Blackout im Westen: Wenn's dunkel wird, der Strom nicht fließt – und es aufs Aggregat ankommt

Aktuelle Stunde 11.04.2024 16:46 Min. Verfügbar bis 11.04.2026 WDR Von Marius-Antonius Brüning

Blackout in Münster - Übung für den Notfall

Stand: 11.04.2024, 15:19 Uhr

Polizei und Justiz haben am Donnerstagmittag in Münster einen großflächigen Stromausfall simuliert.Dabei haben sie getestet, ob sie in so einem Fall handlungsfähig bleiben.

Von Marco Poltronieri

Ein klassisches Katastrophen-Szenario: Im gesamten Münsterland gibt es einen totalen Stromausfall, nichts geht mehr. Eine schnelle Behebung des Schadens ist ausgeschlossen, die gewohnten Kommunikationswege – Internet, Handynetze - sind gekappt. Guter Rat ist jetzt teuer.

Behörden müssen reagieren können

Die Minister Limbach und Reul stehen vor der Netz-Ersatzanlage

Die Minister Limbach und Reul stehen vor der Netz-Ersatzanlage

Das gilt vor allem für Polizei und Justiz, die schnell wieder handlungsfähig sein müssen. Sie müssen sich wappnen und deshalb die Abläufe eines solchen Notfalls immer wieder üben. Im Polizeipräsidium in Münster haben sie das jetzt durchgespielt, unter Annahme des oben geschilderten Ausnahmeszenarios.  Als Beobachter waren auch NRW-Innenminister Herbert Reul und NRW-Justizminister Benjamin Limbach vor Ort.

Das "Drehbuch" sah dabei eine simulierte Festnahme vor. Eine verdächtige Person sollte der Staatsanwaltschaft und einem Haftrichter vorgeführt werden. Tatvorwurf: versuchter Mord. Bei den Justizbehörden greift in einem solchen Notfall ein festes Ablauf-Protokoll, das minutiös schildert, wie vorzugehen ist. So helfen zum Beispiel Satellitentelefone, um sich mit der Polizei zu verständigen.

Polizei muss Räume vorhalten

Die Polizei in Münster hat unterdessen im Polizeipräsidium das sogenannte "47er Konzept"aktiviert, angelehnt an die 47 Kreispolizeibehörden im Land. Es bedeutet, dass es in jeder dieser Behördenstellen Ausweichräume für die Justiz gibt. Die müssen vorgehalten werden, für Notfälle wie diesen.

Im Polizeipräsidium Münster sind es mehrere Büroräume, wo die festgenommene Person jetzt verhört werden kann. Die Räume sind autark, die Kommunikationswege nach draußen gesichert. "Dafür haben wir sogenannte Netz-Ersatzanlagen. Die sorgen dafür, dass wir hier im Haus mit Notstrom versorgt werden, um als Polizei funktionsfähig zu bleiben. Das gilt auch für die Ausweichräume,“ erklärt Polizei-Pressesprecher Niklas Preuth.

NRW-Landesinnenminister Herbert Reul und Justizminister Benjamin Limbach zeigten sich jedenfalls zufrieden. "Es gibt ja viel im Leben, was toll ist und was man toll begründen kann. Aber ob es funktioniert, kann man nur erleben, wenn man`s  mal macht," so Reul. Der Test am Donnerstag hat jedenfalls gut und einwandfrei geklappt.

Blackout in Münster - Üben für den Notfall

WDR Studios NRW 11.04.2024 00:39 Min. Verfügbar bis 11.04.2026 WDR Online


Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Polizei Münster

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