1923 - Gründung des Filmstudios "Warner Brothers"

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1923 - Gründung des Filmstudios "Warner Brothers"

1903 eröffnet in Pittsburgh ein Kino. Montags und donnerstags wechseln die Filme. Der zehnjährige Jack Warner ist immer der Erste in der Schlange. Es ist der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte, die den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär im Grunde filmreif nacherzählt.

"Mir wurde die Attraktion bewusst", wird sich Warner später erinnern. "Wenn bewegte Bilder so reizvoll waren, dass ich keinen verpassen wollte, dann musste da etwas dran sein. Ich beschloss, da mitzumischen. Und meine Brüder hatten dieselbe Idee."

Gründung von Warner Brothers (im Jahr 1923)

WDR 2 Stichtag 21.11.2018 04:12 Min. WDR 2

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"Kultivierte Unterhaltung"

Ideen tun bitter Not für die vier Brüder Jack, Albert, Sam und Harry, denn das Geld für die polnische Immigrantenfamilie in Youngstown ist knapp. Für die 250 Dollar, mit denen sie ihren ersten gebrauchten Projektor erstehen, versetzen sie - der Überlieferung nach - Vaters goldene Uhr und das familieneigene Pferd. Mit einem Zelt reisen sie umher, zeigen "The Great Trainrobbery" (1903) von Edwin S. Porter, mieten für ein Jahr einen Saal. Die Bestuhlung leihen sie sich von einem benachbarten Bestattungsinstitut. Für fünf Cent versprechen sie "kultivierte Unterhaltung für Ladies, Gentlemen und Kinder".

1917 steigen die Warner-Brüder mit einer Verfilmung "My Four Years in Germany" des Botschafters Gerard ins Produktionsgeschäft ein, ein Jahr später kommt der erste Warner-Film US-weit in die Kinos. 1923 gründen die "Warner Brothers" ihr eigenes Studio; Harry und Albert besorgen von New York aus die Buchhaltung, Jack und Sam gehen nach Hollywood und entwickeln sich zu den einflussreichsten Filmproduzenten ihrer Zeit.

Treibende Kraft ist Jack

Mit einem guten Riecher für familientaugliche Stoffe verdienen die Warner Brothers schnell Hunderttausende. Mit "The Jazz Singer" (1927) schöpfen sie das Potenzial des Tonfilms frühzeitig aus. Vor der Premiere stirbt Sam, Harry bleibt allein in Hollywood. In den 1930er Jahren produziert er harte Gangsterfilme wie "Little Caesar" (1931) mit Edward G. Robinson, aber auch Abenteuer- oder Revuefilme. Er zahlt eher schlecht, gibt Regisseuren wie Ernst Lubitsch oder Michael Curtiz aber viele Freiheiten.

"Endstation Sehnsucht", "Jenseits von Eden", "My Fair Lady", "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" oder "Bonnie und Clyde": Die Liste der Blockbuster ist lang. Treibende Kraft ist immer Jack, der seine Brüder schließlich ausbootet und "Warner Brothers" 1956 ganz übernimmt. 1969 verlässt er den Konzern. Er stirbt 1978. Heute ist das Unternehmen Teil des Time-Warner-Konzerns.

Programmtipps:

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 21. November 2018 ebenfalls an die Gründung von Warner Brothers. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 21.11.2018, 00:00