Müllfalle im Rhein bei Köln verankert

Gegen Plastikabfälle: Müllfalle im Rhein verankert

Stand: 08.09.2022, 13:59 Uhr

Die Umweltorganisation KRAKE hat im Rhein bei Köln eine sogenannte Müllfalle verankert. Der mit Fangkörben bestückte Schwimmponton soll Plastikmüll, der im Rhein treibt, einfangen.

Von Oliver Köhler

Ein Bauschiff hat die zehn Meter lange und sechs Meter breite Müllfalle am Donnerstagmorgen von der Werft in Niederkassel ans Rheinufer im Kölner Stadtteil Riehl geschleppt. Der Gründer der Umweltorganisation KRAKE, Christian Stock, verfolgte die Tour von einem Motorboot aus. "Das ist ein großartiges Gefühl, nach drei Jahren Planung und Bau nun ganz nah am Ziel zu sein", sagte Stock dem WDR. 160.000 Euro hat das Projekt bisher gekostet. Geld, das Sponsoren gespendet haben.

Eine Müllfalle für den Rhein - und die Wissenschaft

WDR 5 Westblick - aktuell 08.09.2022 04:31 Min. Verfügbar bis 08.09.2023 WDR 5


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London und die Themse als Vorbild

Die Müllfalle liegt jetzt wenige Meter von der Kölner Zoobrücke entfernt. Mitarbeiter einer Spezialfirma haben sie mit zwei schweren Ankern am Grund des Rheins befestigt. Helfer der Krake installieren außerdem einen Fangzaun im Rhein. Die Strömung des Rheins soll dann Plastikabfälle, die im Wasser schwimmen, in die Müllfalle treiben.

"Wir wollen so verhindern, dass der Plastikmüll ins Meer gerät und dort die Meereslebewesen schädigt", sagt KRAKE-Gründer Christian Stock. Vorbild für die Müllfalle war ein ähnliches Projekt in der Themse bei London. In Deutschland gibt es laut KRAKE bisher keine Müllfallen.

Die Wissenschaft begleitet das Projekt

Der Müll, den die Falle einfängt, soll wissenschaftlich untersucht werden. Forscher der Universität Bonn wollen den Müll wiegen und klären, um welche Stoffe es sich genau handelt. "So wollen die Wissenschaftler herausfinden, wieviel Plastikmüll insgesamt mit dem Rhein ins Meer fließt", sagt KRAKE-Gründer Stock.

Vorerst darf die Müllfalle jetzt ein Jahr lang an ihrem Liegeplatz bleiben. Während dieser Zeit will das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt prüfen, ob von der Falle Gefahren für die Schifffahrt ausgehen.