Corona: Wie gut schützen FFP2-Masken und OP-Masken wirklich?

Stand: 08.04.2023, 06:00 Uhr

Wir beantworten Ihre Fragen zu Corona. Hier: Wie gut schützen FFP2-Masken und OP-Masken wirklich?

Masken können vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus helfen. Worin bestehen die Unterschiede zwischen einer FFP2-Maske, einer OP-Maske und einer Stoffmaske? Wie gut schützen sie tatsächlich? Ein Überblick.

Abschied von der Maske - Eine kleine Chronik WDR 5 Profit - aktuell 01.03.2023 03:37 Min. Verfügbar bis 29.02.2024 WDR 5

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Alltagsmasken bieten nur geringen Schutz

Alltagsmasken wie zum Beispiel Stoffmasken waren vor allem in den ersten Monaten der Corona-Pandemie in Deutschland sehr verbreitet. Damals waren noch zu wenige OP-Masken und FFP2-Masken verfügbar.

Zeitweilig war in der NRW-Corona-Schutzverordnung genau definiert, was unter Alltagsmasken zu verstehen ist. Und zwar: textile Mund-Nasen-Bedeckungen - einschließlich Schals, Tüchern und so weiter - oder gleich wirksame Abdeckungen von Mund und Nase aus anderen Stoffen.

Alltagsmasken haben nur eine geringe Filterwirkung. Sie sind unsicherer als OP-Masken, können nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aber trotzdem helfen, die Ausbreitung von Viren zu vermeiden, indem sie beim Sprechen und Ausatmen Tröpchen zurückhalten. In der Regel gilt: Je mehr Stoff-Schichten eine Stoffmaske hat, desto besser schützt sie. Eine Stoffmaske lässt sich waschen und wiederverwenden.

OP-Masken schützen vor allem das Gegenüber

OP-Masken - oft als medizinische Masken bezeichnet - wurden in Arztpraxen oder im Klinikalltag auch schon vor der Corona-Pandemie oft verwendet. Es sind Einmalprodukte, die aus speziellen Kunststoffen bestehen und mehrschichtig aufgebaut sind.

Frau und Mann mit OP-Maske | Bildquelle: WDR/ imago images/Michael Weber

Sie schützen die Menschen in der nahen Umgebung des Maskenträgers vor Flüssigkeitsteilchen, die dieser beim Sprechen oder Husten abgibt. Sie schützen somit vor allem das Gegenüber vor Tröpfchen des Mundschutzträgers. Bei einem festen Sitz können OP-Masken auch den Träger vor Tröpfchen seines Gegenübers schützen. Aerosole, also äußerst feine Atemluft-Partikel, filtern OP-Masken kaum.

FFP2-Masken bieten auch Eigenschutz

FFP2-Masken bieten Fremd- und Eigenschutz. FFP steht für die englischen Worte Filtering Face Piece (filterndes Gesichtsteil). Die Zahl in der Bezeichnung weist darauf hin, wie viele Aerosole die Masken filtern können muss. "FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern", erklärt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Frau mit FFP2-Maske | Bildquelle: Frank Hoermann/SVEN SIMON

Eine FFP2-Maske ist in der Regel ein Einwegprodukt. Trotzdem kann man sie grundsätzlich mehrere Male verwenden. Das zeigen Untersuchungen der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und der Münster School of Health. Dazu sollte man die Maske, wenn man sie an einem Tag getragen hat, für ein paar Tage an der Luft trocknen lassen.

Masken, die vergleichbaren Schutz wie FFP2-Masken bieten, tragen in den USA die Bezeichnung N95 und in China KN95.

Studie: FFP2-Masken können sehr hohen Schutz bieten

Masken, vor allem FFP2-Masken, können vor dem Coronavirus überaus gut schützen - insbesondere dann, wenn sie gut sitzen. Das zeigen unter anderem Forschungen eines Teams um Mohsen Bagheri und Eberhard Bodenschatz des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation. Für eine Studie vom Dezember 2021 wurde ein 20-minütiges Treffen zwischen einem Infizierten und einem Nicht-Infizierten ohne Mindestabstand simuliert.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • 0,1 Prozent Ansteckungsrisiko, wenn beide Personen eine FFP2- oder KN95-Maske tragen, die bei beiden gut sitzt.
  • 4 Prozent Ansteckungsrisiko, wenn beide Personen eine FFP2- oder KN95-Maske tragen, die bei beiden schlecht sitzt.
  • 10 Prozent Ansteckungsrisiko, wenn beide Personen eine OP-Maske tragen, die bei beiden gut sitzt.

"Die Membranen von FFP2- oder KN95-Masken, aber auch von manchen medizinischen Masken filtern extrem effektiv", so das Fazit von Bagheri. "Das Ansteckungsrisiko wird dann von der Luft, die an den Rändern der Maske aus- und einströmt, dominiert." Dazu kommt es, wenn der Rand der Maske nicht dicht am Gesicht anliegt.

Tipp: So sitzen Masken mit Bügel gut

Wichtig ist also nicht nur, dass alle im selben Raum Masken tragen, sondern auch, dass diese möglichst gut sitzen. Dazu hat Forscher Bodenschatz einen Tipp: "Eine Maske lässt sich an die Gesichtsform hervorragend anpassen, wenn man ihren Metallbügel vor dem Aufsetzen zu einem abgerundeten W biegt. Dann gelangen die ansteckenden Aerosolepartikel nicht mehr an der Maske vorbei, und auch Brillen beschlagen nicht mehr."

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