Der Ticker vom Samstag (08.08.2020) zum Nachlesen

Stand: 08.08.2020, 21:09 Uhr

  • Schausteller fordern: Jahrmärkte wieder öffnen
  • Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gestartet
  • Paris: Maskenpflicht auch im Freien
  • RKI meldet erneut mehr als 1.000 neue Corona-Infektionen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker
Aktualisieren

Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Schausteller in NRW fordern Hilfe vom Land

Schausteller aus NRW haben die Landesregierung aufgefordert, nach monatelangem coronabedingtem Verbot wieder Jahrmärkte zu erlauben. Andernfalls, warnte Burkhardt Unrau vom Schaustellerverein Bergisch Gladbach, drohe das Kulturgut Kirmes verloren zu gehen. Auch provisorische Jahrmärkte im kleinen Stil könnten die Lage nicht verbessern. "Kirmes ist nicht, dass irgendwo ein Riesenrad oder eine Mandelbude steht", sagte er bei einem Treffen mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

Der Politiker hatte zwar Verständnis für die Sorgen, schließlich hätten die Schausteller "eine Vollbremsung ohne Vorwarnung" erlebt, wirklich helfen konnte er aber nicht. Stattdessen appellierte Reul an die Solidarität: "Am besten wäre es, wenn wir durch diszipliniertes Verhalten aller Menschen wieder zur Normalität kommen könnten."

Die Schausteller aber brauchen sofort Hilfe. "Wir brauchen Geld, um Essen und Trinken bezahlen zu können", so Unrau. Und die Märkte könnten ja "mit Corona-Vorsichtsmaßnahmen und ohne Saufgelage" stattfinden. In Bergisch Gladbach hätte heute die traditionsreiche Laurentius-Kirmes eröffnet werden sollen - zum 178. Mal. Wegen der Corona-Pandemie fällt diese wie Hunderte weitere Jahrmärkte in NRW und bundesweit aus.

Verfassungsschutz: Nur wenige Extremisten auf Corona-Demos

Auf den Demos gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung befinden sich offenbar weniger Extremisten als angenommen. Zwar hätten Rechts- und auch einige Linksextremisten versucht, die Proteste zu instrumentalisieren, "das hat aber nicht funktioniert", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Thomas Haldenwang der Süddeutschen Zeitung.

Dadurch, dass sich die Rechtsextremisten, die auf den Demos waren, "inszeniert und sich vor die Kameras gestellt" hätten, sei ein falsches Bild entstanden. Diese Extremisten prägten das Demonstrationsgeschehen oder die inhaltliche Debatte derzeit jedoch nicht. Eine Analyse der Reden auf diesen Demonstrationen zeige stattdessen, dass dort "alle Verschwörungstheorien dieser Welt" vertreten seien, so Haldenwang.

Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten gestartet

Ab heute muss man, ob man will oder nicht. Wer als Urlauber aus einem Corona-Risikogebiet wieder nach Deutschland zurückkehrt, ist verpflichtet, sich auf das Virus testen zu lassen. Es sei denn, man hat schon ein frisches negatives Testergebnis dabei. Mit den kostenlosen Pflichttests gehe man bei Heimkehrern aus Gebieten mit vielen Infizierten "auf Nummer sicher", hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) diese Woche gesagt.

Am Flughafen Köln/Bonn ließ sich jedoch nur gut die Hälfte der Rückkehrer aus Risikogebieten auf SARS-CoV-2 testen. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte dem WDR, in den ersten sieben Stunden seien etwa 1.000 Passagiere eingetroffen, 572 hätten sich einem Test unterzogen.

Recherchen des WDR ergaben aber, dass nur wenige Fluggäste aus der Türkei einen aktuellen Test vorlegten. Reker wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Gesundheitsämter prüften, ob eine Quarantäne nach der Rückkehr eingehalten würde.

Paris: Maskenpflicht auch im Freien

Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Frankreich die Maskenpflicht. Ab Montag müssten Mund und Nase in gewissen Teilen von Paris auch im Freien bedeckt sein, teilen die Behörden mit. Die genauen Orte sollen noch bekanntgegeben und eine entsprechende Liste regelmäßig aktualisiert werden.

Bereits seit heute gilt in Frankreichs Ferienort Saint-Tropez an der Côte d'Azur eine generelle Maskenpflicht. Vor allem in touristischen Gebieten verlangen immer mehr Städte und Ortschaften auch draußen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Ärzteverband: Masken im Unterricht sinnlos

Der Ärzteverband Marburger Bund hält hingegen nichts von der Maskenpflicht. "Ich glaube, dass das sinnlos ist", sagt Michael Krakau vom Marburger Bund NRW. Erstens könne im Unterricht ein Abstand von 1,5 Metern gut eingehalten werden, zweitens säßen die Schüler alle in eine Richtung und der Lehrer oder die Lehrerin könne entsprechend Abstand halten. "Dauerhaft Unterricht mit Maske halte ich für extrem schwierig", so Krakau.

Mehrere Länder haben eine Maskenpflicht an Schulen angekündigt - mit einer zumindest vorübergehenden Tragepflicht für weiterführende und berufsbildende Schulen steht NRW aber bislang alleine da.

NRW-SPD bemängelt fehlende Testkapazitäten

Die SPD in NRW kritisiert die Corona-Teststrategie der Landesregierung. Fraktionschef Kutschaty bemängelte im WDR-Radio vor allem fehlende Kapazitäten in den Arztpraxen. Ab Montag können sich alle Schul-Beschäftigten und auch Erzieher freiwillig und kostenlos testen lassen und das alle 14 Tage wiederholen. Kutschaty sagte, die Landesregierung habe es versäumt, mobile Test-Teams vor Ort einzurichten.

RKI meldet wieder mehr als 1.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland bleibt hoch. Heute meldete das Robert-Koch-Institut 1.122 neue Covid-19-Fälle. Damit liegt die Zahl der Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, am dritten Tag in Folge über 1.000.

Die mit Abstand meisten Neuinfektionen wurden aus dem bevölkerungsstärksten Bundesland NRW gemeldet. Hier infizierten sich demnach 393 Menschen mit dem Coronavirus.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

Mit den Messenger-Diensten von WDR aktuell lassen sich die aktuellsten Corona-Fallzahlen unkompliziert aufs Handy holen. Einfach die Postleitzahl des eigenen Wohnorts eingeben und in Sekundenschnelle erscheinen die aktuellen Zahlen. Den Service gibt es bei "Telegram" und im "Facebook Messenger", die Anmeldung ist sehr einfach.