Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest Sperrbezirk"

Geflügelpest-Ausbrüche in NRW - Schutzmaßnahmen verschärft

Stand: 19.10.2022, 14:20 Uhr

Nach zwei weiteren Geflügelpest-Ausbrüchen in Nordrhein-Westfalen sind die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus verschärft worden. Im Kreis Gütersloh ist eine "Aufstallpflicht" veranlasst worden.

In einem Betrieb in Gütersloh seien rund 8.000 Tiere und in einer Hobbyhaltung in Münster etwa 80 Tiere getötet und entsorgt worden, teilte das NRW-Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit.

Um die betroffenen Betriebe seien bereits am Wochenende Sperrzonen im Umkreis von drei Kilometern und Überwachungszonen im Umkreis von zehn Kilometern gebildet worden. In diesen Bereichen gelten besonders strenge Auflagen für Geflügelhalter. Tierhalter müssen den zuständigen Veterinärämtern umgehend die Anzahl ihrer gehaltenen Vögel mitteilen.

Allgemeinverfügung im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh müssen in sechs Kommunen Geflügelhalter die Tiere in geschlossenen Ställen beziehungsweise Schutzvorrichtungen unterbringen. Die sogenannte Aufstallpflicht gilt ab sofort für Gütersloh, Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloß Holte-Stuckenbrock und Verl. In Verl gibt es inzwischen einen weiteren Verdachtsfall.

Trennung von Wildvögeln wichtig

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) rief Geflügelhalter auf, noch wachsamer zu sein. "Das nachgewiesene Virus ist äußerst aggressiv und mit großem Leid für die betroffenen Tiere verbunden", sagte sie. Nur konsequent eingehaltene Sicherheitsmaßnahmen könnten Hausgeflügelbestände schützen.

So dürften Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden. Außerdem dürfe kein Wasser, zu dem Wildvögel Zugang hätten, für das Tränken der Tiere genutzt werden. Futter und Einstreu müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Wer verendete wildlebende Wasservögel oder Greifvögel findet, soll dies dem zuständigen Veterinäramt melden.

Weiterer Fall bei Wildgans in Lippe

Bei einer Anfang November im Bad Salzufler Kurpark tot aufgefunden Wildgans ist ebenfalls die Geflügelpest nachgewiesen worden. Der Kreis Lippe fordert die Halter auf, eigene Tiere vor Kontakten mit Wildvögeln zu schützen. Verdachtsfälle müssen dem Veterinäramt gemeldet werden. Tote Wildvögel sollte man nicht berühren, um eine Verbreitung des Geflügelpest-Erregers zu verhindern.

Stärkste Epidemie aller Zeiten

Die Geflügelpest, auch als Vogelgrippe oder aviäre Influenza bekannt, ist eine durch Viren ausgelöste, sehr ansteckende Infektionskrankheit für Nutzgeflügelarten und andere Vögel. Das Ansteckungsrisiko für Menschen gilt als gering.

Deutschland und Europa erlebten seit Herbst 2020 die stärkste Geflügelpest-Epidemie aller Zeiten, hieß es weiter. Das Land NRW plane weitere Schutzmaßnahmen und zusätzliche regelmäßige Untersuchungen in Geflügelbeständen. In NRW war Anfang Oktober erstmals seit einem halben Jahr wieder die Geflügelpest aufgetreten. Betroffen war eine Hobbyhaltung in Bottrop mit 120 Enten, Gänsen und Hühnern, die alle getötet und entsorgt werden mussten.

In der Folge wurden Vögel auf einem weiteren Hof in Bottrop zunächst positiv getestet und - wie es vorgeschrieben ist - getötet. Bei einem zweiten Test stellte sich allerdings heraus, dass es sich in diesem Fall um irrtümlich positive Tests gehandelt hatte.

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