Köln ist bundesweites Schlusslicht bei Fußgängersicherheit

Von Udo Bühlmann

In keiner anderen deutschen Großstadt fühlen sich Fußgänger so unsicher wie in Köln. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ADAC.

"Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie in Ihrer Stadt als Fußgänger unterwegs sind?" Diese Frage hat der ADAC in einer Umfrage in 16 deutschen Großstädten gestellt. Auf Platz eins der Befragung landet Rostock, Köln ist hingegen das Schlusslicht der Tabelle.

E-Scooter- und Radfahrer egoistisch

Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, hier Gehwege und Straßen mit einem unsicheren Gefühl zu nutzen. Als Gründe nannten sie den Egoismus anderer im Straßenverkehr.

Schlechte Noten gibt es für Verkehrsteilnehmer, die mit E-Scootern und Fahrrädern unterwegs sind. Von den befragten Fußgänger empfinden 60 Prozent das Verhalten von E-Scooter-Fahrern und 43 Prozent das Verhalten von Radfahrern als besonders rücksichtslos.

Falsches Parken verunsichert Fußgänger

Zwei von drei Befragten kritisierten, dass Zweiräder oft unerlaubt auf Gehwegen fahren oder mit zu geringem Abstand überholen. Eine Fußgängerin auf der Breite Straße sagte zum WDR beispielsweise: "Radfahrer flitzen schon ganz schön schnell an einem vorbei. Auf der Hohenzollernbrücke ist mir auch schon mal ein Fahrradfahrer hinten reingefahren, weil es so voll war." Störend seien auch auf Gehwegen abgestellte Fahrräder, E-Scooter und Motorräder.

Autofahrer rücksichtslos

Massive Kritik üben die Fußgänger auch an Autofahrern in Köln. 70 Prozent sind darüber genervt, dass Autofahrer beim Abbiegen nicht auf Fußgänger achten oder unerlaubt auf Gehwegen parken. Rund jeder zweite Befragte stellt immer wieder fest, dass Autos nicht vor Zebrastreifen halten.

Stadt Köln hat Planungen vernachlässigt

Auch die Kölner Infrastruktur wird von Fußgängern als schlecht bewertet. Drei von vier Befragten empfinden die Abstände zwischen Überquerungsmöglichkeiten von Hauptstraßen als zu groß.

Deutliche Kritik übt der ADAC an der Stadt Köln. Die Verwaltung habe die Bedürfnisse von Fußgängern bei der Verkehrsplanung jahrelang vernachlässigt. Gehwege seien häufig zu schmal und teilweise total veraltet, heißt es beim ADAC. Er fordert mehr Investitionen in den Ausbau, die Reparatur und eine bessere Beleuchtung der Gehwege. Auch eine gemeinsame Benutzung der Wege mit anderen Verkehrsteilnehmer solle vermieden werden.

Ähnlicher Ansicht ist auch Anne Grose vom Fachverband Fußverkehr FUSS e.V. in Köln: "Die Studie sollte ein Alarmzeichen sein. Es gibt hier viel zu wenig Fläche für Fußgängerinnen und Fußgänger. Noch immer wird zu stark vom Auto her geplant."