Stichwahl in der Region: Aachen bekommt grüne Oberbürgermeisterin

Sibylle Keupen jubelt im Aachener Rathaus

Stichwahl in der Region: Aachen bekommt grüne Oberbürgermeisterin

Sibylle Keupen wird die erste grüne Oberbürgermeisterin. Sie holte eine Zweidrittel-Mehrheit.

Die parteilose Sibylle Keupen trat für die Grünen an und wird in Aachen zur ersten grünen Oberbürgermeisterin gewählt. Sie holte 67,37 Prozent der Stimmen. Der CDU-Kandidat Harald Baal erreichte 32,63 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl in Aachen lag bei 41,70 Prozent. Bei der Wahl vor zwei Wochen lag sie bei 53,41 Prozent.

Der Amtsinhaber Marcel Philipp (CDU) war nach elf Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl angetreten.

Podium im Aachener Rathaus

Podium im Aachener Rathaus

Düren bekommt SPD-Bürgermeister

Die Stadt Düren bekommt nach 21 Jahren wieder einen SPD-Bürgermeister. Frank Peter Ullrich hat die Stichwahl deutlich mit knapp 70 Prozent der Stimmen gewonnen. CDU-Bürgermeister-Kandidat Thomas Floßdorf hat keinen Stimmbezirk gewonnen. Überall also eine deutliche Niederlage für den CDU-Spitzenkandidaten und Parteivorsitzenden.

Floßdorf war in die Kritik geraten, weil 2015 gegen ihn ein Strafbefehl wegen Körperverletzung vorlag.

Auch in Monschau gewinnen die Grünen

Wie in Aachen hat sich auch in Monschau die Kandidatin der Grünen durchgesetzt. Herausforderin Silvia Mertens gewann gegen Amtsinhaberin Margareta Ritter mit 51,7 Prozent. Damit wird sie die CDU-Politikerin als Bürgermeisterin ablösen. Ritter war seit 2009 in diesem Amt.

Auch bei der Nachwahl des Stadtrates gehen die Grünen in Monschau als Sieger hervor. Sie bekamen mehr als 27 Prozent der Stimmen. Das sind 13,85 Prozentpunkte mehr als bei den letzten Wahlen.

Geringe Wahlbeteiligung in Wassenberg

Marcel Maurer von der CDU wird neuer Bürgermeister von Wassenberg. Der Jurist gewann deutlich gegen den SPD-Kandidaten Hermann Thissen. Nur jeder vierte Wahlberechtigte gab diesmal seine Stimme ab.

In Wegberg hat Amtsinhaber Michael Stock mit großem Vorsprung gewonnen. Er bleibt damit der einzige SPD-Bürgermeister im Kreis Heinsberg. In Übach-Palenberg lieferten sich der CDU-Kandidat Oliver Walther und der Sozialdemokrat Alf-Ingo Pickartzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schließlich gewann der Christdemokrat mit 131 Stimmen Vorsprung.

Bei der Stichwahl konnte sich in Inden der unabhängige Kandidat Stefan Pfennings mit rund 62 Prozent der Wählerstimmen durchsetzen. In Langerwehe gewann SPD-Kandidat Peter Münstermann mit rund 63 Prozent der Stimmen gegen den amtierenden Bürgermeister Heinrich Göbbels von der CDU. Die Wahlbeteiligung lag in beiden Orten bei über 50 Prozent.

Würselen bekommt CDU-Bürgermeister

Neuer Bürgermeister in Würselen wird Roger Nießen. Er trat als gemeinsamer Kandidat von CDU und Grünen an. Er holte 57,09 Prozent der Stimmen. Stefan Mix von der SPD kam auf 42,91. Der Amstinhaber, Arno Nelles von der SPD, war nicht mehr zur Wahl angetreten.

In Weilerswist gewann die parteilose Anna-Katharina Horst. Sie holte 52,46 Prozent der Stimmen. Alexander Welter kam auf 47,54 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,86 Prozent.

SPD-Landrat im Kreis Euskirchen

Markus Ramers ist neuer Landrat im Kreis Euskirchen. Der SPD-Kandidat hat die Stichwahl mit gut 60 Prozent der Stimmen gewonnen. Johannes Winckler von der CDU bekam knapp 40 Prozent. Damit haben die Euskirchener zum ersten Mal einen Sozialdemokraten als Landrat an die Spitze des Kreises gewählt.

Ramers war in den vergangenen Jahren bereits Stellvertreter des bisherigen Landrats Günter Rosenke, der nach 26 Jahren nicht mehr zur Wahl angetreten war. Die Wahlbeteiligung lag mit 41 Prozent gut 13 Prozentpunkte über der Landrats-Stichwahl vor fünf Jahren.

Neuer Bürgermeister in Euskirchen wird Sacha Reichelt. Er war als Parteiloser für die SPD angetreten und konnte sich mit 59,21 Prozent der Stimmen gegen Christiane Loeb von der CDU durchsetzen, die auf 40,79 Prozent der Stimmen kam.

Stichwahl in elf Städten in der Region

Krönungssaal im Aachener Rathaus

Krönungssaal im Aachener Rathaus

Die Wahlberechtigten, die nicht schon per Briefwahl abgestimmt haben, durften am Sonntag von 8 bis 18 Uhr einen von zwei Kandidaten wählen, nämlich in Aachen, Monschau, Würselen, Düren, Inden, Langerwehe, Wegberg, Wassenberg, Übach-Palenberg, Weilerswist sowie in der Stadt und im Kreis Euskirchen.

Stichwahlen gab es in Städten und Gemeinden in der Region, wo bei der Kommunalwahl am 13. September keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen geholt hatte.

Stand: 27.09.2020, 20:18