Geimpft, genesen, getestet: Diese Corona-Regeln gelten in NRW

Ein Mitarbeiterin eines Wirtshauses kontrolliert am Eingang den 3G-Nachweis von zwei Gästen. Gäste von Restaurants müssen bei ihrem Aufenthalt in Innenräumen geimpft, getestet oder genesen sein.

Geimpft, genesen, getestet: Diese Corona-Regeln gelten in NRW

Welche Corona-Regeln gelten in NRW? Was bedeutet die 3G-Regel? Wann und wo ist welcher Nachweis nötig? Wo gilt eine Maskenpflicht? Ein Überblick.

In NRW ist dank stark gelockerter Corona-Regeln wieder vieles leichter. Das komplizierte Inzidenzstufen-Modell ist abgeschafft. Stattdessen gilt die 3G-Regel. Liegt die Inzidenz über 35, muss man nun vielerorts nachweisen, dass man Geimpfter, Genesener oder Getesteter ist - zum Teil auch bei geringerer Inzidenz.

Neue Corona-Schutzverordnung seit Donnerstag

Am Mittwoch (15.09.2021) ist eine aktualisierte Fassung der Corona-Schutzverordnung in Kraft getreten. Sie wurde nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums aber lediglich redaktionell und nicht inhaltlich geändert. Wenige Tage zuvor trat eine weitere Fassung in Kraft. Seitdem wird in der Verordnung betont, dass die Corona-Regeln "insbesondere" an der Hospitalisierungsrate ausgerichtet sind, also an der Zahl derjenigen, die wegen Corona im Krankenhaus behandelt werden müssen. Konkrete Auswirkungen auf die Regeln hat diese Neuerung aber nicht.

Was steckt genau hinter der 3G-Regel?

Mit der 3G-Regel bleiben auch bei hohem Infektionsgeschehen alle Einrichtungen geöffnet und alle Veranstaltungen erlaubt. Trotzdem gibt es Fälle, in denen man sich als genesen, geimpft oder negativ getestet ausweisen muss - unter anderem beim Sport in Innenräumen, bei Friseuren, drinnen in Restaurants oder auch bei Großveranstaltungen im Freien. Die Tests sind jeweils 48 Stunden gültig. Die Details im Überblick:

Wo ist immer ein 3G-Nachweis nötig?

In folgenden Einrichtungen muss man sich immer als Geimpfter, Genesener oder Getesteter ausweisen, also auch bei einer Inzidenz unter 35. Für den Negativtest-Nachweis reicht ein offizieller Schnelltest - ein PCR-Test ist nicht nötig.

  • in Krankenhäusern
  • in Alten- und Pflegeheimen
  • in stationären Einrichtungen der Sozialhilfe
  • in Sammelunterkünften für Flüchtlinge
  • in besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe

Wo ist bei erhöhter Inzidenz ein 3G-Nachweis nötig?

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 35 muss man sich in folgenden Situationen und Orten als Genesener, Geimpfter oder Getesteter ausweisen. Es reicht ein offizieller Schnelltest.

  • bei Veranstaltungen in Innenräumen
  • bei Sport, Wellnessangeboten und Ähnlichem in Innenräumen
  • in der Innengastronomie - außer bei Speisen zur Abholung
  • bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseur, Kosmetik, Körperpflege
  • bei Beherbergungen (Testnachweis bei Anreise und dann alle vier Tage)
  • bei touristischen Busreisen und Kinder-, Jugend- und Familienerholungsfahrten
  • bei Großveranstaltungen im Freien ab 2.500 Personen

Wo ist ein 3G-Nachweis mit PCR-Test nötig?

Dort, wo es ein besonders hohes Risiko für Corona-Mehrfachansteckungen gibt, muss man sich ebenfalls als Genesener, Geimpfter oder Getesteter ausweisen. Dann reicht für Getestete allerdings kein Schnelltest mehr - stattdessen ist ein laborbestätigter PCR-Test nötig. Für Menschen ohne Krankheitssymptome ist dieser in der Regel nicht kostenlos. Die Nachweispflicht gibt es in diesen Situationen:

  • in Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen
  • bei Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz
  • in Bordellen, Prostitutionsstätten, Swingerclubs und ähnlichen Einrichtungen sowie auch an anderen Orten bei der Erbringung und Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen

Wo ist kein 3G-Nachweis nötig?

Unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz muss man vielerorts keinen Nachweis erbringen, dass man genesen, getestet oder geimpft ist. Das gilt grundsätzlich für viele dauerhafte Einrichtungen, also unter anderem hier:

  • beim Einkaufen, egal in welchen Geschäften
  • in Museen, Bibliotheken, Zoologischen Gärten und so weiter
  • bei öffentlichen Wahlen
  • bei Gerichtsverhandlungen
  • bei Angeboten der medizinischen Versorgung wie Impfangeboten, Blutspendeterminen und Ähnlichem

Wo in NRW ist die Inzidenz 35 erreicht? Wo also gilt 3G?

Die sogenannte 3G-Regel gilt erst dann, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis, einer kreisfreien Stadt oder landesweit an fünf Tagen mindestens bei 35 liegt. Ausnahmen sind, wie oben beschrieben, Altenheime, Krankenhäuser usw. - dort gilt die 3G-Regel immer.

Außer Kraft tritt die sogenannte 3G-Regel dann, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis, einer kreisfreien Stadt oder landesweit an fünf Tagen unter 35 liegt. Es gelten jeweils die Inzidenzwerte des Robert Koch-Instituts.

Die folgende Grafik und Tabelle zeigt die Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz in den 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. Die Tabelle lässt sich durchsuchen.

Folgende Grafik zeigt die Entwicklung der landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz.

Wann und wo gilt in NRW eine Maskenpflicht?

Unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz gilt vielerorts in NRW weiterhin eine Maskenpflicht. Insbesondere an diesen Orten muss eine OP-Maske oder höherwertige Maske (z. B. FFP2) getragen werden:

  • in Warteschlangen und Anstellbereichen sowie unmittelbar an Verkaufsständen, Kassenbereichen und ähnlichen Dienstleistungsschaltern - auch in Wahlräumen zur Bundestagswahl "und deren Zuwegen innerhalb des Wahlgebäudes"
  • in Taxen
  • auf Schiffen nur drinnen
  • bei Sport-, Kultur- und sonstigen Veranstaltungen im Freien mit mehr als 2.500 Besucherinnen und Besuchern

Im Freien muss man also nur in wenigen Situationen eine Maske tragen. Häufig entfällt die Maskenpflicht aber auch in Innenräumen, z. B. in Privaträumen bei ausschließlich privaten Zusammentreffen, in gastronomischen Einrichtungen an festen Sitz- oder Stehplätzen oder auch in Clubs und Diskotheken.

Weitere Details zur Maskenpflicht - und wo sie entfällt - gibt es unter diesem Link:

Welche Nachweis-Pflicht gilt für Arbeitnehmer?

Nicht geimpfte oder genesene Arbeitnehmer müssen nach fünf Urlaubstagen oder freien Tagen einen Negativtest nachweisen, wenn sie in ihren Betrieb zurückkehren. Dafür reicht ein offizieller Schnelltest oder auch ein offizieller Beschäftigtentest. Details dazu sind in der Corona-Test-und-Quarantäneverordnung geregelt, die sich hier herunterladen lässt:

Weitere Antworten auf Ihre Fragen zu Corona gibt es hier:

Stand: 15.09.2021, 07:44