Trauer um Elefant Tsavo

Lokalzeit Bergisches Land 21.11.2022 04:13 Min. Verfügbar bis 21.11.2023 WDR Von Christian Licht

Wuppertaler Elefantenbaby Tsavo ist tot

Stand: 22.11.2022, 12:00 Uhr

Das zweieinhalb Jahre alte Elefantenkalb aus dem Zoo Wuppertal wurde am Sonntag eingeschläfert - nach tagelangen Schmerzen und Krämpfen. Der Zoo vermutet als Ursache Tetanus.

20 Jahre lang hatte der grüne Zoo Wuppertal nur Grund zum Jubeln mit seiner Elefantenherde. Die Tiere gediehen prächtig; in der Zeit wurden 14 Elefantenkälber gboren. Jetzt der Tiefschlag: Ein Jungtier, das im März 2020 geboren wurde, musste eingeschläfert werden - der kleine Elefantenbulle Tsavo.

Er war der erklärte Publikumsliebling. Die Zoobesucher fieberten mit, als er im September dieses Jahres eine Krone auf seinen Stoßzahn bekam. Er hatte sich die Zahnspitze bei Rangeleien mit dem Käfig abgebrochen. Die Zahnbehandlung schien erfolgreich - bis zu diesem Freitag.

Rapide schlechter werdende Gesundheit

Das Elefantenkalb Tsavo

Da zeigte er erstmals Appetitlosigkeit, war nervös und hatte Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Erste Blutuntersuchungen zeigten eine bakterielle Infektion. Am nächsten Tag veränderte sich sein Zustand dramatisch, so Zoodirektor Arne Lawrenz. Tsavo wirkte völlig verkrampft. Am Sonntag konnte der kleine Bulle nicht mehr aufstehen oder den Kopf heben. Er bekam Krämpfe.

Wegen der sehr schlechten Gesundheitsprognose entschied sich das Team des Wuppertaler Zoos noch am Sonntag, den Elefant einzuschläfern.

Krankheitsursache unklar

Das Elefantenkalb Tsavo

Woran der kleine Elefantenbull letztendlich litt, ist noch unklar. Die Folgen der Zahnbehandlung könnten eine Rolle gespielt haben, ebenso aber ein Wundstarrkrampf, also Tetanus. Das würde einige Symptome erklären. Aber auch eine extrem seltene Viruserkrankung bei Elefanten, eine Herpesart, will der Zoo nicht ausschließen.

Der Tierkörper wurde am Montag in die Pathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen gebracht, um die Todesursache endgültig zu klären. Dann sei auch absehbar, ob und wie der Rest der Herde geschützt werden müsse, so Lawrenz.

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