Der Ticker vom Mittwoch (26.08.2020) zum Nachlesen

  • Kein Transport für Förderschüler ohne Maske
  • Firma aus Troisdorf entwickelt Corona-Schleuse
  • Düsseldorfer Großkonzert wird in Spätherbst verschoben
  • Spahn kündigt "verstärktes Quarantäneregime" an
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker
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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Berlin verbietet Corona-Demos

Die Berliner Behörden haben mehrere für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verboten. Es sei mit Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung zu rechnen, teilte Innensenator Andreas Geisel (SPD) mit.

Er kündigte ein entschiedenes Einschreiten der Polizei im Fall von Ansammlungen an: "Ich bin nicht bereit, ein zweites Mal hinzunehmen, dass Berlin als Bühne für Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten missbraucht wird." Am 1. August hatten in Berlin rund 20.000 Menschen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei wurden Hygieneauflagen bewusst missachtet.

Kein Transport für Förderschüler ohne Maske?

Elternverbände kritisieren eine Entscheidung des Landschaftsverbandes Rheinland, Förderschüler ohne Mund-Nasen-Schutz vom Schultransport auszuschließen. Es sei völlig unverständlich, dass der LVR und auch andere Schulträger den Fahrdienst für Kinder einstellten, die aufgrund ihrer Behinderungen oder krankheitsbedingt keine Maske tragen könnten, beklagen Vertreter von Inklusionsnetzwerken und der Landeselternkonferenz.

Ein LVR-Sprecher sagte, dass ein Mund-Nasen-Schutz zur Minimierung des Infektionsrisikos für die anderen häufig ebenfalls chronisch Erkrankten oder immungeschwächten Mitschüler notwendig sei, da der Transport mit PKW oder Kleinbussen durchgeführt werde. Das Schulministerium teilte dagegen auf Anfrage mit, dass die Maskenpflicht im Schülerspezialverkehr nicht für Personen gelte, "die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können". Liege ein ärztliches Attest vor, sei ein Ausschluss vom Transport "nicht vorgesehen".

Firma aus Troisdorf entwickelt Corona-Schleuse

Eine Firma aus Troisdorf hat eine Corona-Schleuse für Besucher von Großveranstaltungen entwickelt. Am Ende der Schleuse steht ein Drehkreuz. Wer durchgehen will, muss sich vorher die Hände desinfizieren. Zusätzlich wird per Scanner automatisch die Köpertemperatur gemessen.

Die Troisdorfer Maschinenbaufirma Kitz hat die Schleuse entwickelt. Ein Sprecher der Firma sagt, dass bereits Fußballvereine und die Kölner Lanxessarena Interesse bekundet hätten.

Veranstalter: Düsseldorfer Großkonzert wird in Spätherbst verschoben

Das für den 4. September geplante Großkonzert in Düsseldorf mit bis zu 13.000 Zuschauern soll in den Spätherbst verschoben werden. Das teilte der Veranstalter mit.

Das Event im Fußballstadion von Fortuna Düsseldorf mit Stars wie Bryan Adams und Sarah Connor hatte in den vergangenen Wochen einen Dauer-Streit zwischen Land und Stadt ausgelöst. Zuletzt war vereinbart worden, das Infektionsgeschehen zu beobachten und spätestens am 31. August eine Entscheidung zu treffen.

Reisewarnung für Drittstaaten verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU um zwei Wochen bis zum 14. September verlängert. Das wurde nach Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen heute in der Kabinettssitzung entschieden.

Spahn: Tests runterfahren - mehr Kontrollen von Corona-Quarantäne

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, nach den massiven Corona-Tests in der Ferienzeit wieder zur alten Teststrategie zurückzukehren. "Wir testen nach Ende der Reisezeit zielgerichtet Personen mit Symptomen und Menschen mit Kontakt zu Infizierten - und wir testen gezielt Pflegekräfte", sagte Spahn und wies darauf hin, dass das Durchschnittsalter der Infizierten im wöchentlichen Schnitt auf 32 Jahre gesunken sei.

Jens Spahn steht vorm Rednerpult. | Bildquelle: PHOENIX

Zudem werde es nach dem Ende der Hauptreisezeit ein "verstärktes Quarantäneregime" für Einreisen aus Risikogebieten geben. Er sei zuversichtlich, dass dies morgen bei den Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen werde. Dann beraten die Länderchefs mit Merkel über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise.

Söder kontert: Kapazitäten ausbauen statt Tests reduzieren

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will an umfangreichen Corona-Tests für Reiserückkehrer festhalten. Vier Bundesländer seien strikt gegen Pläne, die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer wieder zu streichen, sagte er. Man könne nicht zwei Wochen nach Einführung der Testmöglichkeiten diese wieder abschaffen wollen, widerspricht Söder zudem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der für eine Korrektur der Regelung plädiert.

Markus Söder (CSU) setzt sich nach einer Pressekonferenz zur aktuelle Entwicklungen an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer seine Gesichtsmaske auf. | Bildquelle: dpa/Peter Kneffel

Auch mit Spahns Warnung vor einer Überforderung der Testkapazitäten kann Söder nicht viel anfangen. Statt die Tests zurückzufahren, solle man lieber die Kapazitäten weiter ausbauen.

Aachener Narren wollen Corona trotzen

Trotz Corona soll auch in der kommenden Session Sitzungskarneval stattfinden. Daran hält der Aachener Karnevalsverein fest und hat dies gestern Abend auf seiner Jahreshauptversammlung angekündigt.

