Corona-Live-Ticker: CDU-Kandidaten-Kür erst nach dem Corona-Winter?

Corona-Live-Ticker: CDU-Kandidaten-Kür erst nach dem Corona-Winter?

  • Altmaier plädiert für Verschiebung des CDU-Parteitags
  • Kirchen verschärfen Regeln für Gottesdienste
  • Neuinfektionen mit weiterem Höchstwert
  • Ausschreitungen in Neapel
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

11:28 Uhr: Altmaier plädiert für Verschiebung des CDU-Parteitags

Angesichts des dramatischen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen mehren sich die Stimmen für eine Verschiebung des bislang Anfang Dezember geplanten CDU-Bundesparteitags. Nach anderen CDU-Politikern warnte auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), derzeit seien die Infektionszahlen für eine solche Veranstaltung "viel zu hoch". Auf dem Parteitag soll ein Nachfolger für die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt werden. Altmaier riet auch zur Zurückhaltung bei der Nominierung eines Kanzlerkandidaten der CDU/CSU für die Bundestagswahl im kommenden September. "Wir sollten uns in den nächsten Monaten auf das konzentrieren, was Vorrang hat: Gesundheit und wirtschaftlicher Aufschwung", sagte der Wirtschaftsminister. Neben einer Verschiebung des Parteitages wird derzeit auch über dessen weitere Verkürzung, über eine dezentrale Veranstaltung sowie über eine Vorsitzendenwahl per Brief diskutiert.

10:36 Uhr: Merkel wiederholt Appell an Bevölkerung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Bürger erneut eindringlich zu einer Reduzierung der Kontakte aufgefordert. Angesichts der sich weiter zuspitzenden Lage und des nach wie vor gültigen Appells aus dem Podcast der vergangenen Woche sende sie diesen erneut. Sie wolle unterstreichen, wie ernst die gegenwärtige Situation sei, teilte die Bundesregierung mit. Es gelte heute "noch dringender" das, was sie letzte Woche gesagt habe. Das Gebot der Stunde heiße "Kontakte reduzieren."

9:42 Uhr: Kirchen verschärfen Regeln für Gottesdienste

Aufgrund der stark gestiegenen Corona-Fallzahlen haben die evangelische und die katholische Kirche in NRW ihre Regeln für den Gottesdienstbesuch verschärft. So gilt im Bistum Aachen ab sofort eine Maskenpflicht für Gottesdienstbesucher, wenn der Inzidenzwert vor Ort auf 35 steigt. Singen ist möglich, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Ab einer Inzidenz von 50 muss der Gemeindegesang deutlich reduziert werden. Das Erzbistum Paderborn hat festgelegt: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 50, muss die Zahl der Gottesdienstbesucher auf maximal 50 Prozent der normalen Kapazität der jeweiligen Kirche begrenzt werden.

Die drei evangelischen Landeskirchen in NRW haben ebenfalls ihre Regeln angepasst. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 tragen die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eine Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitzplatz. Ausgenommen davon sind Pfarrerinnen und Pfarrer, Lektorinnen und Lektoren sowie Musikerinnen und Musiker, Chor- und Solosängerinnen. Ab einer Inzidenz von 50 wird die maximale Teilnehmerzahl der Gottesdienstbesucher in Kirchen auf maximal 250 Personen festgelegt, außerdem wird auf Gesang verzichtet.

8:14 Uhr: Auch USA mit Höchstwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag. Von den 8,5 Millionen bestätigten Infizierten starben bislang etwa 224.000 Menschen - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

7.08 Uhr: Ausschreitungen in Neapel

In Neapel ist es bei Protesten gegen die nächtliche Ausgangssperre zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund um den Beginn der Sperrstunde gestern um 23.00 Uhr entzündeten Demonstranten Rauchbomben, schleuderten Gegenstände auf die Polizei und setzten Mülltonnen in Brand. Mehrere hundert Menschen, viele von ihnen junge Leute, beteiligen sich an den Protesten. Die nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus war von den Behörden für die italienische Region Kampanien, zu der Neapel gehört, mit Wirkung ab Freitagabend verhängt worden. Auch in den Regionen Lombardei und Latium wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt - zu Latium gehört die Hauptstadt Rom. Am vergangenen Sonntag hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte eine landesweite Sperrstunde ab Mitternacht für Bars und Restaurants verfügt.

