3000 Jahre alte Skelette in Kuchenheim gefunden

Von Rihan Rodosthenous

In Euskirchen-Kuchenheim haben Archäologen zwei komplett erhaltene menschliche Skelette aus der Eisenzeit entdeckt. Die Sensation: Im Grab befand sich auch ein menschlicher Schädel und ein Schwert.

Experten schätzen, dass die Skelette bis zu 3000 Jahre alt sein könnten. „Wie alt sie tatsächlich sind, wird noch untersucht. Das kann noch eine Weile dauern“, so Michaela Aufleger vom Landschaftsverband Rheinland (LVR).

„Sensation im Rheinland“

„Allein die Knochenerhaltung ist eine Sensation im Rheinland. Der Boden ist hier nämlich kalkarm“, erklärt Aufleger. „Dadurch werden Knochen eigentlich schneller abgebaut.“ Skelette blieben somit im Rheinland oft nicht gut oder gar nicht erhalten.

Hinzu kommt: „Eine Mehrfachbestattung ist sehr, sehr selten in der Region“, so Alexandra Schubert, Ausgrabungsleiterin. Durchgeführt hatte die Ausgrabung die Fachfirma „archaeologie.de“.

Waffenbeigabe im Begräbnis etwas besonderes

„Auch ein Waffenfund in einem Begräbnis ist ein großer Fund. Ein Schwert hat einen großen Materialwert. Das gibt man dem Toten mit, obwohl das Material wiederverwendet werden könnte“, so Schubert. Nun wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche Bedeutung das Schwert hat und warum ein Schädel zwischen den Skeletten lag.

Grab inmitten einer eisenzeitlichen Siedlung

„Das Grab liegt mitten in einer Siedlung“, ergänzt Schubert. Neben den Skeletten wurden am Fundort auch Urnen samt verbrannten Knochen ausgegraben. Das Archäologenteam geht davon aus, dass die Siedlung vor ungefähr 2500 Jahren in der Eisenzeit entstand. Verfärbungen im Boden zeigen, wo sich einst Holzpfähle von Häusern befanden.

Wichtig sei, diese Verfärbungen schnellstmöglich zu dokumentieren, bevor sie durch Austrocknung nicht mehr erkennbar seien, so Christos Vangeltzikis, Archäologe und Teil des Ausgrabungsteams in der Kölnischen Rundschau.

Am Fundort soll Neubausiedlung entstehen

Immer wieder hat es in der Vergangenheit archäologische Untersuchungen in der Region gegeben. Auf dem Gebiet, in dem das Grab gefunden wurde, soll ein Neubaugebiet entstehen. Vor zwei Jahren wurden bei Bodenuntersuchungen bereits Hinweise auf eine Siedlung entdeckt.