Impfgipfel: Priorität bei Corona-Impfung ab Juni aufgehoben

Impfgipfel berät über Änderungen für Geimpfte WDR aktuell 26.04.2021 01:13:47 Std. Verfügbar bis 26.04.2022 WDR

Impfgipfel: Priorität bei Corona-Impfung ab Juni aufgehoben

Die Zahl der Geimpften in Deutschland wächst. Für sie soll es bald Erleichterungen geben. Das hat die Bund-Länder-Konferenz am Montag beschlossen.

Noch sind die knappen Impfstoffe bestimmten Personengruppen vorbehalten. Doch das dürfte sich bald ändern. Bund und Länder haben am Montag über das weitere Vorgehen in Sachen Impfen beraten - und sind sich in folgendem Punkt einig: Ab Juni soll die Priorität bei Impfungen aufgehoben werden.

Jeder kann sich im Juni um einen Impftermin bemühen

"Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben", sagte Merkel am Montag in Berlin nach Beratungen mit den Länder-Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.

Erleichterungen für Geimpfte und Genesene

Worauf sich die Bund-Länder-Runde per Videokonferenz ebenfalls verständigte: Auf die Millionen von Corona-Geimpften und Genesenen in Deutschland kommen Erleichterungen zu. Das heißt: Die Betroffenen sollten etwa beim Einkaufen oder beim Friseurbesuch keinen negativen Corona-Tests vorlegen müssen, sagte Merkel. Auch die Pflichtquarantäne nach der Einreise aus dem Ausland solle dann wegfallen. Ihre Regierung werde eine entsprechende Rechtsverordnung auf den Weg bringen.

"Das war heute eine Hoffnungs-MPK"

Im Alltag würden sich diese Erleichterungen so auswirken, dass "da, wo Schnelltests erwartet werden, Geimpfte und Genesene diese Tests nicht beibringen müssen", sagte die Kanzlerin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte mit Blick auf die rasch steigenden Impfzahlen: "Das war heute eine Hoffnungs-MPK." Merkel stimmte dem zu: "Es war eine MPK der Hoffnung."

Laschet: "Das Licht am Ende des Tunnels wird heller"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigte sich überzeugt: "Das Licht am Ende des Tunnels wird heller", sagte er. Der Weg raus aus der Pandemie heiße "rein in die Arztpraxen und Impfzentren". Durch die weitere Steigerung der Impfquote könne die "dauerhafte Rückkehr in die Normalität" ermöglicht werden, betonte Laschet. Das Tempo der Impfungen sei seit Ostern in NRW deutlich angezogen, 5,6 Millionen Impfungen seien in dem Bundesland bereits verabreicht worden. Vermutlich am Dienstag dürfte ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland die Erstimpfung erhalten haben.

Sechs Millionen Bürger haben zwei Impfdosen erhalten

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums haben bis Sonntag knapp sechs Millionen Menschen in Deutschland zwei Impfdosen erhalten. Sie gelten damit als vollständig geimpft. Insgesamt 19,5 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfung erhalten. Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut bei 2,9 Millionen.

Sommerurlaub möglich? Merkel äußert sich nicht konkret

Keine konkrete Aussage wollte Merkel auf die Frage machen, ob und wie in diesem Sommer Urlaub möglich sein wird. Dies werde von der Höhe der Grundinzidenz abhängen. Im Sommer vergangenen Jahres habe die Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 2 und 5 betragen. "Ich sage nicht, dass es wieder so weit runtergehen muss, weil uns jetzt das Impfen hilft. Aber wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels zu öffnen, das kann ich heute nicht sagen. Das hängt vom Verlauf dessen ab, was wir jetzt im Augenblick machen."

Stand: 26.04.2021, 19:49

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