Auch Prinzenproklamation, die Ordensverleihung "Wider den tierischen Ernst" und die Prinzenverabschiedung sollen auf jeden Fall stattfinden. Allerdings dürfen im Eurogress höchstens 480 statt der üblichen 1.300 Narren feiern.

Bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld

Von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer und Unternehmen können auch über das Jahresende hinaus mit Milliardenhilfen rechnen. Die große Koalition hat sich in der Nacht darauf geeinigt, die Zahlung von Kurzarbeitergeld auf bis zu 24 Monate auszuweiten. Dies soll bis Ende 2021 gelten, wie aus einem sechsseitigen Beschlusspapier hervorgeht.

Die betroffenen Firmen werden zusätzlich dadurch entlastet, dass die Bundesagentur für Arbeit ihnen bis zum 30. Juni 2021 in voller Höhe die Sozialbeiträge erstattet, die sie auch bei Kurzarbeit entrichten müssen. Verlängert wird bis Ende 2021 auch die schon im April vereinbarte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 80 Prozent des Verdienstausfalls bei längerer Dauer der Zwangspause.

Was ist mit Kurzarbeitergeld wegen Corona?

Das Kurzarbeitergeld wurde aufgestockt: Die Bezüge sind derzeit generell höher. Zuerst gab es einen Anstieg auf 60 Prozent des entgangenen Nettolohns, dann auf 70 Prozent ab dem vierten Monat und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent. Für Eltern steigen die Leistungen zunächst auf 67 Prozent, ab dem 4. Bezugsmonat auf 77 Prozent und ab dem 7. Bezugsmonat auf 87 Prozent.

Die Möglichkeit, Kurzarbeitergeld zu erhalten, soll es bis Ende 2021 geben. Das hat der Koalitionsausschuss am 25.08.2020 beschlossen.

Stand: 25.08.2020

Kurzarbeitergeld: Pinkwart hätte es kürzer gewollt

Für NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart (FDP) geht der Zeitraum der Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Zahlung zu weit. "Ich hätte es erst mal bis zum Frühjahr gemacht, um auch seitens der Poltik sich zu fragen, was ist denn jetzt zu tun, damit die Unternehmen insgesamt bessere Rahmenbedingungen bekommen, dass die Arbeit insgesamt auch nachhaltig sicherer wird", sagte er im Morgenecho bei WDR 5.

Immobilienpreise steigen und steigen

Die Corona-Krise wirkt sich weiter nicht hemmend auf die Entwicklung der Immobilienpreise aus. Diese sind in Deutschland auch im im zweiten Quartal weiter gestiegen. Die Preise für Wohnimmobilien lagen von April bis Juni durchschnittlich 5,6 Prozent höher als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt aufgrund einer Schnellschätzung mitteilte. Auch im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres seien die Preise um 1,4 Prozent gestiegen.

Die Schnellschätzung sei schon jetzt veröffentlicht worden, da ein großes Interesse an möglichen Auswirkungen der Pandemie auf den Immobilienmarkt bestanden habe, so die Behörde.

Sechs Bochumer Teammitglieder in Quarantäne

Nach einem positiven Corona-Befund beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum befinden sich sechs Mitglieder der Lizenzspielerabteilung vorsorglich in häuslicher Quarantäne. "Auf Anordnung der Gesundheitsbehörden werden sechs Teammitglieder die kommende Zeit in häuslicher Quarantäne zubringen müssen. Der Rest der Mannschaft darf nach einer weiteren Testung, deren Ergebnis negativ war, wieder zurück in den Trainingsbetrieb", teilte der Revierclub mit.

Das geplante Trainingslager in Barsinghausen hatten die Bochumer am Dienstag kurzfristig ebenso abgesagt wie das Testspiel gegen den VfB Lübeck. Ob das Vorbereitungsspiel des VfL bei Borussia Dortmund am Freitag stattfinden kann, ist weiterhin offen.

Neues Corona-Testzentrum am Kölner Hauptbahnhof startet

Am Kölner Hauptbahnhof hat heute ein neues Corona-Testzentrum den Betrieb aufgenommen. Das Testzentrum ist täglich von 7 bis 23 Uhr geöffnet und bietet allen Reiserückkehrern - nicht nur Bahnreisenden - aus Risikogebieten und Nicht-Risikogebieten die Möglichkeit, sich nach ihrer Einreise nach Deutschland kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen. Wenn das Testangebot gut angenommen wird, soll es ausgebaut werden.

Türkei verschärft Maßnahmen

Nach einem Anstieg der Coronavirus-Infektionen verhängt die Türkei weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigt an, dass alle staatlichen Institutionen nun von zu Hause arbeiten oder in Schichten arbeiten dürfen.

Bestimmte Veranstaltungen und Feiern wie Verlobungen sind in 14 Provinzen, einschließlich der Hauptstadt Ankara, verboten und Hochzeiten auf eine Stunde begrenzt, teilt das Innenministerium mit. Die Türkei registriert mit 1.502 Neuinfektionen innerhalb eines Tages den größten Anstieg seit Mitte Juni.

Bundesweit 300 Infektionen mehr als am Vortag

In Deutschland sind weitere 1.576 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Am Dienstag waren es 1.278. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigt damit die Gesamtzahl der Fälle auf 236.429. Den Angaben zufolge sind drei weitere Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Insgesamt zählt das RKI 9.280 Todesfälle.

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