6.52 Uhr: Neuinfektionen mit weiterem Höchstwert

Nach den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Samstag stieg die Zahl der erfassten Ansteckungsfälle im Vergleich zum Vortag auf 14.714 und damit auf einen neuen Höchstwert. In diese Zahl sind allerdings Infektionen eingerechnet, die am Vortag aufgrund einer technischen Panne bei der Übermittlung der Daten noch nicht erfasst worden waren. Ohne die Technikpanne hätte das Institut am Freitag einen noch höheren Wert ermittelt - dafür wäre aber die am Samstag veröffentlichte Zahl niedriger gewesen. Am Donnerstag und Freitag hatte das RKI täglich registrierte Neuinfektionen von jeweils mehr als 11.000 Fällen bekanntgeben - schon damit waren alle bisherigen Werte in Deutschland seit Beginn der Pandemie übertroffen worden.

06.30 Uhr: Viele EU-Staaten verschärfen Maßnahmen

Ganz Europa kämpft mit drastischen Maßnahmen gegen die zweite Corona-Welle. In einigen Nachbarländern Deutschlands ist die Lage besonders dramatisch.

Die Regierung in Luxemburg hat eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr dürfen Einwohner ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie Ministerpräsident Xavier Bettel am Freitag mitteilte. Die Maßnahmen sehen auch ein Verbot von Versammlungen von mehr als vier Menschen vor - auch in Bars und Restaurants. Sie sollen zunächst einen Monat lang gelten.

In Polen muss die Gastronomie zunächst für zwei Wochen schließen. Für alle Schüler ab der 4. Klasse wurde Fernunterricht per Computer verordnet. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren dürfen das Haus oder die Wohnung tagsüber zwischen 8 und 16 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen.

In Belgien müssen die Freizeitparks zunächst für die kommenden vier Wochen schließen. An kulturellen, religiösen oder anderen Veranstaltungen im Inneren dürfen maximal 40 Personen teilnehmen. Ist ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern garantiert, dürfen es bis zu 200 Personen sein, die jedoch eine Maske tragen müssen. An Universitäten dürfen die Räume maximal zu 20 Prozent ausgelastet werden; auch hier gilt eine Maskenpflicht. Im ersten Studienjahr gelten Ausnahmen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer wieder verboten.

In Dänemark wird eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Innenräumen eingeführt. Ab 22 Uhr ist der Verkauf von Alkohol untersagt.

Ab Samstag gilt für ganz Österreich mit Ausnahme des Bundeslandes Kärnten und zwei kleiner Exklaven an der deutschen Grenze eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Bei einer Einreise nach Deutschland ohne ein aktuelles, negatives Corona-Testergebnis muss man in Quarantäne, von der man sich allerdings auch noch später "freitesten" lassen kann. Ausnahmen gelten für Berufspendler. Ab dem 8. November können sich Einreisende aus Österreich erst nach fünf Tagen mit einem Test aus der Quarantäne befreien.

In Tschechien sind die Restaurants schon seit eineinhalb Wochen geschlossen. Gesundheitsminister Roman Prymula besuchte offensichtlich dennoch eines. Die Zeitung "Blesk" fotografierte den Politiker und Epidemiologen, wie er abends ein Luxusrestaurant verlässt und dabei keine Maske trägt. Regierungschef Andrej Babis sagte am Freitag, er habe den 56-Jährigen deswegen gebeten, seinen Rücktritt einzureichen. Tue er das nicht, werde er entlassen.

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Stand: 24.10.2020, 11:35