Hannibal-Hochhaus: Etliche Mieter immer noch in Notunterkünften

Hannibal-Hochhaus: Etliche Mieter immer noch in Notunterkünften

Von Martin Wilger/Bettina Weihe

  • Mieterverein erinnert an Schicksal von Hannibal-Bewohnern
  • Sanierung des Hochhauses soll 2019 beginnen
  • Mieter sollen zu alten Konditionen zurückkehren dürfen

Auch ein Jahr nach der Zwangsräumung vom Hochhauskomplex Hannibal in Dortmund reißt die Kritik des Mietervereins nicht ab. Mehr als 40 der rund 400 Miet-Parteien würden immer noch in Wohnungen und Notunterkünften der Stadt leben, kritisiert der Mieterverein Dortmund am Freitag (21.09.2018) zum Jahrestag der Zwangsräumung.

Mitte August hatte der Eigentümer Intown GmbH der Stadt Dortmund Sanierungspläne vorgelegt. Das Hochhaus soll demnach ab Mitte 2019 saniert werden. Die Sanierung soll mehrere Millionen Euro kosten und Ende 2020 abgeschlossen sein. Dann sollen laut Eigentümer mehr Wohnungen zur Verfügung stehen als vorher, unter anderem sollen Studenten- und Singlewohnungen entstehen.

Mieter sollen zu alten Konditionen zurückkehren dürfen

Weit über 700 Mieter haben in dem Hochhaus in Dortmund-Dorstfeld gewohnt. Viele sind nach der Räumung bei Freunden und Verwandten untergekommen und haben mittlerweile eine neue Wohnung bezogen.

Rund 100 Personen haben noch immer einen Mietvertrag für eine Wohnung im Hannibal. Sie sollen nach erfolgter Sanierung zu alten Konditionen wieder in den Wohnkoloss zurückkehren dürfen. Dafür gibt es auch ausnahmsweise mal Lob für den Eigentümer vom Mieterverein.

Rechtsstreit wegen der Räumung des Gebäudes

Im September 2017 war das Gebäude von der Stadt zwangsgeräumt worden. Es gab erhebliche Mängel beim Brandschutz. Damals wie heute sieht Intown die Reaktion der Stadt als völlig überzogen an. Darum hat die Immobilienfirma geklagt.

Dabei geht es um viel Geld. Zum einen sind Kosten in Millionenhöhe aufgelaufen, zum anderen geht es um ausgefallene Mieteinnahmen.

Stand: 21.09.2018, 14:09