26. August 1989 – Deutsche Uraufführung von "Batman"

Michael Keaton als "Batman", 1989

Stichtag

26. August 1989 – Deutsche Uraufführung von "Batman"

Multimilliardär Bruce Wayne sitzt in der Wohnung seiner Freundin und sinnt nach über seine tragische Vergangenheit. Als kleiner Junge hat er mit ansehen müssen, wie seine Mutter und sein Vater auf den Straßen von Gotham City erschossen wurden. Im Film "Batman" von Regisseur Tim Burton steht plötzlich ein Mann namens Joker mit grünem Haar, weißem Gesicht und lila Anzug vor der Tür. Es ist der Mörder seiner Eltern, der jetzt seine Freundin entführen will und auf ihn schießt.

Wayne überlebt den Anschlag - und sinnt auf Rache. Ein gnadenloser Kampf beginnt: zwischen Joker und Wayne, der mit Fledermausmaske und Umhang zum Helden Batman mutiert. Er endet im Showdown in der Kathedrale von Gotham City, bei dem Batman siegt.

Gegen Nazis und Homosexualitätsvorwürfe

Seine Geburtsstunde erlebt Batman als Comic im Jahr 1939. Zu dieser Zeit geistert mit Superman bereits ein erfolgreicher Megaheld durch die Welt. Die heldenhafte Fledermaus von Autor Bill Finger und Zeichner Bob Kane soll ihm Konkurrenz machen. Anregung holen sich die Schöpfer angeblich beim maskierten Rächer Zorro, einer Zeichnung Leonardo da Vincis und beim Stummfilm "The Bat" (1926), in dem ein Serienkiller mit Umhang Frauen tötet. Auch der erste Batman ist eine eher gewalttätige Figur, die im Kampf gegen das Verbrechen vor Mord nicht zurückschreckt.

Jahrzehntelang kämpft Batman mit seinem Assistenten Robin gegen seinen Rivalen Joker. Dabei passt er sich immer wieder auch dem Zeitgeist an. Nach dem Kriegseintritt der USA kämpft er in den 1940er Jahren gegen Nazis. Als ihm in den 1950ern vorgeworfen wird, mit Robin ein homosexuelles Verhältnis zu haben, rufen die Batman-Zeichner mit Batgirl und Batwomen Frauenpower auf den Plan. Die Verkaufszahlen brechen sofort ein.

Erfolg der Merchandisingindustrie

Ein Comeback erlebt Batman auch als Comicheftchenheld durch eine gleichnamige US-Fernsehserie, die 1966 startet. Der alberne Charme und die Selbstironie, die die Reihe eher wie eine Persiflage als eine Verfilmung erscheinen lassen, kommen beim Publikum gut an. Der Erfolg setzt eine ganze Merchandisingindustrie in Gang. Batman-Figuren oder Batman-Logos auf Mützen und T-Shirts gehören bald zur Grundausstattung amerikanischer Kinder und Jugendlicher.

In den 1970er Jahren wird die Welt des Batman düsterer. Drogen und Rassismus prägen das Leben in Gotham City. Die stilbildende Graphic Novel "Die Rückkehr des dunklen Ritters" (1986) von Frank Miller zeigt einen gealterten Superhelden, der im finalen Kampf gegen Superman an einem plötzlichen Herzinfarkt stirbt. Tim Burtons "Batman"-Film lässt den Mythos wieder auferstehen. Am 26. August 1989 hat er in Deutschland Premiere. Vier Millionen D-Mark investiert die Produktionsfirma Warner Brothers in die Werbung, rund 150 Merchandisingprodukte überschwemmen den bundesrepublikanischen Markt.

Auch wenn Michael Keaton in der Titelrolle seltsam blass agiert, brilliert Jack Nicholson als wahnsinniger Joker. Vor allem aber ist es das Filmdesign, dass auch deutsche Fans begeistert. Am Ende nimmt Warner Brothers mit "Batman" und seinen Merchandisingprodukten 1,4 Milliarden US-Dollar ein. Der Kinofilm spült rund 413 Millionen Dollar in die Kassen.

Stand: 26.08.2014

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