1. Juni 1959 - Gründung des Weltbillardbundes

Billard-Kugelset Dreiband

1. Juni 1959 - Gründung des Weltbillardbundes

Drei Kugeln, keine Löcher - die Königsdisziplin des Billards ist Karambolage und deren komplizierteste Variante heißt Dreiband. So einfach die Regeln sind, so schwer ist die Umsetzung: Kugel eins muss Kugel zwei karambolieren, also treffen, drei Banden berühren, bevor schließlich Kugel eins Kugel drei touchiert.

"Das Wichtigste ist dieses räumliche Vorstellungsvermögen", sagt Christian Rudolph, seit März 2019 Trainer der Nationalmannschaft. "Man muss sich sehr gut konzentrieren können." Und man müsse körperlich fit sein.

Weltbillardverband gegründet (am 01.06.1959)

WDR 2 Stichtag 01.06.2019 04:11 Min. Verfügbar bis 29.05.2029 WDR 2

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Erste Blüte im 17. Jahrhundert

Der Weltdachverband des Karambolage-Sports, die "Union Mondiale de Billard" (UMB), wird am 1. Juni 1959 in Madrid gegründet. Sie ist die Nachfolgerin der 1923 entstandenen Internationalen Amateur-Billard Union (UIFAB).

Billard erlebt seine erste Blüte im 17. Jahrhundert in den "Maison des Jeux" der europäischen Königshäuser, in Klöstern, Kaffeehäusern und öffentlichen Spielhallen. In den 1910er Jahren wird aus dem Freizeitsport eine professionelle Disziplin. Billardverbände entstehen.

Karambol-Zentrum Korea

Heute kämpfen viele Billardvereine ums Überleben und die Sportart an sich um mehr Popularität. Das Zentrum des Karambolage-Billards ist mittlerweile Korea. Wer als Südkoreaner einen Weltmeistertitel holt, erhalte eine lebenslange Rente, sagt Christian Rudolph. In dem ostasiatischen Land gebe es zwei Billardkanäle, die rund um die Uhr senden.

In Deutschland hingegen wird kaum wahrgenommen, dass seit 1990 jedes Jahr im niederrheinischen Viersen die Weltmeisterschaften im Dreiband stattfinden. Leben können die wenigsten von ihrem Sport. Auch Christian Rudolph nicht: "Ich habe insgesamt sechs Mannschaftsweltmeistertitel, vier davon in Viersen, da habe ich keinen Cent bekommen."

Teilnahme-Traum an Olympischen Spielen

Doch es tut sich etwas: Seit zwei Weltmeisterschaften erhalten die Champions ein Preisgeld von 8.000 Euro. "Ist relativ wenig, aber immerhin", sagt Rudolph.

Die UMB möchte die eher unspektakuläre, dafür hoch artistische Karambolage ins Rampenlicht rücken - durch Vermarktung, Werbung und publikumswirksame Plattformen wie die Olympischen Spiele. Doch Karambolage-Tische stehen weder 2020 in Tokio, noch 2024 in Paris - und wahrscheinlich auch nicht 2028 in Los Angeles.

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