Waldbrandgefahr: So ist die Lage in NRW

Stand: 27.07.2022, 13:17 Uhr

Sachsen und Brandenburg kämpfen aktuell gegen verheerende Waldbrände. Auch das Risiko für Waldbrände in NRW steigt am Donnerstag in einigen Regionen zumindest wieder leicht an.

Die Lage in den Waldbrandgebieten in Brandenburg und Sachsen ist weiter kritisch: Im Elbe-Elster-Kreis im Süden Brandenburgs waren die Flammen laut Polizei am Mittwochvormittag zwar unter Kontrolle. Einsatzkräfte kämpften aber weiterhin gegen Brände und Rauchentwicklung auf rund 800 Hektar. Mindestens eine Woche sollen die Löscharbeiten noch dauern.

Mitglieder der Feuerwehr Warburg helfen bei den Waldbränden in Brandenburg.

Die Feuerwehr Warburg ist aktuell mit sechs Kräften in Falkenberg und hilft logistisch mit speziellen Geräten, Löschrucksäcken und bei der Essensausgabe.

Auch sechs Helfer aus Warburg in NRW, der Partnerstadt des brandenburgischen Falkenberg, sind aktuell zur Unterstützung vor Ort. Ähnlich die Situation im Nationalpark Sächsische Schweiz an der Grenze Sachsens: Die Löschflugzeuge sind weiter im Dauereinsatz.

So hoch ist das Risiko in NRW

Wie aber sieht die Waldbrandgefahr für NRW aus? Nach den hohen Temperaturen der vergangenen Woche hat Regen und Abkühlung für etwas Entspannung gesorgt. An diesem Sonntag aber stufte der Deutsche Wetterdienst (DWD) nahezu alle Gebiete der Wetterstationen von "sehr geringer" Gefahr wieder auf "geringe Gefahr" hoch. Zudem besteht am Donnerstag unter anderem in den Gebieten Borken, Kleve, Werl oder auch im Bereich des Düsseldorfer und Köln/Bonner Flughafens wieder mittlere Waldbrandgefahr. Mehr Informationen gibt es in den Karten des DWD hier:

Hitzewelle in der vergangenen Woche

Am Mittwoch der vergangenen Woche hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für NRW noch die beiden höchsten Stufen im Waldbrandgefahrenindex ausgegeben. In Iserlohn-Hegenscheid mussten etwa 30 Menschen aus der Gefahrenzone gebracht werden, bevor das Risiko wieder gesunken war. Auch die Brände in Altena im Sauerland konnten unter Kontrolle gebracht werden. Hier waren die Flammen wegen des Windes am Donnerstag immer wieder hochgeschlagen.

Auch bei Sundern im Sauerland, Attendorn, in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis, in Plettenberg im Märkischen Kreis, in Detmold und in Essen waren Waldbrände ausgebrochen.

Ein kleinerer Waldbrand bei Iserlohn wurde laut Polizei von einem selbstgebauten Campingkocher in einem Wildcampinglager verursacht. Es wird weiter wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Waldbrände können schnell entstehen

"99 Prozent der Brände werden durch den Menschen verursacht", sagt WDR-Wetterexperte Jürgen Vogt. Fahrlässig weggeworfene Zigaretten oder absichtlich gelegte Feuer gehören zu den Hauptursachen. Das NRW-Landwirtschaftsministerium betont daher: Wichtig sei, das Rauchverbot im Wald strikt zu beachten, das von März bis Ende Oktober gilt.

Besonders gefährdet sind Fichten-Schadflächen, auf denen Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer-Befall zu einer Zunahme von trockenen Holzresten geführt haben.

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