Corona-Infektionen in NRW-Kitas versechsfacht - Pläne für PCR-Tests

Die Corona-Zahlen in Kitas sind im November sprunghaft gestiegen. Immer mehr Kommunen überlegen, PCR-Lolli-Tests auch in Kitas als Standard einzuführen. Verpflichtend werden sie aber nicht.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Kitas in NRW ist im November in die Höhe geschnellt. Dem NRW-Familienministerium sind 2.436 Corona-Infektionen bei Kita-Kindern gemeldet worden - sechs mal mehr als im Oktober. Da waren es demnach noch 427. Allerdings hat nur etwa die Hälfte der Kitas bei der Befragung des Landesfamilienministeriums mitgemacht.

Forderungen, die sogenannte Lollitest-Methode auch in Kindertagesstätten einzuführen, werden lauter. Unter anderem beschäftigen sich aktuell Meerbusch und Neuss mit solchen PCR-Pooltests. Die Stadt Düsseldorf hatte angekündigt, diese ab Mitte Dezember einzuführen.

Ministerium schließt landesweite PCR-Pooltestung aus

Vorgeschrieben wird das aber nicht. Wie das NRW-Familienministerium am Mittwoch mitteilte, ist "eine landesweite PCR-Pooltestung aus Gründen der Logistik im ländlichen Raum und nicht ausreichender Laborkapazitäten ausgeschlossen". Die Kommunen könnten aber "im Rahmen einer eigenen Teststrategie PCR-Tests anbieten - sofern dies logistisch und von den verfügbaren Labor-Kapazitäten vor Ort umsetzbar ist".

Laut dem Familienministerium sei die Regelung ist "mit allen an Kita-beteiligten Akteuren besprochen. Insbesondere von den Gewerkschaften ist das Testen der Kinder durch die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen kategorisch ausgeschlossen worden."

Köln und Mönchengladbach mit Vorreiterrolle

Ramona Ernst, Schulleiterin der Grundschule am Schwemmbach, packt die gerade erhaltenen "Lolli-Tests" für die Grundschüler aus | Bildquelle: Michael Reichel/dpa

Einige Städte bieten PCR-Pooltests in Kitas schon länger an, Köln und Mönchengladbach zum Beispiel bereits seit April. "Unser Ziel war es, die Kitas offen zu halten", sagte Dörte Schall, Gesundheitsdezernentin der Stadt Mönchengladbach. "Die Lösung für dieses Offenhalten war, dass wir flächendeckend die Lollitests einführen."

So können die Kitas Sicherheit für die Familien geben, dass ihre Kinder nicht ansteckend sind und sich andererseits auch nicht anstecken können. "Wir geben so aber auch die Sicherheit für unsere Beschäftigten", sagt Schall weiter.

Lolli-Tests in Düsseldorfer Kitas ab Mitte Dezember

Die Düsseldorfer Verwaltung bereitet gerade alles dafür vor, Mitte Dezember mit den Lollitests in Kitas zu starten - mit ähnlichen Argumenten wie in Mönchengladbach. Man wolle als oberstes Ziel die Kitas offen halten. Vor allem um die Eltern zu entlasten, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen, sagte Stephan Glaremin, Jugendamtsleiter in Düsseldorf, kürzlich.

Bei Lollitests werden die einzelnen Proben der Kinder zu einer Sammelprobe zusammengefasst und diese im Labor analysiert. Sollte die gemeinsame Probe positiv sein, müssen die Kinder individuell erneut auf Corona getestet werden. Sollten Eltern diesen Einzeltests nicht zustimmen, müsse das Kind zehn Tage zuhause bleiben - zur Sicherheit der anderen, heißt es in einem Schreiben des Jugendamtes an Eltern.