Menschen protestieren mit Plakaten vor der Kurklinik

Kampf um Mutter-Kind-Kurklinik geht weiter

Stand: 14.11.2022, 15:58 Uhr

Für den Erhalt der Mutter-Kind-Kurklinik in Horn-Bad Meinberg setzt sich nun auch ein SPD-Landtagsabgeordnete ein. Aus finanziellen Gründen hatte die Arbeiterwohlfahrt in Ostwestfalen-Lippe Ende August ankündigt die Klinik zu schließen.

Von Christine Etrich

Seit Wochen kämpfen die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Erhalt der Mutter-Kind-Kurklinik in Horn-Bad Meinberg. Nun haben sie auch den Vorsitzenden des nordrhein-westfälischen Gesundheitsausschusses, SPD-Politiker Josef Neumann, an ihrer Seite. Er besuchte die Einrichtung am Montag.

NRW-Stiftung Wohlfahrtspflege bietet Hilfe an

Josef Neumann ist auch im Stiftungsrat der Wohlfahrtspflege. Die könne einem möglichen neuen Betreiber einen finanziellen Zuschuss von 750.000 Euro zusagen, erklärte Neumann den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Hoffnung für Mutter-Kind-Kurklinik in Horn-Bad Meinberg

Verfügbar bis 14.11.2023


Ein Ort, um neue Kraft zu tanken

Die Klinik Schanzenberg besteht seit 70 Jahren und ist die einzige ihrer Art in OWL. Müttern mit großen körperlichen und psychischen Belastungen und ihren Kindern bietet die Klinik in Horn-Bad Meinberg eine dreiwöchige Kur an. In dieser Zeit erleben die Mütter oft nach langem mal wieder eine Atempause, müssen sich nicht um ihren stressigen Alltag kümmern, ihre Kinder werden versorgt.

Sozialarbeiter, Psychologen, Ärzte, pädagogische Fachkräfte – sie alle bemühen sich, dass das Angebot erhalten bleibt. Etwa 400 Mütter mit ihren Kindern kommen jährlich in das Haus am Schanzenberg. "Das alles aufzugeben, ist ein Armutszeugnis für unsere gesamte Gesellschaft", erklärt Mitarbeiterin Ekaterini Vakirtzis.

Die Zeit rennt

Derzeit darf das Haus nur noch bis März 2023 belegt werden. Nach Auskunft der Arbeiterwohlfahrt finden noch Gespräche mit Übernahmekandidaten statt. Wenn die Verhandlungen platzen sollten, gebe es keine Zukunft für die Mutter-Kind-Klinik.

In dem Fall befürchtet die leitende Ärztin des Hauses, Waltraud Schmidt-Schicktanz, dass die Mütter ohne einen Kuraufenthalt noch kränker werden, häufig in Depressionen abrutschen, eine "Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird".