3. Juni 1979 - Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Ölkastastrophe im Golf von Mexiko

3. Juni 1979 - Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Geschichte wiederholt sich, so auch im Fall einer großen Erdölkatastrophe. Im April 2010 explodiert die Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko und versinkt im Meer. Rohöl ergießt sich in den Golf von Mexiko, verseucht die US-Küste mit dem Mississippi-Delta.

Nur wenige erinnern sich an einen Vorfall rund 30 Jahre zuvor: Eine Ölpest ähnlichen Ausmaßes breitet sich im Golf von Mexiko aus, allerdings im südlichen Teil, in der Bucht westlich der Halbinsel Yucatán.

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko (am 03.06.1979)

WDR 2 Stichtag 03.06.2019 04:12 Min. Verfügbar bis 31.05.2029 WDR 2

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Wie Deepwater Horizon geht die Plattform in Flammen auf

"Ixtoc I" heißt diese Ölbohrplattform. Damals ist es die mexikanische staatliche Erdölgesellschaft Pemex, die nach Öl bohrt. Das Meer am Bohrloch "Ixtoc I" im Golf von Campeche ist zwar flach, aber das Öl lagert auch hier tief im Gestein, fast so weit unten wie bei Deepwater Horizon später. Auch hier geschieht der Öl-Blowout bei einer Erkundungsbohrung. Die Plattform geht am 3. Juni 1979 in Flammen auf, die Sicherheitsventile versagen. 80 Kilometer vor der Küste steht das Meer in Flammen. Einziger Unterschied zum Untergang der Deepwater Horizon: Es kommen keine Menschen ums Leben.

Tag für Tag speit "Ixtoc I" bis zu fünf Millionen Liter Öl aus

Die Lage ist dennoch hoffnungslos, die Ölquelle ist außer Kontrolle geraten. Tag für Tag speit das Bohrloch "Ixtoc I" bis zu fünf Millionen Liter Öl aus. Mehrere Versuche, den Ölfluss zu stoppen, scheitern. Meer und Küste in der Region werden von einem Ölfilm überzogen.

Erst ein halbes Jahr nach Beginn der Katastrophe kann ein WDR-Reporter nach Mexiko reisen. "Wir haben Dienstag, den 11. Dezember 1979. Und immer noch sehen wir die brennende Flamme über dieser Ölbohrstelle. Und immer noch zieht sich eine breite, braune Fahne von Erdöl in das Meer hinaus", berichtet der inzwischen verstorbene WDR-Journalist Alfred Thorwarth, einer der wenigen Reporter vor Ort.

Letztendlich dauert es bis März 1980, bis es Pemex gelingt, die Ölquelle abzudichten. Insgesamt sind mehr als 500 Millionen Liter Rohhöl ausgelaufen, eine riesige Menge, wenn auch weniger als bei Deepwater Horizon.

Ölschicht in mehreren Zentimetern Tiefe

Selbst nach inzwischen 40 Jahren stoßen Einwohner und Forscher auf Ölreste an der Küstenlinie: an Felsen, in Lagunen und im Boden von Mangrovenwäldern. "Wir mussten nur fünf bis sechs Zentimeter tief graben und fanden eine Ölschicht. Das Öl ist immer noch aktiv und kann für Lebewesen giftig sein", sagt David Hollander, Professor für chemische Ozeanografie an der University of South-Florida in St. Petersburg (USA).

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