Der Einsatz erfolgte in der Nacht zu Mittwoch in den Stadtteilen Bilderstöckchen, Niehl, Weidenpesch und Ehrenfeld, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen bekanntgab. Sichergestellt wurden unter anderem Unterlagen sowie eine Schusswaffe samt Munition.
Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung
Das Ermittlungsverfahren unter Kölner Federführung richtet sich gegen mehrere italienische Staatsangehörige, die ihren Wohnsitz in Köln haben. Sie sind 53, 55, 62 und 67 Jahre alt. Die zwei Hauptbeschuldigten sollen der Mafia-Organisation Cosa Nostra angehören. die Ermittler werfen ihnen vor, Mitglieder einer kriminellen Vereinigung zu sein, die zwischen Deutschland und Sizilien mit Drogen handelt.
Dabei geht es laut Staatsanwaltschaft vor allem um Kokain, Haschisch und Marihuana. Jahrelange Ermittlungen italienischer Strafverfolgungsbehörden gegen die Cosa Nostra seien die Grundlage der Durchsuchungen. Zeitgleich zu den Ermittlungen in Köln fand ein Einsatz auf Sizilien statt. Die Ermittler gaben an, dass dort 15 Haftbefehle und 16 weitere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt wurden.
Internationale Zusammenarbeit bei den Ermittlungen
Zuvor habe es eine enge Abstimmung mit mehreren EU-Behörden und dem Bundeskriminalamt (BKA) gegeben sowie mit der deutschen und italienischen Justiz. An den Durchsuchungen in Köln waren demnach auch italienische Ermittler aus Sizilien beteiligt.
Deutschland als beliebter Standort
In Deutschland ist die 'Ndrangheta der Zweig der itaienischen Mafia, der die meisten Mitglieder hat. Bereits seit Jahren laufen auch in NRW Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder. Nach einer europaweiten Razzia im Jahr 2023 hatte es unter anderem in Bonn, Dortmund, Wuppertal und Essen zahlreiche Verhaftungen gegeben.
Experten zufolge ist Deutschland als Standort bei der Mafia beliebt, weil es als stabiler Wirtschaftsstandort gilt. Ein weiterer Grund ist demnach, dass es keine Obergrenzen für Bargeld gibt. Das macht es für Ermittler schwieriger, den Fluss des Geldes nachzuvollziehen.
Unsere Quellen:
- DPA
- Polizei Köln
Hierüber berichtet der WDR am 22.05.2024 auch im Hörfunk in den WDR2-Nachrichten.