Bundestagswahl 2021: So haben die Menschen rund um Düsseldorf gewählt

In und um Düsseldorf hat es einige Wechsel bei den Direktmandaten und spannende Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben. Alle wichtigen Zahlen, Daten und Fakten zusammengefasst.

Düsseldorfer Grüne kehren nach drei Jahrzehnten in den Bundestag zurück

Thomas Jarzombek erhält für die CDU im Wahlkreis Düsseldorf I die meisten Stimmen und bleibt im Bundestag. | Bildquelle: WDR/privat

In der Landeshauptstadt hat es im Wahlkreis Düsseldorf II einen Machtwechsel gegeben. Im Wahlkreis Düsseldorf I bleibt alles beim Alten. CDU-Politiker Thomas Jarzombek das Direktmandat. Seine Partei bekommt mit 22,37 Prozent die meisten Zweitstimmen.

Für den Wahlkreis Düsseldorf II zieht SPD-Politiker Andreas Rimkus in den Bundestag ein. Damit gehört Sylvia Pantel von der CDU zu den größten Wahlverlierern. Die als sehr konservativ geltende 60-jährige hat im Vergleich zur letzten Bundestagswahl fast 10 Prozentpunkte ihrer Stimmen verloren. Sie war während des Wahlkampfes durch ihre Nähe zum gebürtigen Mönchengladbacher Hans-Georg Maaßen aufgefallen.

Andreas Rimkus zieht für die SPD im Wahlkreis Düsseldorf II in den Bundestag ein. | Bildquelle: WDR/privat

Für die größte Überraschung haben die Düsseldorfer Grünen gesorgt. Im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren hat die Partei im Wahlkreis Düsseldorf II ihr Ergebnis bei den Zweitstimmen mehr als verdoppelt. Auch im Wahlkreis Düsseldorf I sind es rund 13 Prozentpunkte mehr als beim letzten Mal.

Sara Nanni zieht für die Grünen über die Landesliste in den Bundestag ein. | Bildquelle: WDR/privat

Damit zieht nach 32 Jahren wieder eine grüne Politikerin in den Bundestag ein. Sara Nanni kommt über die Landesliste. Zuletzt war Otto Schily in den 1980er-Jahren für die Düsseldorfer Grünen im Bundestag. Später wechselte er zur SPD und wurde 1998 Bundesinnenminister.

Mönchengladbacher Innenpolitiker muss zittern

Günter Krings ist für die Mönchengladbacher CDU deutlich knapper als 2017 in den Bundestag eingezogen. | Bildquelle: WDR/privat

In einem anfangs engen Kopf-an-Kopf-Rennen hat sich CDU-Politiker Günter Krings am Ende gegen SPD-Politikerin Gülistan Yüksel durchgesetzt. Bei den Zweitstimmen ist der Vorsprung der Union im Vergleich zur letzten Bundestagswahl in Mönchengladbach extrem geschrumpft. Hatte die CDU damals noch 35,8 Prozent der Stimmen und die SPD lediglich 23,3, liegt der Vorsprung nun nur noch bei gut einem Prozentpunkt.

CDU verliert viele Wählerstimmen im Wahlkreis Krefeld II - Wesel II

Jan Dieren zieht für die SPD aus dem Wahlkreis Krefeld II/Wesel II in den Bundestag ein. | Bildquelle: WDR/privat

Die SPD ist im Wahlkreis Krefeld II - Wesel II klarer Sieger. Von 32,0 Prozent der Erststimmen vor vier Jahren geht es rauf auf 35,2 Prozent bei den Erststimmen. Damit zieht Jan Dieren von der SPD direkt in den Bundestag ein. CDU-Politikerin Kerstin Radomski könnte über Platz 20 der Landesliste im Bundestag bleiben.

Ansgar Heveling holt als Direktkandidat die meisten Stimmen im Wahlkreis Krefeld I - Neuss II. | Bildquelle: WDR/privat

Im Wahlkreis Krefeld I - Neuss II zieht Ansgar Heveling für die CDU in den Bundestag ein. Er verliert allerdings fast neun Prozentpunkte bei den Erststimmen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl. Trotzdem liegt er noch deutlich vor SPD-Kandidat Philipp Einfalt mit 25,46 Prozent. Den Grünen gelingt es, ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Bundestagswahl bei den Zweitstimmen mehr als zu verdoppeln - auf 15,53 Prozent.

