuung von Kindern unter zwei Jahren mit circa zehn Ganztagsplätzen startete im August 2009. Eine vierte Einrichtung zur Kinderbetreuung mit circa zehn Plätzen für unter Zweijährige ist seit März 2012 ebenfalls unter dem Dach des Vereins WDR AKTIV in Betrieb. Zudem steht eine Notfallbetreuung mit sechs Plätzen zur Verfügung.

Gleichstellungsbeauftragte                                                                      

Die Position der Gleichstellungsbeauftragten und deren Stellvertreterin muss laut Landesgleichstellungsgesetz mit einer Frau besetzt werden. Die Gleichstellungsbeauftragte achtet auf die Einhaltung der im Gleichstellungsplan verankerten Maßnahmen und Zielsetzungen. Sie unterstützt die Verwirklichung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Bereichen innerhalb des Unternehmens. Sie legt der Geschäftsleitung jährlich den Gleichstellungsbericht zur Umsetzung des Gleichstellungsplans vor. Anschließend wird der Rundfunkrat über den Stand der Frauenförderung informiert.

Zukunft

Ein nach wie vor langfristiges Ziel der Gleichstellungsbeauftragten ist die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Im Jahr 2014 hat sich der WDR erstmals zur Einhaltung einer Frauenquote verpflichtet. Und hat auch 2018 dieses Ziel erreicht. Trotz einer geplanten Verringerung von Planstellen für die kommenden Jahre soll der derzeitige Frauenanteil in Führungspositionen in Höhe von 35 Prozent bis 2020 gehalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Ein weiteres längerfristiges Vorhaben ist die Erhöhung des Frauenanteils im technischen Bereich, etwa im Ingenieurwesen und in der IT, aber auch in Ausbildungsberufen wie Fachinformatiker*in, Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Möglichkeiten für Praktika, Traineeprogramme sowie Diplomarbeiten insbesondere für Studentinnen technischer Studiengänge sollen ebenfalls unterstützend wirken. Mit der Beteiligung des WDR am Girls´ Day und der sogenannten MINT-Akademie, in der in insbesondere Teilnehmerinnen aber auch Teilnehmer, die Tätigkeiten von Ingenieur*innen und Informatiker*innen kennenlernen können, sollen Teilnehmende Einblicke in technische Berufe mit dem Ziel erhalten, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Durch eine vom WDR in Auftrag gegebene Studie sollen weitere Maßnahmen, mehr Frauen in MINT-Berufen zu beschäftigen, entwickelt werden.

Gleichstellung bleibt also weiterhin ein wichtiges Unternehmensziel, um die berufliche Chancengleichheit für Frauen und Männer voranzubringen.

Kontakt

Telefon 0221 220-4111/-6031
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