Eine brennende Waldfläche

Waldbrand in Sundern-Stemel gelöscht

Stand: 22.07.2022, 13:01 Uhr

Der Waldbrand bei Sundern-Stemel ist mehr als drei Tage nach dem Ausbruch gelöscht. Die Feuerwehr hat am Freitagmittag ihre Einsatzfahrzeuge abgezogen, kontrolliert das Gebiet aber weiterhin.

Das Feuer in Sundern-Stemel ist aus und die Gefahr gebannt. In den nächsten Tagen werden Löschgruppen regelmäßig nachschauen, ob sich auf der betroffenen Fläche neue Brände entwickeln.

Zuletzt hatte die Feuerwehr in der Nacht große Wassersprenger eingesetzt, die selbständig den verbrannten Boden bewässern. So konnten neu auflodernde Flammen direkt gelöscht werden.

Tatsächlicher Schaden wird erst in einigen Wochen sichtbar

Die Schadenshöhe durch das Feuer ist noch nicht bekannt. Ein Sprecher des Landesbetriebes Wald und Holz sagte, erst in etwa drei Wochen werde sich zeigen, wie viele Bäume wirklich absterben oder sich regenerieren. Dann erst könne man eine Bestandsaufnahme machen.

Bei den Löscharbeiten wurden auch die Auswirkung der letzten Dürre auf den Wald deutlich. Seit 2018 habe sich der Waldboden verändert, sagt Ferdinand Drescher vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Die Erde sei bis zu 1,5 Meter tief ausgetrocknet. "Damit ist die Möglichkeit für das Feuer gegeben, tief in den Boden reinzugehen, sodass wir immer wieder Hotspots kriegen, die dann mit Verzögerung wieder hochkommen," so Drescher.

WDR Reporter Heinz Krischer zur allgemeinen Waldbrandlage

00:31 Min. Verfügbar bis 22.07.2023


Es gab aber am Donnerstag positive Signale: Dass sich das Feuer weiter in der Fläche ausbreitet, schloss ein Feuerwehrsprecher aus. "Die Gefahr ist gebannt", sagte er.

Das Feuer war am Dienstag ausgebrochen und breitete sich auf rund 115.000 Quadratmeter aus - das entspricht der Fläche von 16 Fußballfeldern. Der Einsatz dauere mindestens bis zum Freitagvormittag, sagte ein weiterer Sprecher der Feuerwehr am Donnerstagabend.

Boden umgefräst

Die Feuerwehr hatte den Boden aufgepflügt: Ein Kettenfahrzeug fräste den Waldboden um. Direkt dahinter wässerten Feuerwehrleute den Boden tiefer und nachhaltiger. Das sollte helfen, die immer wieder aufflackernden Flammen endgültig zu löschen.

Waldbrand größer als angenommen

Einer Schätzung vom Mittwoch zufolge brannte es auf 60.000 Quadratmetern - die Zahl wurde nach einer genauen Vermessung anhand von Luftbildern durch Wald und Holz NRW mittlerweile deutlich nach oben korrigiert.

Das Feuer war Dienstagmittag ausgebrochen. Die Bevölkerung wurde über die Warnapp NINA gewarnt und der Verkehr umgeleitet.

Die Löscharbeiten waren von Anfang an schwierig: Stundenlang kämpften etwa 400 Einsatzkräfte am Dienstag in der Hitze des Tages gegen das Feuer. Das DRK sorgte für die Verpflegung der Feuerwehrleute und dafür, dass bei dem heißen Wetter alle Helfer genügend Wasser trinken konnten.

Möglicherweise Brandstiftung?

Auch die Ursachensuche hat inzwischen begonnen. Aufgrund der Häufung von Bränden in diesem Bereich und einiger Zeugenaussagen ermittelt die Polizei auch in Richtung Brandstiftung.

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Drohne und Hubschrauber im Einsatz

Der Brandherd lag in einem schwer zugänglichen Bereich. Zusätzlich wurde die Arbeit der Einsatzkräfte durch den Wind erschwert, der das Feuer weiter anfachte. Hubschrauber nahmen im Minutentakt in der benachbarten Sorpetalsperre Wasser auf. Um das Gelände besser eingrenzen zu können, schickte die Feuerwehr auch eine Drohne los.

Über dieses Thema berichtet der WDR im Hörfunk und im Fernsehen in der Lokalzeit Südwestfalen.