Ein Mann schaut Uhr auf einem Fernseher das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Japan

WM in Katar: Keine 10 Millionen TV-Zuschauer für deutsche Nationalmannschaft

Stand: 24.11.2022, 10:21 Uhr

Das erste WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wollten gestern deutlich weniger Menschen sehen als sonst. Die Fernsehquote für die Übertragung im Ersten lag bei rund 60 Prozent - bei anderen Turnieren waren es um die 80 Prozent. Schon die ersten Spiele der WM in Katar haben in Deutschland deutlich weniger Menschen geschaut.

Enttäuschte Gesichter von Flick (r.) und Kimmich (l.) nach der Niederlage im WM-Spiel gegen Japan

Die 1:2-Auftaktniederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan bei der WM in Katar haben am Mittwochnachmittag 9,23 Millionen Menschen live im Fernsehen verfolgt. Das entspricht einem Marktanteil von 59,7 Prozent, wie die ARD am Donnerstagmorgen auf Grundlage von Daten der AGF Videoforschung mitteilte.

Damit lag der Markanteil deutlich unter der Quote des ersten deutschen Spiels bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Damals sahen 25,96 Millionen Menschen die 0:1-Niederlage gegen Mexiko. Die Quote lag bei 81,3 Prozent. 2018 lief das Auftaktspiel allerdings an einem Sonntag ab 17 Uhr, gestern wurde an einem Werktag um 14 Uhr angepfiffen.

Trend zeigt nach unten

Dennoch setzt sich der Trend fort, dass die Reichweiten der WM in Katar deutlich hinter den Ergebnissen der letzten Turniere zurückbleiben. Das Eröffnungsspiel am Sonntagnachmittag zwischen dem Gastgeber und Ecuador verfolgten beispielsweise 6,21 Millionen Fans live im ZDF, das Marktanteil betrug 28,2 Prozent. Bei der WM 2018 haben 10,01 Millionen Menschen das Auftaktspiel Russland gegen Saudi-Arabien gesehen, was einem Marktanteil von 52 Prozent entsprach.

Auch das gestrige Abendspiel zwischen Belgien und Kanada (4,33 Millionen, MA: 16,8 Prozent), das Match zwischen Spanien und Costa Rica am späten Nachmittag (3,89 Millionen, MA: 21,9 Prozent) und die Partie Kroatien gegen Marokko (1,32 Millionen Zuschauer, MA: 20,0 Prozent) haben keine Massen vor die Bildschirme gelockt.

Mögliche Gründe: Boykott und Streaming

WM-Gastgeber Katar steht wegen der Verletzung der Rechte von Frauen, Homosexuellen und Arbeitsmigranten massiv in der Kritik. Einige Fan-Vertreter haben zu einem Zuschauer-Boykott aufgerufen. Alle 64 WM-Spiele werden außerdem auch vom Streamingdienst "MagentaTV" übertragen, viele Partien laufen auch als Stream in der ARD- oder der ZDF-Mediathek.

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