Rhein-Kreis Neuss bleibt schwarz

Hermann Gröhe zieht für die Krefelder CDU in den Bundestag ein. | Bildquelle: WDR/privat

Im Wahlkreis Neuss I holt Hermann Gröhe von der CDU zwar im Vergleich zur letzten Bundestagswahl etwa acht Prozentpunkte weniger Erststimmen, zieht mit 35,78 Prozent aber wieder direkt in den Bundestag ein. Seine Partei verliert bei den Zweitstimmen deutlich. Von 35,9 Prozent 2017 geht es im Wahlkreis Neuss I runter auf 29,92 Prozent. Die SPD klettert auf 27,19 Prozent.

Alles beim Alten im Kreis Viersen

Martin Plum ist der meistgewählte Politiker im Kreis Viersen und zieht erneut für die CDU in den Bundestag ein. | Bildquelle: WDR/privat

Die CDU bleibt wie auch bei der Bundestagswahl vor vier Jahren stärkste Kraft im Kreis Viersen. Mit deutlichem Vorsprung zieht Martin Plum als Direktkandidat in den Bundestag ein. Mit 35,84 Prozent der Stimmen liegt er gut acht Prozentpunkte vor seinem Herausforderer Udo Schiefner von der SPD. Die Sozialdemokraten holen zwar insgesamt deutlich auf und kommen auf 26,69 Prozent der Zweitstimmen. Aber das reicht nicht aus, um die CDU mit ihren 30,44 Prozent zu überholen. Die CDU verliert im Vergleich zu vergangenen Bundestagswahl knapp acht Prozentpunkte ihrer Zweitstimmen.

Wachablösung bei den Zweitstimmen im Kreis Mettmann

Klaus Wiener, CDU, gewinnt den Wahlkreis Mettmann I | Bildquelle: WDR/Linde

Die CDU-Politiker Klaus Wiener und Peter Beyer ziehen in ihren Wahlkreisen direkt in den Bundestag ein. Im Wahlkreis Mettmann I holt Wiener allerdings deutlich weniger Stimmen (29,97 %) als noch seine Vorgängerin Michaela Noll (44,6 %) vor vier Jahren. Und auch bei den Zweitstimmen schmilzt der Vorsprung der CDU im Vergleich zur Wahl 2017 deutlich. Von 34 Prozent geht es runter auf 27,39 Prozent. Die SPD klettert von 24,5 auf 26,78 Prozent der Zweitstimmen.

Peter Beyer, CDU, holte das Direktmandat für den Wahlkreis 105 | Bildquelle: WDR / Linde

Im Wahlkreis Mettmann II gibt es bei den Zweitstimmen sogar eine Wachablösung. Mit 28 Prozent liegt die SPD knapp vor der CDU mit 27,06 Prozent. Vor vier Jahren hatte die CDU noch 11 Prozentpunkte Vorsprung. Auch bei den Erststimmen hat es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Spitzenkandidaten beider Parteien gegeben. Am Ende konnte sich CDU-Mann Peter Beyer mit 0,64 Prozentpunkten gegenüber seiner Herausforderin Kerstin Griese von der SPD durchsetzen. Griese zieht über die Landesliste in den Bundestag ein.

Rekordzahlen bei der Briefwahl

Wahlhelfer zählen Stimmen bei der Briefwahl auf einem Tisch | Bildquelle: Moritz Börner - WDR

Einen Rekord brach die Zahl der Briefwähler bei dieser Bundestagswahl. Allein in Düsseldorf hatten bis zum Nachmittag fast 170.000 Menschen ihre Stimme per Brief abgegeben. Bei der letzten Bundestagswahl waren es etwa 55.000 weniger. Im Kreis Viersen hatten knapp 40 Prozent der Wahlberechtigten per Brief gewählt, fast doppelt so viele wie beim letzten Mal.


Auch der Wahl-O-Mat wurde vor der Bundestagswahl so oft genutzt wie noch nie. Das hat die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität mitgeteilt. Das Tool ist dort mitentwickelt worden. Demnach wurde der Wahl-O-Mat schon einige Tage vor der Wahl knapp 18 Millionen Mal benutzt. Vor der letzten Bundestagswahl 2017 wurde er 15,7 Millionen mal genutzt. 

Umfrage "Wie war der Wahlkampf" aus Meerbusch 00:24 Min. Verfügbar bis 26.09.2022