Rosenmontagszug in Köln: Mehrere Verletzte bei Pferdeunfall

Rosenmontagszug in Köln: Mehrere Verletzte bei Pferdeunfall

  • Kölner Rosenmontagszug: Pferdekutsche verunglückt
  • Fünf Personen wurden verletzt
  • Tierschützer fordern Pferdeverbot

Der Rosenmontagszug (12.02.2018) in Köln war für etwa eine Stunde unterbrochen worden, nachdem eine Pferdekutsche durchgegangen war. Rettungskräfte versorgten die Verletzten, wie die Polizei mitteilte. Die beiden Pferde wurden von Tierärzten behandelt und dann von der Polizei mitgenommen.

Fünf Verletzte

Rettungseinsatz am Appellhofplatz

Ein Polizeisprecher sagte, die Verletzungen seien leicht bis mittelschwer. Betroffen waren demnach der Kutschführer, drei weitere Personen auf der Kutsche und eine Zuschauerin. Vier Verletzte kamen ins Krankenhaus, so die Feuerwehr Köln. Ärzte, die eigentlich zum Feiern an der Zugstrecke waren, hätten gleich geholfen. Das Kölner Festkomitee teilte mit, die Verletzten im Krankenhaus besuchen zu wollen.

Pferde im Rosenmontagszug: Unkalkulierbares Risiko

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 13.02.2018 | 02:14 Min.

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Psychologische Betreuung

Ein Augenzeuge berichtete dem WDR, dass das Pferdegespann die ganze Straße entlang gerannt sei. "Man kann froh sein, dass es nicht so viele Verletzte gab. Es war furchtbar", sagte er. Auf der Tribüne, gegen die die Kutsche schließlich krachte, saßen auch Familien mit Kindern. Sie wurden psychologisch betreut.

Flasche oder Zwille geworfen?

Warum die Pferde durchgingen, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt nach WDR-Informationen auch, ob die Pferde absichtlich, etwa durch einen Flaschenwurf oder sogar eine Zwille, provoziert wurden.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach sich trotz des Vorfalls gegen ein Verbot von Pferden beim Rosenmontagszug aus. "Ein Zug ohne Pferde ist Mist", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Wichtig sei die richtige Vorbereitung. "Vielleicht ist auch die Musik am Zugweg zu laut."

Unfall beim Kölner Rosenmontagszug

WDR 2 | 12.02.2018 | 03:29 Min.

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Tierschutzbund fordert Umdenken

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte Reuls Reaktion als "fahrlässig". Er setze damit Mensch und Tier einem unnötigen Risiko aus, sagte Marius Tünte, Sprecher des Tierschutzbundes. "Die Verantwortlichen im Karneval wären gut beraten, jetzt umzudenken und ein Pferdeverbot auszusprechen."

Im vergangenen Jahr war in Köln auch schon ein Pferd kollabiert. In diesem Jahr mussten alle teilnehmenden Pferde eine Gelassenheitsprüfung absolvieren.

Stand: 12.02.2018, 20:39